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DVD-Besprechung - Unglaubliche Geschichten - Vol. 2

Story:
Mit „Unglaubliche Geschichten – Vol. II“ entführt Produzent und Serienmacher Stephen Spielberg in immer neue Reiche des Phantastischen. Ob Soldaten einen ganz besonderen Helden feiern, Waldschrate zum Sammeln ohne Wenn und Aber aufrufen, nette Hausgeister ein Wörtchen mitreden möchten bei der Auswahl der Mieter in ihrem Haus, ein Killertoupet es auf Rechtsanwälte abgesehen hat, oder ein alter Mann auf einmal die Gabe besitzt, Wissen aus Büchern in seiner Nähe aufzusaugen - als Zuschauer sollte man auch bei der 2. DVD-Box der Serie immer auf das Unfassbare gefasst sein.

Meinung zum Film:
In der 2. Box zu den „Unglaublichen Geschichten“ geht es wie schon von der ersten Box gewohnt abwechslungsreich weiter. Zu Beginn gibt es die oftmals verwendete Ausgangslage einer widerspenstigen Zähmung, in denen zwei Satansbraten jedes Kindermädchen mit ihren bösen Streichen vertreiben. Als dann allerdings die gemütliche Jamaikanerin Jennifer Mowbray den Job übernimmt, ist es Schluss mit lustig – zumindest für die Kinder. Denn in dieser witzig angelegten Episode haben ab diesem Zeitpunkt nur noch die Zuschauer ihren Spaß. Ähnlich witzig aber deutlich schwärzer im Humor geht es bei „Wer anderen eine Grube gräbt...“ von Regisseur Thomas Carter („Save the Last Dance“) zur Sache. Hierin hat es eine Gruppe Männer, die ständig in einer Bar rumhängt, auf das Leben eines alten Trinkers abgesehen. Immerhin wurde in dessen Namen eine Lebensversicherung abgeschlossen und natürlich ist einer von ihnen der Begünstigte im Todesfall. Keine Frage also, dass man durch spendable Freigetränke und zusätzlichem Nachhelfen für einen frühen Tod sorgen möchte. Allerdings hat man nicht bedacht, wie rüstig der alte Knabe tatsächlich ist.

Es geht aber auch ernst zur Sache. In der Episode „Koma“, ebenfalls von Regisseur Thomas Carter, hat ein alter Mann nach einem über 40 Jahre andauernden Koma nach seinem Erwachen die Fähigkeit, mit Menschen in Kontakt zu treten, die im Koma liegen. Seine eigene Situation des langjährigen Verschlafens im Hinterkopf, versucht er mit seiner Kraft, ein kleines Mädchen vor einem vergleichbaren Schicksal zu bewahren und sie aus ihrem Koma herauszuholen. Richtig spannend wird es in Martin Scorseses („Departed - Unter Feinden“) Beitrag „Das Phantom im Spiegel“. Hier sieht ein Horrorfilmregisseur und –buchautor im Spiegel immer wieder, wie er von einer gespenstischen Gestalt hinterrücks angegriffen wird, was aber nur im Spiegelbild zu sehen ist. Die Episode hält einige spannende Momente bereit, nur am Ende schien den Drehbuchautoren kein passender Ausgang eingefallen zu sein, was zu einem richtig dummen Ausgang führt, der den guten Eindruck dann doch wieder ein wenig schmälert. Albern ist auch „Versteckte Kamera“ von Paul Bartel („Frankensteins Todesrennen“), das aber gewollt richtig überdreht angelegt wurde und mit fortlaufender Spielzeit immer mehr Spaß macht. Die Episode beruht auf Bartels Regiedebüt, einem Kurzfilm, der im Original den gleichen Titel trägt wie in der US-Fassung der Serie – „The Secret Cinema“.

Deutlich weniger albern, dafür mit einer gehörigen Portion verträumter Romantik gewürzt ist Phil Joanous („Spiel auf Bewährung“) Episode „Liebemachers Puppe“. In dieser Geschichte kauft John Lithgow („Hinterm Mond gleich links“) für seine Nichte als Geburtstagsgeschenk eine Puppe, die diese aber gar nicht haben möchte. Bevor er diese wieder zum Puppenmacher zurück bringt, beginnt er selbst Gefallen an ihr zu finden. Und wie der Name des Herstellers schon verspricht, steckt mehr hinter dem Verkauf der Puppe, als es anfangs den Anschein hat. Romantisch ist auch die abschließende Geschichte der ersten Staffel von „Unglaubliche Geschichten“. Der eher als Schauspieler bekannte Regisseur Timoythy Hutton („Stark - The Dark Half“) erzählt in „Der Geist lebt weiter“ von der Liebe eines alten Ehepaares, das mit dem Tod konfrontiert wird. Während das Ende eine unerwartete Wendung nimmt, ist der restliche Teil dieser Episode dann doch ein wenig dünn und zieht sich trotz seiner knappen Laufzeit doch sehr in die Länge. Insgesamt betrachtet bietet die zweite Hälfte der ersten Staffel aber wieder die gewohnte Mischung aus fantastischen Kurzgeschichten, die für gute kurzweilig gute Unterhaltung sorgen kann.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist identisch gut zur ersten Halbstaffel umgesetzt worden. Die Schärfe ist für ihr 4:3-Format in ausreichendem Maße vorhanden, Verschmutzungen oder Defekte gibt es nicht und sowohl die Farben als auch der Kontrast sind bestens abgestimmt. Lediglich teilweise Überblendungen von grellen weißen Tönen hinterlassen teils einen schlechten Eindruck. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 ist durchweg gut zu verstehen.

Als Extra gibt es erneut Deleted Scenes zu einigen Episoden und ein Booklet mit Episodenführer.

Fazit:
„Unglaubliche Geschichten – Vol. II“ bietet den Abschluss der ersten Staffel und versteht es dabei gewohnt abwechslungsreich für Unterhaltung zu sorgen. Von Romantik hin zum Drama und von Horror bis Klamauk ist fast alles vertreten, was das Kino zu bieten hat. Wer die erste Box bereits besitzt, kann bedenkenlos wieder zugreifen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,33:1
1,33:1
12 Episoden a ca. 24 Minuten Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Deleted Scenes
  • Booklet mit Episodenführer
Unglaubliche Geschichten - Vol. 2 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Unglaubliche Geschichten - Staffel 1
Amazon Stories - Season 1

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein empfehlenswerter bunter Mix aus fantastischen Kurzgeschichten


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1986
Regie:
Joan Darling, Lesli Glatter, Thomas Carter, Normand Raynolds, Joe Dante, Martin Scorsese, Paul Bartel, Irvin Kershner, Phil Joanou, Lesil Linka Glatter, Timothy Hutton
Drehbuch:
Richard Matheson, Joseph Minion, Michael De Guzman, James D. Bissell u.a.
Darsteller:
Mabel King, Seth Green, Charly Sheen, James Cromwell, Joe Pantoliano, Mark Hamill, David Rappaport, Eddie Bracken, Bruce Davison, Joe Seneca, Sam Waterston, Helen Shaver, Paul Bartel, Eve Arden, Griffin Dunne, John Lithgow, Andrew McCarthy

Label Deutschland :
e-m-s
Verleihstart Deutschland :
11.12.2008
Verkaufsstart Deutschland :
11.12.2008

Vertrieb Schweiz :
Impuls Home Entertainment
Verleihstart Schweiz :
11.12.2008
Verkaufsstart Schweiz :
11.12.2008