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DVD-Besprechung - Der goldene Nazivampir von Absam 2

Story:
General Donovan (Walter Stapper) vom amerikanischen Militärgeheimdienst ist 1942 nach der Sichtung von geheimen Filmmaterial aus Deutschland enorm beunruhigt. Der Film zeigt scheinbar die Existenz von SS-Vampiren und das wäre für Hitler eine vielleicht entscheidende Waffe im Zweiten Weltkrieg. Captain William Blazkowicz (Daniel Krauss) soll nach Deutschland reisen und sich in die okkulte Hochburg von Schloss Kottlitz einschleichen, um auszuspähen, ob es wirklich diese Vampire gibt. Leider ist Blazkowicz ein Schreibtischhengst ohne jegliche Einsatzerfahrung und ein kleiner Feigling ist er dazu. Doch sein Pflichtbewusstsein siegt und er begibt sich in das Feindesland, in dem er eine erstaunliche Entdeckung macht.

Meinung zum Film:
Den Filmtitel „Der goldene Nazivampir von Absam 2 – Das Geheimnis von Schloss Kottlitz“ muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen. Dahinter versteckt sich der Abschlussfilm von Lasse Nolte, der bis 2007 an Hochschule für Fernsehen und Film in München studierte. Da der Film eine Low-Budget-Produktion ist, war Nolte auf einige Akte des guten Willens angewiesen, wie z.B. die Mitwirkung von bekannten Schauspielern. Einer, der dem Ruf folgte, war z.B. Comedian Oliver Kalkofe, der in den beiden „Wixxer“-Teilen zeigen konnte, dass er mehr kann als nur diverse Fernsehformate zu veralbern. Kurioserweise bekam er eine Rolle ohne auch nur eine Textzeile zugeteilt. Santiago Ziesmer, die deutsche Stimme von SpongeBob, gab sich ebenfalls die Ehre für einen Kurzauftritt und der Star des einstigen Weihnachtsvierteiler „Patrick Pacard“, Hendrik Martz, übernahm sogar eine größere Rolle in dem Film, der nur 45 Minuten andauert.

Der ganz große Wurf ist Lasse Nolte nicht gelungen, denn in seinem Bestreben, eine Horrorkomödie zu machen, ist sowohl der Horror wie auch die Komödie nicht stark genug ausgeprägt. „Shaun Of The Dead“ ist da wesentlich konsequenter in der Umsetzung dieser beiden Genres. Das hat auch mit Laufzeit nichts zu tun, denn für die Handlung hat es tatsächlich ausgereicht, um einen abgeschlossenen Eindruck zu vermitteln. So bleibt ein durchaus taugliches Gerüst einer Horrorkomödie mit guten Ansätzen übrig, mehr aber auch nicht. Andererseits sind die Ansätze ordentlich und man darf vielleicht darauf hoffen, dass dieser Film eine abendfüllende Nachfolge findet, in welcher Lasse Nolte ein wenig mehr Gas gibt und seiner auf jeden Fall vorhandenen Kreativität richtig freien Lauf lässt. Ein zweites und drittes Ansehen zeigt, dass mancher Gag leider untergegangen ist. Auch wenn das Werk nicht unbedingt Kultpotential beherbergt, so ist es ansehnlich und so mancher stilistische Eindruck wird in den Extras tatsächlich bestätigt.

Der Film strotzt nur so vor Spezialeffekten und wenn einer mal als solcher zu erkennen ist, dann ist dies pure Absicht. Viele Exploitationfilme waren Vorlagengeber für den Hauptfilm und so wurden z.B. die klassischen Tagesaufnahmen per Bildbearbeitung in Nachtbilder umgewandelt. Die Schauspieler agieren gut bis sehr gut und es macht schon Laune, ihnen bei einer Produktion zuzusehen, bei der sie keine goldene Brieftasche davontragen. Hier gilt die pure Lust am Schauspiel. Das ist dann auch einer der Gründe, warum man sich den güldenen Blutsauger dann ruhig mal ansehen sollte. Es ist selten, dass die eine oder andere Schwäche eines Films durch seine Schauspieler herausgerissen wird, aber in diesem Fall geschieht genau dies. Übrigens gibt es eine sehr informative Website zum Film, auf der man vieles zum Film und seiner Entstehung nachlesen kann.

Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität ist vollkommen in Ordnung und das Bild besticht durch schöne, kräftige Farben. Der Kontrast ist gut und ein echtes Rauschen ist kaum zu erkennen. Der Ton ist ebenfalls gelungen und er wirkt ordentlich differenziert.

In etwas über vier Minuten werden die visuellen Effekte des Films kurz angerissen und gezeigt, wie es sich mit digitalen Einblendungen zur Vervollständigung des Bildes verhält. Ein weiteres Extra behandelt zwei Sprachpassagen aus dem Film, die von den Dialogen überlagert werden. Hier ist u.a. Monty Arnold („Der bewegte Mann“) zu hören, der als typischer Propagandasprecher eine Wochenschaufolge spricht. Weiterhin wird in gut zehn Minuten erklärt, welche ungewöhnlichen Werbemaßnahmen ergriffen wurden, um z.B. Sponsoren oder auch Mitwirkende für den Film zu gewinnen. Es sind ein paar sehr einfallsreiche Ideen darunter, soviel sei verraten. Ein Kapitel zeigt kurz, wer die Band Killing Noise ist, die Musik zum Film beigetragen hat. Die entfallene Szene wurde zu Recht nicht in den Hauptfilm eingebracht, denn die Gründe, warum sie überhaupt gedreht wurde, kann der nicht eingeweihte Zuschauer nicht verstehen. Neben werbenden Trailern gibt es noch einen informativen Audiokommentar von Lasse Nolte und Christoph Menardi sowie ein Produktionstagebuch. Zudem stehen zwei Bildergalerien, sowie der Bonusfilm „Die Handwerker Gottes“ zum Abruf bereit.

Fazit:
„Der goldene Nazivampir von Absam 2 – Das Geheimnis von Schloss Kottlitz“ ist eine kurze Horrorkomödie, die ein wenig nach ihrem Weg sucht. Gute Schauspieler kaschieren die Unwegsamkeiten ganz ordentlich und so kann man sich dieses 45-Minuten-Werk ruhig ansehen. Technisch ist alles in Ordnung und die DVD bietet eine Fülle an schönen Extras.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
45:41 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Englisch
Bonusmaterial:
  • Die visuellen Effekte des Nazivampirs
  • Die akustische Welt des Nazivampirs
  • Die Werbemittel des Nazivampirs
  • Wer ist eigentlich Killing Noise
  • Entfallene Szene
  • Der Web-Trailer
  • Der Premieren-Trailer
  • Das Produktionstagebuch
  • Audiokommentar von Lasse Nolte und Christoph Menardi
  • Fotogalerie Standbilder
  • Fotogalerie Behind The Scenes
  • Bonusfilm: Die Handwerker Gottes
Der goldene Nazivampir von Absam 2 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Der goldene Nazivampir von Absam 2 - Das Geheimnis von Schloss Kottlitz
Der goldene Nazivampir von Absam 2 - Das Geheimnis von Schloss Kottlitz

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Nazivampire proben den Endsieg


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2008
Regie:
Lasse Nolte
Drehbuch:
Lasse Nolte, Christoph Menardi
Darsteller:
Daniel Krauss, Götz Burger, Hendrik Martz, Oliver Kalkofe, Walter Stapper

Label Deutschland :
Mr. Banker Films
Verkaufsstart Deutschland :
09.01.2009