Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Hydra - The Lost Island
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Hydra - The Lost Island

Story:
Vincent Camden (Alex McArthur) veranstaltet ein Jagdspiel für vier Millionäre, bei denen anstelle von Wildtieren vier vermeintliche Straftäter, die nach Meinung von Camden durch die Maschen der Rechtssprechung geschlüpft sind gejagt werden. Doch die mutmaßlich verlassene Insel, die als Schauplatz für die Menschenjagd ausgesucht wurde, beherbergt eine ganz eigene Art von Jäger – eine dreiköpfige Hydra, die den Eindringlingen höchst aggressiv gegenüber steht.

Meinung zum Film:
Nachdem im Tierhorror-Bereich in letzter Zeit von Schlangen über Vögel bis hin zu Schafen so einiges zum Einsatz gekommen ist, was das Tierreich an Potential für derartige Filme hergibt, wandelt Autor Peter Sullivan („Termination Point“) diesmal ein wenig neben Pfaden und greift zur griechischen Mythologie. Doch so genau nimmt es Sullivan auch nicht mit der Sagenwelt. Seine Hydra hat zu Beginn anstelle der eigentlichen neun nur überschaubare drei Köpfe, die aber gemäß der Legende nach dem Abschlagen, oder wie in diesem Fall dem Abschießen gleich doppelt nachwachsen. Am Ende reicht es dann zwar immer noch nicht zu den bekannten neun Schlangenköpfen, dafür nähert man sich diesem Wert den Film immer zumindest immer mehr an. Da dem Autor das Ausbrennen der Hälse zum Verhindern des Nachwachsens offensichtlich nicht effektiv oder dramatisch genug zu erscheinen schien, erfand dieser kurzer Hand die Saga vom Schwert des Herakles, das nach einer Charakterprüfung genommen werden kann und verhindert, das nach dem Abtrennen des Kopfes neue Exemplare nachwachsen. Diese künstlerischen Anpassungen sind aber sicherlich nicht sonderlich störend, sollen sie doch zusammen mit dem zweiten Plot um die Menschjagd nur eines bieten – spannende B-Movie-Horror-Action.

Doch was Regisseur Andrew Prendergast („Parasite“) auf Basis des Drehbuches fertig gestellt hat, ist eine ganz eigene Art Film, die allerdings eines bestimmt nicht macht – Angst und Schrecken beim Publikum verbreiten. Dass es aber trotzdem nicht langweilig wird, liegt vor allem an den zahlreichen Unzulänglichkeiten im Drehbuch und den daraus resultierenden, unfreiwillig komischen Momenten. So wird gleich zu Beginn eine Forscherin gezeigt, die als Einzige einen Angriff der Hydra überlebt und vor ihr flüchtete. Mitten im Film rennt sie dann wieder mitten durch das Bild, erneut auf der Flucht vor der Riesenschlange. Das erste, was einem durch den Kopf geht, ist „Wow, sie ist jetzt die ganze Zeit ohne Pause vor der Hydra weggerannt.“ Und wie sich wenig später herausstellt, steht „die ganze Zeit“ in diesem Fall für volle 2 Monate. Respekt, das ist beste Comedy, die unbezahlbar ist. Im Grunde fehlt nur noch Lt. Frank Drebin aus den „Nackte Kanone“-Filmen, der in die Kamera spricht und sagt „Hier gibt es nichts zu sehen, bitte gehen Sie weiter.“. Aber keine Angst, der Marathonlauf der Forscherin ist nur ein Beispiel von vielen weiteren, die jeder für sich selbst entdecken kann.

Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Film kann aber niemandem angeraten werden. Vor allem dann nicht, wenn man selbst auch nur einen Funken von Gespür für Logik- und Anschlussfehler hat. Es bedarf gar keiner großen Auseinandersetzung mit dem Skript, um zu erkennen, dass es totaler Schwachsinn ist, wenn nur einer der vier Jäger ein Funkgerät mit auf den Weg bekommt. Es ist zum Brüllen komisch, wenn diese vier Waidmänner sich auf der nicht ganz so kleinen Insel in die vier Himmelsrichtungen aufteilen wollen, sich dann aber regelmäßig über den Weg laufen. Und warum die überlebende Forscherin am Ende vom Helden der Gruppe verlangt, erst die Hydra zu töten, bevor sie ihnen bei Flucht vom Island hilft, wird wohl für immer Zeus’ Geheimnis bleiben. Es ist nicht schwer zu erkennen, dass die TV-Produktion „Hydra“ als ernster Horrorfilm ein komplettes Desaster darstellt, dafür allerdings mit seiner unfreiwilligen Komik durchaus für kurzweiligen Spaß sorgt. Am besten man lädt sich einen oder mehrere Freunde ein und macht sich einen Spaß daraus, all die versteckten Pannen und Gags zu entdecken. Für einen alleine sind das nämlich zu viele, um sie alle gleich erkennen zu können.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht für eine TV-Produktion einen guten Eindruck. Die Schärfe ist angemessen gut und nennenswerte Störungen gibt es keine zu vermelden. Der deutsche Ton ist durchweg gut verständlich und die Surroundkanäle werden immer wieder für den Soundtrack und Umgebungsgeräusche herangezogen.

Als einziges Extra gibt es den Trailer zum Film auf der DVD.

Fazit:
Als ernstzunehmender Beitrag des (Tier-)Horror-Genres ist „Hydra“ ein einziges Desaster. Einen gewissen Charme kann der Film aber dennoch versprühen, wenn auch höchst unfreiwillig. Denn die Ansammlung von dummen Einfällen im Skript und Pannen bei der Umsetzung, lockert bestimmt so manche gesellige Runde bestens auf.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
90:49 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
Hydra - The Lost Island - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Hydra - The Lost Island
Hydra

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
So spannend und gruselig wie "Die Nackte Kanone", aber auch fast genauso (unfreiwillig) komisch


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2008
Regie:
Andrew Prendergast
Drehbuch:
Peter Sullivan
Darsteller:
Alex McArthur, George Stults, Michael Shamus Wiles, Dawn Olivieri, Polly Shannon, Dwayne Adway, Jana Williams, James Wlcek, Philip Moon, Roark Critchlow, Texas Battle, William Gregory Lee, Paul Rae

Label Deutschland :
Sunfilm Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
20.02.2009