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DVD-Besprechung - The Bat - Die Fledermaus
Story:
Die Krimiautorin Cornelia van Gorder (Agnes Moorehead) mietet sich über den Sommer ein großes Landhaus. Nachdem mysteriöse Geschehnisse im Haus den Großteil ihrer Dienerschaft bereits flüchten ließ, findet sie heraus, dass offensichtlich 1 Mio. US $ im Anwesen versteckt wurden und ein unter dem Namen „Die Bestie“ bekannter Killer auf der Jagd nach dem Vermögen ist. Doch die Schriftstellerin lässt sich davon nicht groß beeindrucken und stellt ihrerseits ebenfalls Untersuchungen hinsichtlich des Verbleibs des Geldes an.
Meinung zum Film:
„The Bat“ von Regisseur Crane Wilbur, der als Drehbuchautor von „House of Wax“ wahrscheinlich seine bekannteste Arbeit ablieferte, basiert auf einem Bühnenstück und wurde bereits in den 20er-Jahren schon einmal verfilmt. Die Verbindung zum Theaterstück ist auch im Film zu erkennen, da sich die Handlung weitestgehend auf das Anwesen beschränkt. Ein Nachteil ist dies allerdings nicht, denn die Atmosphäre dieses 1959 entstandenen Gruselkrimis ist auch so bestens gelungen und versteht es sehr gut gleich von Beginn an zu fesseln. Allerdings sollte man nicht erwarten, einen Film mit Vincent Price („The Last Man on Earth“) in einer düsteren Hauptrolle zu sehen. Denn auch wenn der bekannte Horrordarsteller mit gewohnt finsterer Mine auf dem Cover zu sehen ist, spielt er nur eine größere Nebenrolle, die dann allerdings gleich zu Beginn zumindest in eine düstere Ecke gerückt wird.
Zentrale Figur der Geschichte ist die Krimiautorin Cornelia van Gorder, die herrlich von Agnes Moorehead („Wiegenlied für eine Leiche“) gespielt wird. In bester Miss-Marple-Manier lässt sie sich von nichts und niemandem Verschrecken und geht furchtlos den Geschehnissen im Anwesen auf den Grund. Der Killer ist ein ganz in schwarz gekleideter und mit schwarzer Stoffmaske verhüllter Mann, der als Markenzeichen links einen Handschuh mit Krallen trägt. Der Filmstoff selbst und die Charaktere erinnern ein wenig an die alten Edgar-Wallace-Filme, nicht zuletzt auch wegen der für die Wallace-Reihe charakteristische Musik. Dort hätte der Film, mal abgesehen vom amerikanischen Ambiente, auch unter dem Titel „Der Mörder mit den Fledermauskrallen“ eingegliedert werden können. Wer Gefallen an der beliebten Rialto-Filmreihe finden kann, wird sicherlich auch bei diesem Mystery-Krimi seinen Spaß daran finden zu erahnen, wer hinter der Maske des in der deutschen Synchronisation als „Das Biest“ betitelten Angreifers steckt.
Doch ganz sicher ist das Drehbuch sowohl in der Dramatik als auch in der Logiksicherheit nicht. So stellt sich zum Beispiel die Szene gleich zu Beginn, als Vincent Price den alten Besitzer des Anwesens erschießt, als nicht sonderlich stimmig heraus, vor allem hinsichtlich der weiteren Motivation von Prices Filmcharakter. Auch was den Aufbau der Dramatik betrifft, ist diese Szene eher kontraproduktiv, da sie ein wenig der späteren Mysteryspannung vorweg nimmt und diese dadurch nahezu verpuffen lässt. Bei der Auflösung des Falles bleiben am Ende einige Frage offen. Die Morde rund um die Millionen-Suche erklären sich dabei zwar von selbst, allerdings gab es auch vor der Geldjagd schon Opfer, von denen in den Zeitungen zu lesen war. Wie genau hier der Zusammenhang ist, wird leider gar nicht geklärt. So bleibt es dem Zuschauer selbst überlassen, sich ein eigenes Bild von den Zusammenhängen zu machen. Diese und weitere kleinere Unebenheiten stellen aber letzten Endes nur kleinere Unschönheiten dar. Wer Schwarzweiß-Grusel-Krimis mag, wird bestimmt auch bei „The Bat“ bestens unterhalten werden.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist für sein Alter gut erhalten. Analoge Defekte sind zwar gelegentlich zu erkennen, doch stellen diese mehr einen Charmecharakter dar, als dass diese störend in Erscheinung treten. Zusätzlich auffallend sind Kompressionsübergänge, die teilweise zu erkennen sind. Als deutsche Tonspur wurde die alte deutsche Kinosynchro verwendet, die zur guten Atmosphäre beiträgt. Allerdings wurde diese nicht digital nachbearbeitet, weswegen es vereinzelt immer wieder kleinere Knackser, Sprünge oder Störgeräusche zu hören gibt. Aber auch diese stellen nur kleinere Unschönheiten dar, über die problemlos hinweg gesehen werden kann. Eine aufwendige Restaurierung wäre hier wirtschaftlich sicherlich nicht tragbar gewesen.
Als Bonus liegt der Film sowohl in der 4:3- als auch in einer 1,85:1-Widescreen-Version vor, wobei bei letzterer lediglich oben und unten Balken über das Bild gelegt wurden. Sowohl qualitativ als auch atmosphärisch gibt es bei diesen allerdings keine merkbare Differenzen, weswegen es letzten Endes kaum einen Unterschied macht, für welche der beiden man sich entscheidet. Als weiteres Extra gibt es noch die alte deutsche Titelsequenz sowie den Trailer zum Film. Freuen dürfte Filmfreude auch die Tatsache, dass das Inlay ein Wendecover ist. Während standardmäßig eine Photocollage mit Bildern von Vincent Price, die nicht aus dem Film stammen zusammen mit dem großen FSK-Logo zu sehen sind, gibt es auf der Innenseite das alte deutsche Filmplakat als Covermotiv zu sehen. Ein Service, der sich gerne etablieren darf.
Fazit:
„The Bat – Die Fledermaus“ ist ein äußerst unterhaltsamer Mystery-Krimi aus den späten 60er-Jahren, der für Freunde von Schwarzweiß-Murder-Mysterys eine eindeutige Kaufempfehlung darstellt. Trotz kleiner Holprigkeiten im Drehbuch versteht es der Film von Beginn an gut zu unterhalten. Endlich ist dieser kleine Klassiker auch mit deutscher Synchronisation für das Heimkino erhältlich.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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76:55 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 1.0 | Englisch Dolby Digital 1.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Film in Vollbild- und Widescreen-Fassung
- Trailer
- Deutsche Titelsequenz
- Wendecover mit altem Plakatmotiv
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Das Biest
The Bat
Ein äußerst gelungener Gruselkrimi in Schwarzweiß
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1959 Regie: Crane Wilbur Drehbuch: Crane Wilbur (basierend auf einem Bühnenstück von Avery Hopwood und Mary Roberts Rinehart) Darsteller: Agnes Moorehead, Vincent Price, Gavin Gordon, John Sutton, Lenita Lane, Elaine Edwards, Darla Hood, John Bryant, Harvey Stephens, Robert Williams, Mike Steele, Riza Royce
Label :
Savoy Film Verkaufsstart : 09.01.2009
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