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The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

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DVD-Besprechung - Bandits

Story:
Die Zuchthäuslerinnen Luna (Jasmin Tabatabai), Angel (Nicolette Krebitz) und Marie (Jutta Hoffmann) haben eine Rockband im Frauengefängnis, allerdings fehlt ihnen eine passende Schlagzeugerin. Als Emma (Katja Riemann) eingeliefert wird, hat sich das aber bald erledigt und man ist gewappnet, um beim Polizeiball groß aufzuspielen. Beim Transport zum Veranstaltungsort ergibt sich jedoch die Möglichkeit zur Flucht, welche die vier Damen auch gleich ergreifen. Während sie sich vor Kommissar Schwarz (Hannes Jaenicke) verstecken, entwickelt sich die Musik der „Bandits“ allerdings immer mehr zum Renner im Radio. Aber es ist nicht ganz leicht, eine Flucht zu organisieren, während man parallel dazu immer mehr zu einem gefragten Akt wird.

Meinung zum Film:
Regisseurin und Co-Drehbuchautorin Katja von Garnier („Blood & Chocolate“) hat sich nach dem Erfolg von „Abgeschminkt!“ gefragt, was sie als nächstes in Angriff nehmen könnte. Da sie sich für Musikfilme interessiert und zugleich der Meinung war, dass es noch kein passendes Gegenstück für die „Blues Brothers“ gibt, entstand die Idee zu „Bandits“, in denen weibliche Sträflinge auf der Flucht vor den Behörden sind, gleichzeitig aber mit ihrer Rockmusik für Aufsehen sorgen. Allerdings sollte das ganze nicht so überdreht wie bei den Kollegen aus dem Blues-Bereich sein, sondern mehr in das Drama-Genre tendieren, wodurch die Geschichte einen gewissen Anstrich von „Thelma und Louise“ besitzt. Zusammen mit Co-Drehbuchautor Uwe Wilhelm („Sass“) verpackte die Filmemacherin ihre Gedanken schlussendlich in ein Drehbuch und besetzte die vier Titelrollen mit Katja Riemann („Der Bewegte Mann“), Jasmin Tabatabai („Mondscheintarif“), Nicolette Krebitz („Der Tunnel“) und Jutta Hoffmann („Motzki“), während sie Hannes Jaenicke („Die Sieger“) als Jäger engagierte.

Das Damen-Quartett musste im Film jedoch nicht nur ihr Schauspieltalent zum Einsatz bringen, sondern nebenbei auch noch für die Einspielung der Songs sorgen. Mit (kommerziellen) Erfolg, wie im Nachhinein gesagt werden kann. Der Soundtrack schaffte es in Deutschland auf Platz 1 der Album-Charts und der Titelsong „Catch me“, der ein Remake von "Hobart Paving“ von der britischen Band „Saint Etienne“ war, konnte immerhin bis auf Platz 42 der Single-Charts klettern. Die Breite der zum Einsatz kommenden Musikrichtungen im Film ist weit angelegt und nicht ganz ohne Einfluss von Jasmin Tabatabai. Diese war schon vor dem Film in der Band „Even Cowgirls Get The Blues" als Sängerin aktiv und steuerte auch einige Songs zum Film bei. Nicht jedes Lied wird aber unbedingt immer auf große Gegenliebe stoßen, was schon bei der schrillen Trash-Version des deutschen Volksliedes „Wenn ich ein Vöglein wär’“ klar werden dürfte. Doch einmal abgesehen von einzelnen vermeintlichen Ausfällen, kann „Bandits“ hinsichtlich der Musikfilm-Stimmung vollends überzeugen. Nicht zuletzt der finale Auftritt mit der Darbietung von „Catch me“ besitzt echtes Gänsehaut-Potential. Wo der Film deutliche Probleme hat, ist in dann auch in einer ganz anderen Sparte.

Katja von Garnier hatte es sich zur Aufgabe gemacht, einen Musikfilm zu schaffen, der Dramaturgie in die Charaktere bringt. Allerdings hat sie dies nur in den Szenen umgesetzt, wo es ihr zu passen schien, während sie ansonsten dem billigen Klamauk deutlich näher ist. So stecken sich die vier Mädels mal eben 50.000 DM von einem Radiosender für einen vermeintlichen Exklusiv-Deal ein, bekommen die Scheine natürlich gleich bar auf die Hand mit und haben den sogenannten Vertrag natürlich nur mit unsinnigen Texten anstelle von ihren Namen versehen. Auch die Polizei unter der Leitung des schmierigen Kommissars Schwarz stellt sich natürlich dümmer an, als es die Kollegen erlauben und lassen die Flüchtenden immer wieder vor ihren Nasen verschwinden. Diese ganzen Momente wären aber gar nicht so schlimm gewesen, hätte man sie nicht den ganzen Film über immer wieder durch ernste Momente negativ ins Bewusstsein gerufen. Denn um ein wirklich funktionierendes Musik-Comedy-Drama auf die Beine zu stellen, bedarf es schon eines außerordentlich guten Drehbuchs, und das hat „Bandits“ nun einmal leider nicht. Es ist gut, aber nicht überragend. Aber obwohl die Umstellung von Heiter auf Ernst nicht richtig funktioniert, versteht es der Film trotzdem auf einfach Weise zu unterhalten. Nur zu viel Gedanken sollte man sich über das Gesehen nicht machen und schon gar nicht versuchen, auf den Gedanken der ernsten Dramaturgie anzuspringen. Denn genau das wäre der Moment, in dem man beginnen würde, sich die Haare zu raufen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen guten Eindruck und lässt kaum Wünsche offen. Lediglich das Überstahlen von hellen Flächen, was vor allem bei grellem Tageslicht zu sehen ist, stellt ein kleineres Problem dar. Der Ton in Dolby Digital 5.1, der sich bei den Musikeinlagen ganz gut im Raum verteilt, ist durchweg problemlos und störungsfrei zu vernehmen. Eine qualitative Steigerung zur bereits guten ersten Auflage des Film von Eurovideo gibt es allerdings nicht.

Zu den Extras gehört unter anderem ein Making Of, das allerdings einen recht hohen Werbecharakter besitzt und neben den überwiegend zum Einsatz kommenden Ausschnitten aus dem Film, nur ein paar Statements bietet. Interessanter fallen da die Interviews aus, die zwar jeweils nur rund 2-3 Minuten lang sind, dabei aber einige Eindrücke und Hintergrundinfos vermitteln. Es liegen des Weiteren noch die beiden Musik-Clips zu den Single-Auskopplungen „Catch Me“ und „Puppet“ vor, zu „Catch Me“ zudem noch rund 1,5 Minuten Eindrücke vom Dreh. Zusätzlich gibt es auf der DVD noch die Songtexte zu der Musik aus dem Film im PDF-Format, zum Öffnen am PC.

Fazit:
Das Problem von „Bandits“ ist sein Anspruch, ein Musikfilm mit generell ernster Dramaturgie zu sein, während die Ereignisse im Film oft sehr weit von diesem Anspruch entfernt sind. Übersieht man jedoch diese Ambition und das Vorhandensein entsprechender Momente, kann „Bandits“ als heiterer Musikfilm mit teils sehr atmosphärischen Bildern durchaus unterhalten.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,78:1
1,78:1
105:05 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Musikvideo "Catch me"
  • Musikvideo "Puppet"
  • Making of zu "Catch me"
  • Interviews
  • Songtexte
Bandits - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Bandits
Bandits

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Als lockerer Musikfilm unterhaltsam, die angedachte ernste Dramaturgie ging allerdings in die Hose


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland / Frankreich, 1997
Regie:
Katja von Garnier
Drehbuch:
Katja von Garnier, Uwe Wilhelm
Darsteller:
Jasmin Tabatabai, Katja Riemann, Nicolette Krebitz, Jutta Hoffmann, Hannes Jaenicke, Werner Schreyer, Heio von Stetten, Andrea Sawatzki, Oliver Hasenfratz, August Schmölzer, Peter Sattmann

Label Deutschland :
Constantin Film
Verkaufsstart Deutschland :
08.01.2009