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DVD-Besprechung - So ist Paris

Story:
Sozialarbeiterin Élise (Juliette Binoche) hat kein leichtes Leben. Sie ist alleinerziehende Mutter von 3 Kindern und gerade hat sie erfahren, dass ihr Bruder Pierre (Romain Duris) an einer schweren Herzerkrankung leidet. Der angesehene Historiker Roland Verneuil (Fabrice Luchini) hat ebenfalls Probleme, da er mitten in einer Lebenskrise steckt und sich in die Studentin Laetitia (Mélanie Laurent) verliebt hat. Auch Jean (Albert Dupontel) hat eine große Last auf seinen Schultern lasten, da er trotz lang zurück liegender Trennung von seiner Frau Caroline (Julie Ferrier) noch immer Gefühle für sie hegt und es nicht hinnehmen kann, wenn andere Männer mit ihr flirten.

Meinung zum Film:
Nachdem Regisseur und Drehbuchautor Cédric Klapisch („Ihr letzter Coup“) in „Barcelona für ein Jahr“ einer spanischen Metropole seine Aufmerksamkeit schenkte, wendete er sich in „So ist Paris“ der wohl bekanntesten Stadt seiner französischen Heimat zu. Herausgekommen ist dabei ein vor allem zu Beginn sehr bunter Bilderbogen der Großstadt, der in dieser Weise jedem Imagevideo der Stadt gut zu Gesicht stehen würde. Vor allem die zahlreichen Blicke über die Dächer von Paris zeigen malerische Aufnahmen, die stark zum Verweilen anregen und man als Zuschauer teils schon ein wenig betrübt ist, dass es nicht noch mehr davon zu sehen gibt. Aber Klapisch will ja auch eine Geschichte erzählen, oder wie in diesem Fall auf verschiedene Einzelschicksale eingehen, die in kleineren Punkten miteinander verknüpft sind, ohne dabei jedoch unbedingt zwangsläufig aufeinander Einfluss zu nehmen.

Élise, eine der zentralen Figuren wird von Juliette Binoche („Chocolat“) dargestellt. Sie spielt eine alleinerziehende Mutter, die durch das Leben gehärtet wurde und nicht so leicht einzuschüchtern ist. Entschlossen schreitet sie zur Tat, wenn es Probleme gibt, allerdings nur so lange wie es sich dabei nicht um emotionale Dinge oder gar der Suche nach dem für sie passenden Partner handelt. Als ihr Bruder, gespielt von Romain Duris („Arsène Lupin“) ihr nach Zögern offenbart, dass er sehr wahrscheinlich sterben wird, wenn er nicht bald eine Herztransplantation erhält, ist sie zunächst erbost über die verspätete Offenbarung, kümmert sich anschließend aber mit ganzer Kraft und der ihr zur Verfügung stehenden Zeit um ihn. Dabei lernt sie Jean (Albert Dupontel / „Intimate Enemies“) kennen, den Gemüsehändler um die Ecke. Doch dieser ist emotional noch immer an seine Ex-Frau gebunden, weswegen sich die offensichtlich gegenseitigen Gefühle nicht so recht entwickeln wollen. Pierre verspürt auf Grund seiner ungewissen Zukunft ebenfalls das Verlangen, noch einmal mit einer Frau zusammen sein zu möchten. Erstes Ziel seiner Sehnsucht ist Laetitia (Mélanie Laurent / „Die Kammer der toten Kinder“), die aber wiederum mit ihrem Historikprofessor (Fabrice Luchini / „Intime Fremde“) beschäftigt ist, der ihr anonym romantische SMS schickt, was sie irgendwann wahnsinnig macht.

Wie unschwer zu erkennen ist, verarbeitet Cédric Klapisch einige Schicksale miteinander, von denen hier aber nur die zentralen angesprochen wurden. Im Umfeld der Hauptpersonen gibt es noch weitere Momente, die ebenfalls mehr oder weniger in Augenschein genommen werden. Und genau an dieser Stelle ergibt sich dann auch ein Problem von „So ist Paris“. Die meisten Charaktere wirken zu oberflächlich, Motivationen und Sehnsüchte werden nur mit einem Minimum an Hintergrund greifbar gemacht, wodurch das gesamte Szenario wie flüchtig betrachtet erscheint. Vergleichbar mit dem steten Blick über die Dächer von Paris werden auch bei den Menschen nur die flüchtig erkennbaren Dinge gezeigt. Es wird sicherlich einige Zuschauer geben, denen das deutlich zu wenig ist. Doch wen das nicht weiter stört, wird kurzweilige rund 2 Stunden erleben, bei denen er über den Dächern von Paris schwebend immer wieder kurze Einblicke in das Leben einzelner Menschen erhält. Und dank der schönen Aufnahmen und der durchweg guten Arbeit der Darsteller, werden es sicherlich nur wenige bereuen, sich diesen Kurztrip in die Stadt an der Seine gegönnt zu haben.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild fällt vor allem durch seine hohe Detailfülle positiv auf. Gerade bei den Panoramablicken über die Stadt gibt es ein hohes Maß an Details und eine gelungene Schärfe geboten. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist durchweg gut verständlich und gelegentlich werden auch die hinteren Lautsprecher genutzt.

Auf der zum Test vorliegenden Single-Disc-Version des Films gab es keine Extras. Zum Verkauf wird es aber eine Special-Edition zum Film mit zahlreichem Bonusmaterial geben.

Fazit:
„So ist Paris“ ist ein charmanter, episodenhafter Film über das Leben einzelner Menschen in Paris. Überzeugen kann der Film vor allem durch seine wunderschönen Aufnahmen und seiner charmanten Inszenierung, dafür müssen hinsichtlich der Charakterzeichnung jedoch Abstriche gemacht werden. Wen das nicht weiter stört, der sollte diesen Kurztrip wagen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
2,35:1
2,35:1
123:59 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Französisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • -
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So ist Paris
Paris

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein charmantes Portrait der Stadt an der Seine und seiner (fiktiven) Einwohner


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich, 2008
Regie:
Cédric Klapisch
Drehbuch:
Cédric Klapisch
Darsteller:
Juliette Binoche, Romain Duris, Albert Dupontel, Fabrice Luchini, Mélanie Laurent, Julie Ferrier, François Cluzet, Gilles Lellouche, Zinedine Soualem, Olivia Bonamy

Label Deutschland :
Prokino
Verkaufsstart Deutschland :
22.01.2009