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DVD-Besprechung - So finster die Nacht
Story:
Oskar (Kåre Hedebrant) lebt mit seiner Mutter in einem Arbeitervorort von Stockholm. Er ist zurückgezogen und verschlossen und wird deswegen oft Opfer von Schlägern an seiner Schule. Als die scheinbar gleichalte Eli (Lina Leandersson) neben Oskar einzieht, beginnt sich sein Leben zu ändern, denn Eli ist ein Vampir.
Meinung zum Film:
Die Liste von Vampirfilmen ist lang - und die von schlechten ist kaum kürzer. Das Genre baut auf einigen grundlegenden Klischees auf und entwickelt diese häufig entweder zu einer blutrünstige Splatter-Orgie ("From Dusk till Dawn") oder einer melodramatischen Darstellung der düsteren Parallelwelt der Vampire ("Interview mit einem Vampir"). Dazwischen existieren diverse Graustufen, die mit vielen mehr oder weniger guten Vertretern bereits im Kino zu sehen waren. Aber "So finster die Nacht" ist irgendwie anders.
Oskar (Kare Hedebrant) ist zwölf Jahre alt und hat sowohl mit den Problemen der beginnenden Pubertät wie mit einigen seiner Mitschüler zu kämpfen. Als er mit Eli (Lina Leandersson) zusammentrifft, wird schnell klar, dass sich da zwei einsame, aber verwandte Seelen gesucht und gefunden haben. Mit einer Selbstverständlichkeit, die nur Kindern eigen ist, werden die beiden Freunde. Jetzt soll man nicht erwarten, dass sich daraus ein typischer Kinderfilm nach der Art von "Der kleine Vampir" entwickelt. Eli muss trotzdem Blut trinken und wenn ihr sie rührend umsorgender Vater ihr kein Blut besorgen kann, muss sie selbst jagen.
Der Film schafft es, die eisige Kälte Schwedens mit der Wärme einer Kinderfreundschaft zu vereinen. Mit einer fast beklemmenden Teilnahmslosigkeit zeigt er sowohl seelische als auch physische Grausamkeit. Auffällig ist der Bruch zu den Hollywood-Vertretern des Genres. Dialoge müssen nicht feinsinnig und minutiös choreographiert
sein. Eli und Oskar verhalten und unterhalten sich wie Kinder eben. Und nahezu unmerklich verzichtet der Film fast komplett auf Hintergrundmusik, wodurch die Kälte der Bilder nur noch deutlicher unterstrichen wird. Beinahe sämtliche bekannten Mythen über Vampire werden in dem Film zwar umgesetzt, aber eher um die Handlung zu tragen und nicht als Effekthascherei. Auf die Notwendigkeit des 'Hereinbittens in ein Haus' bezieht sich auch der Originaltitel des Films "Lat den rätte komma in" - 'Lass den richtigen ein', was im deutschen Titel leider verlorengegangen ist.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen durchschnittlich guten Eindruck, wirkt in der ein oder anderen Szenen allerdings schon mal ein klein wenig überschärft und lässt vor allem bei Aufnahmen im Dunkeln immer wieder feines Rauschen erkennen. Die Farben erscheinen durchweg recht kühl, was die Stimmung des Films aber wunderbar unterstützt. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist sehr klar zu verstehen, die wenigen, im Film vorkommenden Effekte erscheinen allerdings deutlich zu stark in den Vordergrund gerückt.
Wer möchte kann sich den Film mit einem Audiokommentar von Regisseur Tomas Alfredson und Drehbuchautor John Ajvide Lindqvist ansehen, bei dem es sehr ruhig zu geht und in dem vor allem immer wieder auf die emotionalen Momente eingegangen wird. Als weitere Extras gibt es vier jeweils 1-2 minütige deleted Scenes und den Trailer zum Film. (MT)
Fazit:
Dem Fan der klassischen Vampirjagd à la "Van Helsing" wird "So finster die Nacht" wahrscheinlich nichts geben. Zwar gibt es genug Schocker-Szenen, aber die besten Wirkungen werden durch das erzielt, was nicht gezeigt wird. Für Liebhaber des skandinavischen Films sowie für alle, die mal wieder einen beklemmenden Abend verbringen wollen, ist er aber definitiv geeignet.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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109:50 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Digital 2.0 | Schwedisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar mit Regisseur Tomas Alfredson und Drehbuchautor John Ajvide Lindqvist
- Deleted Scenes
- Trailer
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So finster die Nacht
Lat den rätte komma in
Lass den richtigen ein!
Autor der Besprechung:
Falk Ebert
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Schweden, 2008 Regie: Tomas Alfredson Drehbuch: John Ajvide Lindqvist Darsteller: Kare Hedebrant, Lina Leandersson, Per Ragnar, Henrik Dahl
Label :
MFA+
Verkaufsstart : 20.05.2009
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