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DVD-Besprechung - Lost Town - Das Duell der Schwertkämpfer
Story:
Der junge Schwertkämpfer Hai Ge (Gao Wei) landet auf der Suche nach der ihm versprochenen Braut in der entlegenen Wüstenstadt "Zwei Fahnen". Seine Zukünftige, Hao Mei (Zhao Mana), ist jedoch von dieser Idee wenig begeistert. Und auch deren Vormund, ein alter Freund und Kampfgefährte des Vaters von Hai Ge, nimmt ihn zwar bei sich auf, betrachtet ihn aber als Habenichts, der seine Tochter nicht versorgen kann. Eines Tages kommt es jedoch zu einer schicksalhaften Auseinandersetzung, in dessen Verlauf der junge Schwertkämpfer Hao Mei vor einer Vergewaltigung rettet. Dabei tötet er den Bruder des gefürchteten Bandenchefs Ji Dhao Zhen (Sun Hai Ying), der fortan nach Rache dürstet.
Meinung zum Film:
"Duell der Schwertkämpfer" ist ein ungewöhnlicher chinesischer Film aus dem Jahr 1991, der typische Elemente des (Italo-)Westerns in eine fernöstliche Umgebung transportiert. Es handelt sich um das Regiedebüt von He Ping, der im Jahr 2003 sein wohl bekanntestes Werk, das Historienepos "Wächter über Himmel und Erde", fertigstellte. Zugleich war He Ping auch am Drehbuch beteiligt, das er gemeinsam mit dem Debütanten Yang Zhengguang ("The Wooden Man's Bride") verfasste. Innerhalb der Darstellerriege finden sich keine bekannten Namen, für die meisten Mitwirkenden handelte es sich hier um ihren ersten und letzten Film.
"Duell der Schwertkämpfer" spielt in den nördlichen Wüstengebieten Chinas. Mit Elementen wie diesem Wüstensetting, der entlegenen Stadt, die offensichtlich vom Wohlwollen einiger gefürchteten Banditen abhängig ist, oder auch dem unbedarften, schweigsamen Fremden, der zunächst vor allem Misstrauen erregt und später als Retter gesehen wird, bemüht der Film typische Stilfiguren des Westerns. Allerdings verabschiedet sich der Film trotz der vertraut wirkenden Bildsprache schnell von seinen Westernpfaden und schlägt eine völlig andere Richtung ein, bevor er zum Showdown wieder in diese Gefilde zurückkehrt. Der Film entpuppt sich nämlich schon sehr bald als ziemlich holprige Genre-Mixtur, die offensichtlich nicht genau weiß, welchen Interessentenkreis sie eigentlich ansprechen möchte. Die Geschichte selbst ist von der Ausgangssituation her sicherlich platter als die meisten Western und plätschert fast ohne Höhepunkte vor sich hin. Gerade die prägenden Charaktere verbleiben zudem hinsichtlich ihrer Hintergründe sehr schablonenhaft und gewinnen, auch aufgrund der spärlichen sowie wenig ausgefeilten Dialoge, keine echten Konturen. Das bricht dem Film aber das Genick, da er eigentlich eher als Drama angelegt ist und dadurch unter dieser Oberflächlichkeit extrem leidet. Hinsichtlich der Actionlastigkeit entspricht der Film nämlich weder einem Western noch einem schwertkampflastigen Eastern.
Vielmehr sind gerade die spärlichen, gewaltsamen Auseinandersetzungen mit den Schwertern in zweierlei Hinsicht eine herbe Enttäuschung. Zunächst wird auch hier bei dem Ablauf der Duelle der Western kopiert. Das bedeutet, beide Kontrahenten stehen sich sehr nah gegenüber und wer das Schwert am schnellsten zieht, beendet den Kampf direkt durch einen tödlichen Streich. Diese Art des Duells, die sich innerhalb weniger Sekunden vollzieht, ist aber auch bezüglich der Choreographie extrem schwach geraten. Entweder es kommt zu einem hektischen Schnittgewitter, bei dem überhaupt keine Details zu erkennen sind oder es zieht ganz plötzlich aus dem Nichts ein Miniatursandsturm herauf, der beide Kämpfenden verdeckt. Aber auch bezüglich westerntypischer Psychospielchen bei den Duellanten oder hinsichtlich der Verdichtung einer allgemein schon bedrohlichen Atmosphäre, die über den Protagonisten lastet, gelingt es dem Film nicht, Akzente zu setzen oder eine entsprechende Symbolik zu etablieren. Vielmehr stellt der uncool und kindlich wirkende "Held", aufgrund seiner Unbedarftheit und Schweigsamkeit, überhaupt keine richtige Identifikationsfigur für das Publikum dar und lässt auch schauspielerisch viele Wünsche offen. Im ausladenden Mittelteil wandelt sich der Film zu allem Überfluss auch noch zu einer Art "Coming of Age"-Drama, in dem sich die beiden Jugendlichen näherkommen, während die schwülstige Musik vergeblich versucht, eine kitschige Form der Idylle zu erzeugen.
Digitale Aufarbeitung:
Die DVD bietet eine gute Schärfe und kräftige Farben, während Beschädigungen oder Verschmutzungen nicht auszumachen sind. Das leichte Bildrauschen ist zu vernachlässigen, der Kontrast wirkt allerdings etwas steil und die brennende Wüstensonne führt dadurch stellenweise zu stärkeren Überstrahlungen, die nicht immer gewollt erscheinen. Bei den beiden Tonspuren, die lediglich in Dolby Digital 1.0 vorliegen, sollte man keine größeren Erwartungen haben, eine gute Verständlichkeit ist aber stets gegeben. Optional gibt es auch noch durchgehende deutsche und englische Untertitel.
Auf der DVD befindet sich leider überhaupt kein Bonusmaterial.
Fazit:
"Duell der Schwertkämpfer" wirkt zu Beginn wie die asiatische Entsprechung eines Westerns und besticht optisch mit einem reizvollen Wüstenszenario. Die schleppend erzählte, höhepunktarme Handlung erinnert aber eher an ein Drama. Dafür sind die Handlung, die Charaktere und auch die Dialoge aber deutlich zu flach ausgefallen. Die spärlichen Actioneinlagen sprechen zudem weder Western- noch Easternliebhaber an und sind katastrophal choreographiert. Weiterhin kann der Film auch atmosphärisch sowie hinsichtlich der Figurenzeichnung nicht an die Ausdruckskraft berühmter Westernvorbilder anknüpfen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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87:49 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 1.0 | Mandarin Dolby Digital 1.0 |
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Untertitel:
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Deutsch, Englisch |
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Bonusmaterial:
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Das Duell der Schwertkämpfer
Shuan-qi-zhen daoke
Unausgewogene, höhepunktarme und ziemlich flache Genre-Mixtur aus Western und Drama
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
China, 1991 Regie: He Ping Drehbuch: He Ping, Yang Zhengguang Darsteller: Gao Wei, Zhao Mana, Chang Jiang, Sun Hai Ying, Wang Gang
Label :
Mr. Banker Films Verkaufsstart : 09.01.2009
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