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DVD-Besprechung - Die Kreuzritter-Trilogie

Story:
Die Kreuzritter - The Crusaders
Baron William (Dieter Kirchlechner) kehrt von einem Kreuzzug aus dem heiligen Land zurück, um sich von den Strapazen zu erholen. Doch wirkliche Ruhe ist ihm nicht gegönnt, da er Streit mit dem Fürstenhaus Corrado bekommt. William wird getötet, aber sein Sohn Richard (Johannes Brandrup) kann entkommen und mit seinen Freunden Andrew (Thure Riefenstein) und Peter (Alessandro Gassmann) versucht er sich dem Zugriff von Corrado zu entziehen. Sie schließen sich einem neuen Kreuzzug an mit dem Ziel, Jerusalem von den Sarazenen zu befreien.

Die Kreuzritter 2 - Soldaten Gottes
Rene (Tim Abell) ist Tempelritter und zieht für seinen Glauben in die Schlacht gegen die Moslems. In einer verheerenden Schlacht wird seine Armee fast vollständig abgerieben und er überlebt nur knapp. Er flüchtet in die Wüste, doch ohne ausreichende Verpflegung steht ihm ein grausames Ende bevor. Bevor der Tod ihn ereilt, trifft er auf den undurchsichtigen Hasan (William Mendieta), der ihn vor dem quälenden Hungertod rettet. Als die beiden Männer dann auf die Soldaten Saladins treffen, wird es richtig brenzlig und Hasan wird verletzt. Durch Renes Einsatz können sie entkommen und finden Zuflucht bei einer Witwe (Mapi Galan).

Die Kreuzritter 3 - Die Krone des Königs
Als der ungarische König Istvan im Jahre 1038 stirbt, hinterlässt er seinen Thron und die Position des Monarchen. Von den möglichen Erben bestimmt er den jungen Laszlo (Attila Szarvas) zu seinem Nachfolger und mit großem Eifer übernimmt dieser die Amtsgeschäfte. Doch die Angst um seinen neu gewonnenen Thron und falsche Berater lassen ihn zum Verräter an seinen Mitstreitern Prinz Geza (Pal Oberfrank) und Prinz Salamon (Peter Horkay) werden. Um neue „Freunde“ zu gewinnen, verspricht er anderen Adeligen deren Ländereien und deklariert die gestandenen und kriegserprobten Ritter als Verräter. Die Situation für Laszlo verschärft sich, als seine einstigen Untergebenen sich mit ihren Mannen gegen ihn wenden und sein Thron in Gefahr gerät. Ein blutiger Bruderkrieg bringt eine schicksalsschwere Entscheidung für das junge Königreich Ungarn.

Meinung zum Film:
„Die Kreuzritter 1-3“ ist eine kleine Mogelpackung, wenn der Zuschauer erwartet, dass die drei Teile aufeinander aufbauen oder gar irgendwie miteinander verbandelt sind. Dies ist nicht der Fall, denn so ist z.B. „Die Kreuzritter – The Crusaders“ eine Miniserie, was schon an der Laufzeit von rund 195 Minuten zu sehen ist. Drei eigenständige Filmproduktionen wurden unter der Kreuzritterbezeichnung vereint, sind aber nur durch das Thema Ritter bzw. Kreuzzüge miteinander verwandt. Es stellt sich allerdings die berechtigte Frage, warum bei dem Label MIG nur Teil 1-3 Berücksichtigung gefunden haben, denn im November erschien erst Teil 4 „Die Kreuzritter – Das Gewand Jesu“. Sicherlich ist es legitim, eine eigene Vermarktungsstrategie zu verfolgen, doch dieser „Clou“ geht bei dem informierten Zuschauer und Kunden aber nach hinten los. Wenn die Filme wenigstens echte Kracher wären, dann könnte man verschiedene Veröffentlichungen ja noch halbwegs nachvollziehen, aber nicht bei diesen Produktionen.

„Die Kreuzritter – The Crusaders“ wirkt wie eine realistische Darstellung des Lebens in einer Zeit, in der Religion mit dem Schwert ins Land getragen wurde. Ausführlich wird gezeigt, wie ein Zwist zwischen den Adelshäusern entstehen konnte und wie er blutig gelöst wurde. Bis zu Richards Flucht vor den Corrados vergehen immerhin gut 50 Minuten und erst ab da beginnt die Reise ins gelobte Land, um dort für das Kreuz zu fechten. Auch die durchaus gefahrenvolle Überfahrt mit dem Boot wurde alles andere als knapp inszeniert, um eine detailgetreue Wiedergabe dieser Zeit zu ermöglichen. Das Einzige, was ein wenig stört, ist die Fernsehspiel-Optik. Der Grad der Unterhaltung ist durchschnittlich, auch wenn sich keine echten Längen trotz der langen Laufzeit ergeben. „Die Kreuzritter 2 – Soldaten Gottes“ legt das Hauptaugenmerk weniger auf den Faktor Action durch opulente Schlachtenszenarien, sondern setzt mehr auf Dialoge. Das Drehbuch wurde so angelegt, dass es zu Beginn und zum Ende des Films zwar Massenszenen gibt, doch dazwischen haben die Filmschaffenden eine Menge Philosophie gesetzt. Bei solchen Passagen trennt sich die Spreu vom Weizen und gute Drehbücher vermögen durch die Sinntiefe der Dialoge zu bestechen und den Zuschauer auf Spannung zu halten. In diesem Fall ist dies nicht ganz gelungen und sorgt für Längen. Sicherlich ist der gewählte Ansatz mal etwas anderes, aber wenn sich zwei Weltreligionen sinnierend und argumentierend auseinandersetzen, dann darf es schon anspruchsvoller sein.

Die Kreuzritter 3“ ist aus historischer Sicht nicht ganz korrekt, da sich die Kreuzritter gerade mal in der Entstehung befanden und die Gründung des großen Ordens der Templer noch 100 Jahre auf sich warten ließ. In dem Film geht es weniger um die Kreuzzüge und den Versuch das Morgenland zu erobern, sondern um die Geschichte Ungarns. Die Inszenierung erinnert an ein Drama, welches durch diverse Scharmützel unterbrochen wird. Bei rund zwei Stunden Gesamtlaufzeit ist dies auch notwendig, denn all die Drehungen, Wendungen und Intrigen zehren ein wenig an der Geduld des Zuschauers. Das Schlimme an solchen Szenarien ist aber der Fakt, dass dies eine echte Wiedergabe der Zustände im Mittelalter war. Marodierende Horden überfielen die Landbevölkerung und die verschiedenen Landmannschaften droschen sich im Kampf um die Macht die Schädel ein. Um das Geschehen so realistisch wie möglich zu machen, wurden die Kostüme perfekt auf die damalige Zeit umgesetzt und auch die Kulissen bieten keinen Grund zur Kritik. Alles passt und wirkt sehr authentisch bis hin zu den Waffen.

Digitale Aufarbeitung:
Der erste Teil präsentiert sich mit einem recht aufgeräumt wirkenden Bild, in dem jederzeit alle Details gut erkennbar sind. Der Ton ist ebenfalls in Ordnung, wenn auch ohne Überraschungen. Die Bildqualität des zweiten Teils ist allenfalls mit einem schwachen VHS-Niveau vergleichbar. Vor allem bei Aufnahmen mit viel Farbfläche rauscht es und die Farben beginnen zu flimmern. Der Ton bietet bis auf ein paar gelegentliche musikalische Elemente kaum räumlichen Klang und er bleibt frontlastig. Das Bild des dritten Teiles ist ordentlich gelungen und weist sehr natürliche Farben auf. In einigen Passagen wurden Filter eingesetzt, welche das Bild ein wenig bräunlich aussehen lassen. Das ländliche Flair wird dadurch unterstützt. Ansonsten ist das Bild scharf und der Kontrast ist in Ordnung. Beim Ton gibt es keine Abweichungen nach oben oder nach unten und er befindet sich im soliden Mittelfeld.

Die Extras gibt es nur für „Die Kreuzritter – The Crusaders“. Neben dem englischen und dem deutschen Trailer gibt es ein gut halbstündiges Making Of. Leider gibt es keine Lokalisierung und so liegt dies nur in englischer Sprache vor. Bis auf dieses Manko ist es recht informativ und gewährt Eindrücke vom Dreh. Hinzu kommen noch Texttafeln mit Produktionsnotizen, historischen Hintergrundinformationen und Darstellerinfos, sowie eine sehr kurze Fotogalerie.

Fazit:
Für Fans von Fernsehspiel- und Ritterfilmen wird die Dreierbox "Die Kreuzritter 1-3" vielleicht ein interessantes Beutestück sein. Mainstreamfreunde sollten da besser zu den großen und bekannten Produktionen greifen. Der technische Eindruck ist aufgrund der mauen Bildqualität etwas zwiegespalten. Die Extras sind akzeptabel.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,78:1
1,78:1
Die Kreuzritter 1:
188:24 Minuten

Die Kreuzritter 2:
90:53 Minuten

Die Kreuzritter 3:
116:58 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Historischer Hntergrund
  • Trailer
  • Filmografien
  • Produktionsinfo
  • Slideshow
Die Kreuzritter-Trilogie - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Die Kreuzritter - The Crusaders / Die Kreuzritter 2 - Soldaten Gottes / Die Kreuzritter 3 - Die Krone des Königs
Crociati / Soldier Of God / Sacra Corona

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Mittelprächtge Kompilation zum Thema Kreuzritter


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien / USA / Ungarn, 2001 / 2005 / 2002
Regie:
Dominique Othenin-Girard, William David Hogan, Gabor Koltav
Drehbuch:
Andrea Porporati, Kathryn Kuhlen, Mir Bahmanyar, Istvan Nemeskürty
Darsteller:
Barbara Bobulova, Johannes Brandrup, Alessandro Gassman, Armin Mueller-Stahl, Franco Nero, Uwe Ochsenknecht, Tim Abell, Patrick Bauchau, Scott Cleverdon, Michael Desante, Mapi Galan, Eva Auksz, Laszlo Foldi, Peter Horkay, Szilvia Kiss, Pal Oberfrank

Label Deutschland :
MiG Film
Verkaufsstart Deutschland :
15.01.2009