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DVD-Besprechung - How She Move

Story:
Raya Green (Rutina Wesley) musste ihren Unterricht an einer Privatschule abbrechen, als das Schulgeld, das ihre Eltern für sie immer beglichen haben, nicht mehr gezahlt werden kann. Raya kommt zurück in das Ghetto, in dem sie aufgewachsen ist, und wo ihre Rückkehr nicht bei allen gleich auf große Gegenliebe trifft. Zu zusätzlichen Problemen kommt es als sie versucht, in die Crew von Bishop (Dwain Murphy), einem alten Freund aus Kindheitstagen aufgenommen zu werden, um so beim „Step Monster Battle“ antreten zu können. Der Haken an der Sache ist, dass eigentlich nur männliche Mitglieder in der Crew erlaubt sind.

Meinung zum Film:
Wenn der Musik-Sender MTV einen Film über Dance-Battles produziert, ist das sicherlich nicht das schlechteste Vorzeichen. Denn auch wenn der Musiksender mittlerweile mehr zu einem Reality-TV-Vollprogramm geworden ist, hat es doch noch immer den Puls am Beat der Jugend. Unter der Regie von Ian Iqbal Rashid („Touch of Pink“) und nach einem Drehbuch der noch recht unerfahrenen Annmarie Morais entstand mit „How She Move“ ein von MTV und Paramount Vintage produzierter Film, der im Wesentlichen ohne nennenswerte Änderungen dem üblichen Schema F von üblichen Tanzfilmen folgt. Wie üblich ist der Held / die Heldin in einer Situation, in der er / sie einen Wettbewerb gewinnen muss, um seine / ihre Situation zu verbessern. Zu kämpfen hat er / sie dabei mit der Eifersucht einstiger Freunde und ein unglückliches Ereignis sorgt dafür, dass das harte Training fast bedeutungslos wird. Zwischendurch gibt es so massig Zeit für reichlich Musik und Tanz und natürlich dürfen auch Emotionen bei der ganzen Inszenierung nicht fehlen.

Die Hauptrolle im Film wird gespielt von Rutina Wesley, die damit ihr Spielfilmdebüt hinlegte. Während sie in den Tanzszenen durchaus überzeugen kann, ist die schauspielerischen Darbietung leider ziemlich durchwachsen. Sie kann sich im Grunde nie so richtig als große Sympathieträgerin entwickeln, was unter anderem vor allem an ihrer doch recht starren Mimik liegt. Viel zu selten ist mal ein Lächeln in ihrem Gesicht zu sehen und viel zu selten kommen menschliche, nicht einstudiert wirkende Gesichtszüge zum Vorschein. Der Hauptgrund dafür ist aber sicherlich im wesentlichen beim eindimensionalen Drehbuch zu suchen, das den Akteuren nicht mehr als ein paar oberflächliche Ghetto-Klischees zur Charakterisierung ihrer Figuren zugesteht. Eingebettet sind diese Charaktere in einer reichlich einfallslosem und zähen Rahmenhandlung, die vor allem von naiven Momenten und kitschigen Emotionen geprägt wird.

Es beginnt schon bei der Ausgangslage, dass Rayas arme Eltern ihre Tochter an eine Privatschule schicken, sie anschließend aber wieder davon runter müssen, da ihre Schwester drogensüchtig wurde und das eigentlich für die Schule geplante Geld für den (erfolglosen) Entzug aufgebraucht wird. In der neuen, alten Schule sind dann natürlich fast alle erst einmal ablehnend gegenüber Raya, aber diese Ablehnung ist bald vergessen. Denn während der Zeit in der Fremde hat das helle Köpfchen natürlich coolen Hip-Hop-Steptanz gelernt und dadurch schafft sie es gleich in eine Männer-Crew aufgenommen zu werden, obwohl dies ein klares Taboo ist. Doch auch die coole, böse Obercrew möchte das Mädel in ihren Reihen haben, weswegen es also doch irgendwie nicht so schlimm zu sein scheint, wie anfangs gesagt wurde. Die Mädels-Crew findet es aber natürlich schon schlimm, dass ihre Schwester lieber mit den Jungs rumtanzt, weswegen diese auch erst mal richtig sauer sind. Aber natürlich nur ganz kurz, denn schon bald hat man sich wieder ganz doll lieb. Getanzt und ein wenig gesteppt wird zwischendurch auch immer wieder, nur leider reicht das nicht einmal ansatzweise aus, um den ganzen Mumpitz der Story vergessen zu machen. Der Anspruch an die Geschichte in Tanzfilmen ist sicherlich nicht sonderlich hoch gesteckt, aber selbst diese Minimalanforderung erreicht „How she move“ noch nicht einmal im Ansatz.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild fällt gleich zu Beginn durch sein recht deutlich erkennbares Rauschen auf, das in Verbindung mit dem recht tief gewählten Kontrast einen recht düsteren Eindruck erzeugt. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist gut verständlich, hält sich in Sachen Raumklang aber sehr zurück. Selbst in den Musikszenen kommt nie der Eindruck auf, dass beim Sounddesign sonderlich viel Zeit aufgewendet wurde.

Das erste Feature bei den Extras beschäftigt sich mit den einzelnen Personen im Film. Die Darsteller erzählen hier über ihre Erfahrungen beim dreh und die Charaktere, die sie im Film darstellen. Die größte Erkenntnis für den Zuschauer ist hierbei, dass Hauptdarstellerin Rutina Wesley entgegen dem im Film gewonnenen Eindruck, durchaus über Charisma verfügt. Offensichtlich hat es der Regisseur ihr nur verboten, dieses im Film zum Einsatz zu bringen. Im zweiten Feature geht es dann noch um das Tanztraining, während im dritten Beitrag unter anderem die Autorin, der Regisseur und die Produzentinnen versuchen zu erklären, was die Geschichte besonders auszeichnet. Viel zu retten vermögen sie dabei allerdings leider auch nicht mehr. Abschließend gibt es noch den Trailer zum Film.

Fazit:
„How she move“ bringt das Kunststück fertig, selbst die minimalen Anforderungen eines Tanzfilms hinsichtlich der Geschichte und der Charakterisierung zu verfehlen. Eine alberne, langweilige Story, Charaktere die außer plumpen Ghetto-Klischess nichts zu bieten haben und eine Hauptdarstellerin, die ohne Charisma agieren muss, sorgen dafür, dass es sich selbst Tanzfilmfans besser zweimal überlegen sollten, ob sie sich rund 90 Minuten ihres Lebens von diesem Streifen nehmen lassen möchten.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
1,78:1
1,78:1
87:44 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Türkisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Türkisch
Bonusmaterial:
  • Die Charaktere von "How She Move"
  • "How She Move" von der Probe zum Film
  • "How She Move" ihre Geschichte
  • Kinotrailer
How She Move - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
How She Move
How She Move

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Wenn man denkt, es kann gar nicht mehr schlechter kommt, kommt "How She Move" daher...


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Kanada / USA / Frankreich, 2007
Regie:
Ian Iqbal Rashid
Drehbuch:
Annmarie Morais
Darsteller:
Rutina Wesley, Dwain Murphy, Tracey Armstrong, DeRay Davis, Keyshia Cole, Brennan Gademans, Melanie Nicholls-King

Label Deutschland :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
29.01.2009