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DVD-Besprechung - Brennende Erde

Story:
Ein gewaltiger Blitz, grell wie 1000 Sonnen ... Ein tosender Sturm, mächtig wie ein Orkan ... Ein flammendes Inferno ... Hiroshima, Anfang August 1945: Militärisch besiegt, scheint der Kampfeswille der Japaner noch ungebrochen. An den Schulen dominiert die Erziehung zum Hass, die Bevölkerung steht hinter dem Tenno. Da zünden die Amerikaner die Atombombe.

Meinung zum Film:
Japan, kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs. Der Hass gegen den Feind, die Amerikaner, wird von der Regierung systematisch geschürt. Schon die Kleinsten der Kleinen lernen in der Schule, wie man am effektivsten gegen die Widersacher kämpft und keine Gnade zeigt. Starr werden Parolen wie "Soldaten müssen Helden sein und ihr Leben opfern für den Kaiser. Soldaten müssen immer tapfer und gehorsam sein." auswendig gelernt. Alles geht seinen geordneten Bahnen nach. Noch ahnt niemand, dass dies bereits in Kürze vorbei sein wird - denn nur wenig später fällt die erste Atombombe der USA auf Hiroshima ...

"Brennende Erde" erzählt die Geschichte der unglaublichen Schrecken des Kriegs in einer Art Mosaik und bleibt dadurch ohne durchgängige Handlung. Stattdessen werden verschiedene Storystränge dargestellt, die einzelnen Personen folgen, die unabhängig voneinander die Zeit vor und nach dem Abwurf der Bombe erleben: Der Arzt im Krankenhaus, der sich um die zahllosen Verwundeten kümmern muss; die kleine Arbeiterfamilie auf dem Land; zwei befreundete Schulkinder. Im Mittelpunkt stehen allerdings ein deutscher Priester sowie zwei amerikanische Soldaten. Pater Siemes (Max von Sydow) ist ein ruppiger, unfreundlicher Mann Gottes, der schnell ungeduldig wird und seinen beiden japanischen Mitarbeitern gerne mal einen auf den Deckel gibt, wenn diese mal wieder ihre lateinischen Gebete nicht gelernt haben. Er hält sich streng an die Vorschriften der katholischen Kirche und als eine Frau ihn um den Segen für ihren im Krieg gefallenen Mann bittet, lehnt er ab, da dieser nicht Katholik war. Doch durch den Fall der Bombe ändert sich seine Einstellung. Das unvorstellbare Grauen lässt den Pater erkennen, dass vor Gott letztlich doch alle gleich sind. Hingebungsvoll kümmert er sich in der Kirche um zwei kleine Kinder, die verletzt wurden und auf der Suche nach ihren Eltern sind ... Die beiden amerikanischen Soldaten wiederum erleben ihre ganz eigene Geschichte. Eigentlich sollen sie Anti-Japan-Flugblätter abwerfen, doch nach Erledigung ihres Auftrags wird ihr Flugzeug angegriffen. Sie müssen abspringen und werden nach ihrer Landung von den japanischen Truppen gefangen genommen. Im Gefängnis erleben sie den Einschlag der Atombombe mit und kämpfen sich danach durchs zerstörte Land. Auch bei ihnen kommt es zu einer Entwicklung: Als ein japanischer Offizier sie davor bewahrt, von Dorfbewohnern gesteinigt zu werden, und ihnen danach im Hellen die Ausmaße der Zerstörung zeigt, wird für sie klar, dass es "Gut" und "Böse" gar nicht gibt und ihr einziger Feind der Krieg ist.

Insgesamt bietet der Fernsehfilm durchaus gelungene Ansätze, doch leider schafft er es - wie so viele TV-Produktionen - letztlich nicht, über durchschnittliches Niveau zu kommen. Das liegt vor allem am allzu übertrieben klischeehaften Drehbuch. "Brennende Erde" versucht, den wahren Horror des Atombombeneinschlags darzustellen, doch scheitert an dieser Aufgabe. Die "Läuterung" der im Mittelpunkt stehenden Figuren mag nicht zwingend unrealistisch sein, ist aber leider viel zu melodramatisch übertrieben inszeniert. Der unwirsche Priester, der plötzlich zum gemütlichen Opa wird, der seinen "Pflegeenkeln" eine Variante von Hänsel und Gretel mit japanischen Namen erzählt, ist schon kitschig genug, aber für die Soldaten wurde leider noch tiefer in die Klischeekiste gegriffen. "Draufgängerischer Jungspund will unbedingt in den Krieg und muss schnell feststellen, dass das doch nicht so toll ist" haben wir schon unzählige Male gesehen und diese fast schon peinliche Standardformel hätte in einem Film, der den Schrecken des Kriegs in den Vordergrund stellen und verdeutlichen will, wirklich nicht sein müssen. Natürlich muss man beim Fernsehen mit Einschränkungen leben, weswegen es auch zu verschmerzen ist, dass das Make-up ziemlich billig aussieht. Doch ein derart ernstes Thema mit solchen nahezu soapmäßig anmutenden Elementen zu verwässern, ist selbst für einen TV-Film inakzeptabel. Mit einem besseren Drehbuch hätte sich hier deutlich mehr herausholen lassen.

Digitale Aufarbeitung:
Der Vollbildtransfer der TV-Produktion liegt auf einem - dem Alter entsprechenden - ordentlichen Niveau. Das Bild lässt ab und zu einige Verschmutzungen erkennen und zeigt Kompressionsschlieren in einfarbigen Flächen, wirkt aber ansonsten insgesamt recht sauber. Die Schärfe ist bei Weitem nicht ideal, aber deutlich besser als bei zahlreichen anderen TV-Serien und -Filmen aus dieser Zeit. Die Farben wirken über weite Strecken natürlich, sind allerdings in einigen Einstellungen deutlich übersättigt, was sich u.a. an extrem orangefarbenen Gesichtern zeigt. Auch der Kontrast könnte gelegentlich etwas besser sein, da sich gerade in dunklen Szenen oft nur noch eine große schwarze Masse erkennen lässt. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch in Stereo vor und bietet akzeptable TV-Qualität der 1990er Jahre. Die Dialoge sind jederzeit klar verständlich, besonders bei der deutschen Synchronisation fällt allerdings auf, dass diese - wie früher so oft - ziemlich "draufgeklatscht" wirkt und dadurch die sowieso schon spärlichen Umgebungsgeräusche des Öfteren unter sich erstickt, was der Natürlichkeit des Klangs nicht gerade förderlich ist.

Bonusmaterial liegt nicht vor.

Fazit:
"Brennende Erde" ist ein TV-Film, der verschiedene Menschen dabei zeigt, wie sie den Einschlag der Atombombe in Hiroshima erleben. Leider schafft es der Streifen jedoch nicht, seine Absicht - die Darstellung des "realen" Schreckens - wirklich überzeugend darzustellen, da beim Drehbuch auf allzu übertrieben klischeehafte Melodrama-Standardmittel zurückgegriffen wurde. Aus technischer Sicht leistet sich die DVD keine allzu groben Schnitzer, Bonusmaterial ist allerdings nicht vorhanden.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,33:1
1,33:1
94:49 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine Untertitel vorhanden.
Bonusmaterial:
  • -
Brennende Erde - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Brennende Erde
Hiroshima: Out of the Ashes

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Ein Drama mit guten Ansätzen, das aber leider auf allzu ausgelutschte Klischees zurückgreift


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1990
Regie:
Peter Werner
Drehbuch:
John McGreevey
Darsteller:
Max von Sydow, Judd Nelson, Mako, Tamlyn Tomita, Stan Egi

Label Deutschland :
MiG Film
Verkaufsstart Deutschland :
15.01.2009