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DVD-Besprechung - Times Square

Story:
Die 14-jährige Pamela (Trini Alvarado), Tochter des New Yorker Politikers Pearl (Peter Coffield), und ihre gleichaltrige Freundin Nicky (Robin Johnson) schlagen sich durch den Big Apple. Rockmusik und Aggressivität bestimmen ihr Leben. Sie stellen sich gegen das Establishment und finden Bestätigung durch die Sendungen des Radio-DJ Johnny (Tim Curry).

Meinung zum Film:
Nicky und Pamela, zwei Mädchen im Teenager-Alter könnten unterschiedlicher nicht sein. Während Nicky (Robin Johnson) ruppig, wild und eine Ausreißerin ist, die oft auf der Straße lebt und weiß, wie sie sich im Großstadtdschungel durchschlagen muss, stellt Pamela (Trini Alvarado) das genaue Gegenteil von ihr dar. Schüchtern und zurückhaltend lebt sie als verwöhnte Tochter des reichen Politikers Pearl (Peter Coffield). Doch eine Sache haben die ungleichen Jugendlichen gemeinsam: Beide befinden sich momentan in der psychiatrischen Abteilung eines New Yorker Krankenhauses. Als sich die Mädchen miteinander anfreunden, ist der Ausbruch schnell beschlossene Sache.

Ein verlassenes Lagerhaus dient als Unterschlupf, die beiden fangen an, den Times Square unsicher zu machen und Pamela organisiert sich einen Job als Tänzerin in einem Stripclub. Ihr Vater findet es natürlich wenig erbaulich, dass die 14-jährige Tochter verschwunden ist und schiebt die Schuld auf Nicky, von der er annimmt, sie habe sein kleines Mädchen aus der Heilanstalt entführt. Um die Tatsachen klarzustellen, wenden sich die Teens an den Radio-DJ Johnny LaGuardia (Tim Curry), der in seiner beliebten Show die Geschichte der beiden erzählt. Das macht sie zu einer Art "Stars aus der Nachbarschaft" (ja, damals ging das wohl noch ohne YouTube ...) und sie gründen das Duo "Sleaze Sisters", das etwas in Richtung Punk-Comedy aufführt. Regelmäßig treten sie in der Show von LaGuardia auf und werden dafür bekannt, gerne mal Fernseher irgendwo runterzuschmeißen. Als es schließlich zu einem Konzert auf dem Times Square kommen soll, sind nicht nur die zahlreichen Fans zur Stelle ... auch die Polizei ist bereit zum Einsatz.

"Times Square" ist kein Musical im direkten Sinn, hat aber einen hervorragenden Soundtrack, der den Geist des Musikstils der späten 1970er Jahre einfängt. Neben Songs von Patti Smith, Lou Reed und den Talking Heads hört man unter anderem XTC, The Pretenders und Roxy Music. Wenn der Film eins mit Musicals gemeinsam hat, ist es aber der doch sehr unrealistische Ansatz. Es darf bezweifelt werden, ob zwei 14-jährige Mädchen sich wirklich allein durch New York schlagen und - gerade in der damaligen Zeit - auch nur einen Tag auf der 42. Straße überleben könnten. Zumal es auch relativ unwahrscheinlich ist, dass das gesamte New Yorker Polizeichorps unfähig bleibt, die beiden Mädchen aufzuspüren. Insgesamt bietet "Times Square" einige gute Ansätze und die Darsteller schaffen es durchaus, ihren Charakteren Leben einzuhauchen. Das Problem ist allerdings, dass das Drehbuch einfach zu wenig hergibt und die Ausarbeitung der Figuren nur ansatzweise erfolgt. Im Mittelpunkt steht klar die Musik - wodurch der Film noch eine Tatsache mit typischen Musicals gemeinsam hat. Wenn man sich darauf einlässt und auch noch die Musik mag, kann das durchaus Spaß machen. Ein erzählerisches Meisterwerk darf man allerdings nicht erwarten.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild von "Times Square" bietet keine schlechte, aber auch keine überragende Qualität. Neben der starken Filmkörnung, die den Transfer extrem rauschig wirken lässt, fällt vor allem der gelegentlich zu steile Kontrast auf. Die allgemeine Farbgebung wirkt jedoch natürlich und auch die Schärfe liegt über weite Strecken im guten Bereich. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch vor. Die deutsche Synchronisation bekommt man in zwei alternativen Mono-Fassungen geboten, die sich allerdings nicht großartig voneinander unterscheiden. Beide haben mit teilweise unverständlichen Dialogen zu kämpfen, da alles sehr dumpf und eingeengt klingt und offensichtlich zu leise abgemischt wurde. Die Stereo-Fassung, in der der Originalton präsentiert wird, klingt da schon deutlich angenehmer, wobei auch dort nicht immer alles ideal zu verstehen ist.

Als Bonusmaterial gibt es den Trailer zum Film sowie einen Audiokommentar von Regisseur Allan Moyle und Darstellerin Robin Johnson, bei dem der Zuschauer einige interessante Hintergründe über die Entstehung erfährt.


Fazit:
"Time Square" wartet mit überzeugenden Darstellern auf, leidet jedoch am relativ schwachen Drehbuch. Im Mittelpunkt des Films steht nun mal die Musik der späten 1970er - und wenn man sich darauf einlassen kann, weiß der Streifen durchaus zu unterhalten. Die DVD bietet ordentliche Bildqualität und einen ganz netten Audiokommentar, aber leider auch eine unbrauchbare deutsche Tonspur, die oftmals zu unverständlich ist.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,85:1
1,85:1
106:15 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine Untertitel vorhanden.
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Audiokommentar
Times Square - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Times Square
Times Square

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Musikalisches Abenteuer zweier Ausreißer in New York


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1980
Regie:
Allan Moyle
Drehbuch:
Jacob Brackman
Darsteller:
Tim Curry, Trini Alvarado, Robin Johnson, Peter Coffield, Anna Maria Horsford

Label Deutschland :
MiG Film
Verkaufsstart Deutschland :
15.01.2009