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DVD-Besprechung - Shaka Zulu - Die komplette Serie
Story:
Im Jahr 1823 befindet sich der Zulukönig Shaka (Henry Cele) auf dem Höhepunkt seiner Macht und verfügt über eine gewaltige Anzahl von Kriegern. Die englischen Kolonialherren, und besonders Gouverneur Lord Charles Somerset (Trevor Howard) in Kapstadt, sind äußerst beunruhigt, da die englische Militärpräsenz in Südafrika dieser Bedrohung bei weitem nicht gewachsen ist. Für ein Entsatzheer fehlen jedoch aufgrund von Sparzwängen im Haushalt die Mittel. Deshalb wird eine kleine Expedition unter Leitung des Marineoffiziers Lieutenant Francis Farewell (Edward Fox) ausgesandt, um Shaka auszukundschaften und möglicherweise ein Bündnis mit ihm auszuhandeln.
Meinung zum Film:
"Shaka Zulu" entstand im Jahr 1986 als internationale Koproduktion und 10-teilige Mini-Serie, an der unter anderem das ZDF beteiligt war an Originalschauplätzen in Südafrika. Diese Entscheidung löste jedoch internationale Kritik aus, da Südafrika zu dieser Zeit noch von der Apartheid bestimmt wurde, weshalb das Land international isoliert war. Hinsichtlich des Endprodukts waren die Vorbehalte allerdings unbegründet. Joshua Sinclairs ("Lili Marleen") Drehbuch basiert auf mündlichen Überlieferungen des Stammes der Zulu und erzählt die Geschichte dieses Volkes aus "schwarzafrikanischer" Perspektive. Der Film selbst wurde dann auch vom amtierenden König der Zulu unterstützt und die Rollen im Film wurden dementsprechend authentisch mit Angehörigen des Zulu-Volkes besetzt. Im Mittelpunkt der Serie steht der Häuptling Shaka, eine historisch verbürgte Persönlichkeit, unter dessen Herrschaft sich das Volk der Zulu auf rasante Art und Weise weiterentwickelte. Dargestellt wird Shaka von Henry Cele ("Der Letzte Samurai"), der seine Karriere als Profitorhüter im Fußball begann und die Rolle des Shaka bereits zuvor in einem Bühnenstück verkörperte. Im Jahr 2001 kehrte er in "Der Krieger - Shaka Zulu" in dieser Rolle auf die Leinwand zurück. Verstärkt wurde dieses "native Ensemble" zudem mit einigen internationalen Stars, wie Edward Fox ("Der Schakal"), Christopher Lee ("Schloss des Grauens"), der allerdings nur in der ersten Folge kurz zu sehen ist, oder Robert Powell ("Asylum - Irrgarten des Schreckens").
Die Mini-Serie "Shaka Zulu" umfasst zehn Folgen, deren Laufzeiten zwischen 41 und 47 Minuten schwanken. Die ersten beiden Episoden werden vornehmlich aus der Perspektive der Kolonialherren bzw. aus der Sicht der Expeditionsteilnehmer erzählt und schildern die ersten Begegnungen mit dem König der Zulu. Shaka rückt in deren Verlauf immer stärker in den Mittelpunkt und entpuppt sich nicht nur als furchtloser, unberechenbarer Krieger, sondern auch als gerissen und intelligent. Überhaupt erfolgt die Darstellung der vorkommenden Charaktere, nicht nur von Shaka, äußerst differenziert. Dadurch werden Klischees und Stereotypen wie der "edle Wilde", "der Barbar" oder auch der "skrupellose Kolonialist" geschickt umgangen und tragen zu einer großen Glaubwürdigkeit der Figuren, mit Ecken und Kanten, bei. Ab der dritten Episode konzentriert sich die Serie in einer Art Rückblick verstärkt auf die Prophezeiungen bzw. mündlichen Überlieferungen der Zulu. Der Expeditionsteilnehmer Dr. Henry Fynn (Robert Powell) fungiert hier als eine Art Chronist und Erzähler aus dem Off. Diese Rückblenden beleuchten die komplette Geschichte und Sozialisation von König Shaka und seiner Mutter Nandi (Dudu Mkhize). Erst mit der siebten Folge endet diese Rückblende und die Serie kehrt in die Gegenwart des Jahres 1823 zurück.
Dramaturgisch erscheint dieser Aufbau jedoch unnötig und stellt einen gewissen inhaltlichen Bruch dar. Es hätte eigentlich nichts gegen einen linearen Aufbau der Serie gesprochen, bei der die Geschichte von Shaka der Expedition vorangestellt worden wäre. Das ist zusammen mit der doch für heutige Verhältnisse sehr trägen Erzählweise auch schon der Hauptkritikpunkt an dieser historischen Abenteuerserie. Eine der großen Stärken der Serie ist aber sicherlich die ausführliche Darstellung traditioneller Riten und Bräuche der Zulu, z.B. in Form von Hochzeits- oder Beerdigungszeremonien. Dieser "folkloristische" Teil dürfte allerdings so manchem Zuschauer im Verlauf der Serie doch etwas zuviel Platz einnehmen und bremst ein wenig die Handlung aus. Die Serie bemüht sich jedoch stets um Authentizität, bietet interessante kulturelle Einblicke, eindrucksvolle Landschaftsaufnahmen und dokumentiert auf eindringliche Art und Weise den Zusammenstoß zweier völlig fremder Kulturen auf Augenhöhe. Gerade diese ernsthafte Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Denkmustern der beiden Kulturen ermöglicht es dabei auch dem Zuschauer selbst sich den Spiegel vorzuhalten.
Digitale Aufarbeitung:
"Shaka Zulu" wird auf 3 DVDs im Digipak mit ansprechendem Schuber ausgeliefert. Die Serie hat bereits 23 Jahre auf dem Buckel, was man ihr auch durchaus ansehen kann. Die Schärfe ist gewissen Schwankungen unterworfen. Während sie bei Außenaufnahmen durchaus gefällig erscheint, treten innerhalb von Gebäuden deutliche Schwächen zu Tage. Überhaupt weist die Vorlage einige Verschmutzungen und kleinere Beschädigungen auf. Das Bild wird zudem von einem stärkeren Rauschen begleitet. Auch die Farben wirken ein wenig blass, was auch in den nicht immer optimalen Kontrastwerten begründet liegt. Bei der hochwertig synchronisierten deutschen Tonspur gibt es allerdings nichts zu meckern, strömt sie doch glasklar aus den Lautsprechern und offeriert dabei eine druckvolle Musikuntermalung.
Das Bonusmaterial besteht lediglich aus einem kurzen, deutsch untertitelten Interview mit Regisseur William C. Faure und Hauptdarstellerin Dudu Mkhize (10:55). In diesem nicht sonderlich tiefgründigen Feature gibt es vor allem Informationen zur Motivation des Regisseurs, zum Drehort sowie eine Stellungnahme zu den internationalen Vorbehalten gegenüber dieser Produktion.
Fazit:
"Shaka Zulu" ist eine etwas altmodisch inszenierte, handwerklich hochwertige, historische Abenteuerserie, die sich mit viel Authentizität und kulturellem Fingerspitzengefühl eindringlich mit dem "Schwarzen Kontinent" auseinandersetzt. Technisch ist diese Veröffentlichung sicherlich kein Highlight, jedoch ist die Präsentation insgesamt, trotz des knappen Bonusmaterials, durchaus zufriedenstellend ausgefallen. Ein Fragezeichen verbleibt lediglich im Hinblick auf ein paar kurze Sequenzen, die den Eindruck erwecken, als wären hier kleine "Gewaltschnitte" vorgenommen worden.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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10 Folgen à ca. 41-47 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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- Interview mit Regisseur William C. Faure und Hauptdarstellerin Dudu Mkhize
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Shaka Zulu
Shaka Zulu
Eine aufwendige, authentisch wirkende, historische Abenteuerserie, vornehmlich aus der Perspektive der afrikanischen Ureinwohner
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Australien / Deutschland / Italien / Südafrika / USA, 1986 Regie: William C. Faure Drehbuch: Joshua Sinclair Darsteller: Henry Cele, Edward Fox, Dudu Mkhize, Robert Powell, Trevor Howard, Christopher Lee
Label :
Polyband
Verkaufsstart : 30.01.2009
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