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DVD-Besprechung - Der letzte Countdown (CE)

Story:
Der Flugzeugträger USS Nimitz unter der Leitung von Captain Matthew Yelland (Kirk Douglas) gerät in einen Zeitstrudel und wird ins Jahre 1941 zurückversetzt. Wie jeder auf dem Schiff weiß, stehen die Angriffe der Japaner auf Pearl Harbor kurz bevor und es stellt sich die Frage, ob zu Gunsten der Amerikaner in die Geschichte eingegriffen werden soll. Große Bedenken gibt es vor allem deswegen, da keiner weiß, welche Konsequenzen ein Ändern der Geschichte für die eigentliche Gegenwart hätte.

Meinung zum Film:
Mit „Der letzte Countdown“ hat Regisseur Don Taylor („Damien: Omen II“) 1980 einen äußerst interessanten Zeitreise-Film gedreht. Wo viele andere Vertreter der Zunft immer wieder an der Logik scheitern, hält sich der Taylors Beitrag recht tapfer und sorgt nicht durch ständig unausgegorene Ideen für Kopf schütteln. Geprägt wird er dabei vor allem durch die Diskussionen um ein Eingreifen der USS Nimitz in die Geschichte zwischen Captain Matthew Yelland und dem Analysten Warren Lasky, der sich nur zufällig ebenfalls an Bord befindet. Während der Mann von der Navy immer wieder auf seine Verpflichtung gegenüber seinem Land verweist, egal wer der oberste Befehlshaber ist, versucht der Theoretiker immer wieder auf theoretisch mögliche Gefahren hinzuweisen, die durch einen Eingriff in die Vergangenheit, in der für sie bekannten Gegenwart zu massiven Veränderungen führen können - bis hin zur totalen Auslöschung ihres eigenen Lebens. Die Diskussionen, die zwischen beiden Männern entstehen sind sehr interessant zu verfolgen, vor allem weil beide aus ihrer Sicht verständliche Standpunkte dabei vertreten und es nicht leicht ist zu sagen, wer letzten Endes von beiden Recht hat. Die finale Entscheidung des Captains, wie in der Situation gehandelt wird, ist dann für manch einen vielleicht enttäuschend, doch der Qualität des Filmes äußerst dienlich.

Eine gute Entscheidung der Filmemacher war es sicherlich, das Phänomen des Zeitstrudels nicht weiter zu erklären oder wilde Theorien darüber aufzustellen. Nachdem die Tatsache, dass man sich im Jahre 1941 befindet durch die Besatzung anerkannt wurde, wird nicht weiter versucht sich mit dem Warum zu beschäftigen, sondern nur noch der Frage nachgegangen, wie man mit der historischen Möglichkeit weiter verfährt. Die Fahrt durch den Zeitstrudel wurde von Maurice Binder umgesetzt, der vor allem durch seine Titelsequenzen für die James-Bond-Filme unsterblich wurde. Die Ähnlichkeit in der Inszenierung zwischen Zeitreise und Titelsequenzen ist unschwer zu erkennen. So bewegen sich die bekannten, schattenhaften Schemen bei der Fahrt in den Strudel vor einem projizierten Farbmuster, was aus heutiger Sicht sicherlich ein wenig gewöhnungsbedürftig aussehen mag, künstlerisch aber effektiv herüber kommt. Größere Effekte sollte man ansonsten aber nicht erwarten, da der Film weniger auf Action, sondern viel mehr auf den Gewissenkonflikt setzt. Aber nicht zuletzt die Szenen von den startenden und landenden Flugzeugen sorgen für imposante Bilder, die dafür sorgen, dass die Präsentation des Filmes nicht zu trocken gerät.

Die Besetzung des Films kann sich sehen lassen. Kirk Douglas („Spartacus“) spielt den pflichtbewussten Oberbefehlshaber auf dem Schiff, der den Eid seinem Land zu dienen und es zu verteidigen glaubhaft herüber bringt. Ihm gegenüber in der Diskussion steht vor allem Martin Sheen („Apocalypse Now“), der selbst nicht so recht weiß, was die richtige Entscheidung ist, generell aber erst einmal die Gefahren bei einem Eingreifen in die Geschichte sieht und versucht davor zu warnen. „SuperFly“ Ron O'Neal spielt routiniert seine Rolle als Commander des Schiffes, während James Farentino („Denver Clan“) zum einen als Oberstleutnant für die Flugzeuge auf dem Schiff verantwortlich ist, zum anderen aber auch zusammen mit Katharine Ross („Die Frauen von Stepford“) für ein wenig Romantik sorgt. Charles Durning („Der Tod eines Handlungsreisenden“) hat als Senator Samuel Chapman eine ganz besondere Schlüsselrolle im Film, dessen Schicksal zu einem großen Teil zum Gelingen des Skriptes beiträgt. Lloyd Kaufman, der heute vor allem wegen seiner Produktionsfirma „Troma“ eine feste Größe im Horror-Trash-Bereich ist, fungierte beim Film nicht nur als ausführender Produzent, sondern ist auch als Lieutenant Commander Kaufmann zu sehen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der DVD macht einen überwiegend guten Eindruck. Die Schärfe ist gut, die Farben sind klar und Störungen sind nicht auszumachen. Lediglich in einigen Einstellungen lässt die Schärfe in den Rändern nach (z.B. bei 1:04:30), wodurch ein leicht verwaschener Eindruck in den Randbereichen entsteht.Das Filmvergnügen wird dadurch aber keinesfalls geschmälert. Der deutsche Ton ist zu Beginn teils ein wenig leise, fängt sich dann aber und ist durchweg klar zu verstehen. In den ruhigeren Passagen ist zwar Hintergrundrauschen zu hören, doch ist dies immer noch besser ist als eine durch Rauschfilter um seine Spitzentöne beraubte Tonspur. Die Effektkanäle der deutschen Dolby-Digital-5.1-Spur kommen vor allem beim Starten der Flugzeuge zum Einsatz.

Auf der Film-DVD gibt es einige kleinere Extras wie den Trailer, Teaser und Texttafeln zu ausgewählten Darstellern. Als weiterer Bonus liegt noch eine Extra-DVD bei, auf der eine Dokumentation zu Flugzeugträgern zu finden ist. In dieser interessanten, deutschsprachigen Doku mit zeitgenössischen Filmaufnahmen geht es um die Bedeutung der Aircraft Carrier im 2. Weltkrieg, und es wird unter anderem von der Schlacht um Midway und dem Angriff auf Pearl Harbor berichtet.

Fazit:
„Der letzte Countdown“ versteht es vor allem durch seinen Umgang mit der Zeitreise-Thematik zu gefallen. Imposante Bilder vom Flugzeugträger, gute Darsteller und eine Geschichte ohne Längen und einer guten Dramatik sorgen dafür, dass der Film zu einem kurzweiligen Vergnügen wird, ohne dabei groß auf Actioneinlagen zurückgreifen zu müssen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
98:23 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte
Bonusmaterial:
  • Dokumentation "Aircraft Carrier - Flugzeugträger im 2. Weltkrieg"
  • Trailer, Teaser und TV-Spots
  • Darstellerinformationen
  • Bildergalerie
Der letzte Countdown (CE) - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Der letzte Countdown
The Final Countdown

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Eine durchweg interessante Zeitreise, ohne große logische Unzulänglichkeiten


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1980
Regie:
Don Taylor
Drehbuch:
David Ambrose, Gerry Davis, Thomas Hunter, Peter Powell
Darsteller:
Kirk Douglas, Martin Sheen, Katharine Ross, James Farentino, Ron O'Neal, Charles Durning, Soon-Tek Oh, Victor Mohica, James C. Lawrence, Dan Fitzgerald, Lloyd Kaufman

Label Deutschland :
e-m-s
Verkaufsstart Deutschland :
30.01.2009