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DVD-Besprechung - WWE - Hell in a cell

Story:
Wenn über den Wrestling-Ring ein geschlossener Stahlkäfig herab gelassen wird, ist die Zeit für ein „Hell in a cell“-Match gekommen. Fluchtmöglichkeiten gibt es nur bedingt aus dem Stahlkäfig und eines ist sicher – für zarte Gemüter ist diese Form der Ringaction nicht geeignet.

Meinung zum Film:
Am 5. Oktober 1997 standen sich der Undertaker und Shawn Michaels im ersten „Hell in a cell“-Match der WWE-Geschichte gegenüber. Es war in der „In your House“-Show „Bad Blood“, wo sich die beiden Superstars in einer blutigen Auseinandersetzung alles abverlangten und den Fans ein bis dahin noch nicht gekanntes Spektakel boten. Hardcore-Legende Mick Foley, der selbst einer der ganz großen Spezialisten für diese Match-Form war, führt auf dem 3-DVD-Set „Hell in a cell“ durch 10 Jahre Kampfgeschichte und glänzt in der Einleitung zu den Kämpfen mit einigen interessanten Fakten. So erzählt er davon, wie er vor seinem Kampf als Mankind gegen den Undertaker beim „King of the Ring“ 1998 mit seinem langjährigen Wegbegleiter Terry Funk darüber nachdachte, wie er das anstehende Match zu etwas ganz Besonderem machen könnte. Funk meinte daraufhin trocken „Du musst auf dem Käfig beginnen“. Foley nahm dies anfangs nicht sonderlich ernst und lachte erst einmal. Doch Funk meinte dies durchaus ernst und zusammen überlegte man dann weiter, wie sich aus dieser Ausgangsposition ein Kampf entwickeln könnte, über den man noch lange reden werde. Eine offensichtlich sehr fruchtbare Diskussion, die der Mühen Wert war, denn das „Hell in a Cell“-Match vom 98-er „King of the Ring“ gehört noch heute zu den außergewöhnlichsten.

Noch heute wird Mich Foley auf dieses Match angesprochen. Er erzählt in der Einleitung zu dem Kampf davon, dass wenn immer er irgendwo zu einer Diskussionsrunde mit Fans anwesend ist und es zur offenen Fragen-Runde kommt, gleich einige Hände hoch gehen. Wenn er dann sagt „Ach ja, übrigens, der Sturz vom Käfig hat richtig weh getan“, gehen die meisten Hände dann schon wieder runter. Gemeint ist dabei sein Fall vom Käfigrand, rund 5 Meter in die Tiefe, mitten auf ein Kommentatorenpult. Nach dem Sturz sollte Foley eigentlich auf einer Bahre aus der Halle gefahren werden. Doch der Kampf ging jetzt erst richtig los, und kurz später wurde er noch einmal mittels Chokeslam rund 4 Meter tief durch das Zellendach auf den harten Ringboden geworfen. Über dieses Match gibt es einige Mythen und Legenden und es finden sich immer wieder anders lautende Berichte darüber, was davon geplant und was Unfall war. Foley hat zweimal das Bewusstsein während des Kampfes verloren und zudem auch noch zwei Backenzähne. Am Ende kamen noch unzählige Reißzwecken zum Einsatz, die Quasi die Kirsche auf dem Sahnehäubchen darstellten. Im Nachhinein betrachtet gab es nur noch ein Match, das ähnlich mitreißend und spektakulär ausfiel. Erneut war es Mick Foley, der einer der beiden Kontrahenten war. Dieses mal kämpfte er unter seinem Ringnamen Cactus Jack beim 2000er „No Way Out“ gegen Triple H und erneut gab es einige spektakuläre Sprünge und zudem noch den vor allem bei Triple H üblichen Einsatz von Waffen. Der Beginn dieses Matches war für Foley’sche Verhältnisse sehr emotional, da dieses als Endpunkt seiner aktiven Ringkarriere geplant war. Die vielen harten Stunts hatten ihn gezeichnet und seine Frau drängte ihn schon seit langem dazu, nicht mehr aktiv in den Ring zu steigen.

Doch auch wenn Mick Foley die „Hell in a cell“-Matches nachhaltig prägte, waren auch andere erstklassige Fights in der Geschichte zu sehen, die allesamt auf den DVDs verteilt wurden. Im Grunde fehlen nur 2 eher unspektakuläre Fights, die wahrscheinlich aber kaum jemand vermissen wird. Zu den außergewöhnlichen Ereignissen, die zu sehen sind, zählt sicherlich auch das Match, das beim „Armageddon“ im Jahre 2000 ausgetragen wurde. Mit Triple H, dem Undertaker, Kurt Angle, Stone Cold Steve Austin, The Rock und Rikishi stand alles im Ring, was seinerzeit Rang und Namen hatte. Wenn es um die technische Seite des Wrestling geht, ist es sicherlich gleich das erste „Hell in a Cell“-Match, das in diesem Punkt am meisten zu überzeugen weiß. Nicht zuletzt dank der artistischen Fähigkeiten von Shawn Michaels und der Ringpräsenz des Undertakers. Etwas ruhiger zu geht es bei den beiden in RAW-Shows geführten Matches und auch der Kampf zwischen dem Undertaker und dem Bossman bei WrestleMania XV kann nur bedingt überzeugen. Das Aufeinandertreffen von Triple H und Kevin Nash beim „Bad Blood“ aus dem Jahre 2003 ist analog zu der vorhergehenden Storyline nicht unbedingt schlecht, aber irgendwo fehlt ihm etwas besonderes, das ihn auszeichnet. Selbst der Auftritt von Mick Foley als Ringrichter kann hier nicht darüber hinwegtäuschen, dass es zwischen Triple H und Kevin Nash im Ring nicht so richtig funkt. Richtige Ausfälle gibt es bei den 14 Kämpfen allerdings nicht und Wrestling-Freunden kann das Set nur wärmstens ans Herz gelegt werden.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der drei DVDs kommt in der üblichen WWE-DVD-Qualität daher. Es gibt die gewohnte Blockbildung und teils auch Nachzieheffekte durch die Kompression zu sehen, was aber nicht weiter störend ist. Auf Günter Zapf und Carsten Schäfer muss bei dieser DVD verzichtet werden, es liegt lediglich eine Tonspur mit den englischen Kommentatoren, ohne Untertitel vor. Alternativ kann auch den französischen Kommentatoren zugehört werden.

Extras gibt es keine.

Fazit:
„Hell in a cell“ ist für vor allem für Hardcore-Wrestling-Fans ein unverzichtbares Must-Have. Auf insgesamt 3 DVDs befinden sich hier alle wichtigen WWE-Matches dieser Art von 1998 bis 2007, lediglich 2 eher unbedeutende Kämpfe fehlen. Bei über 8 Stunden fast durchweg überzeugender Ringaction ist dies aber sicherlich kein Problem.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,33:1
1,33:1
496:27 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Französisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Französisch
Bonusmaterial:
  • -
WWE - Hell in a cell - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Hell in a Cell
Hell in a Cell

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Nur die richtig Harten kommen in den Käfig


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2008
Regie:
-
Drehbuch:
-
Darsteller:
Mick Foley, Undertaker, Shawn Michaels, Stone Cold Steve Austin, Mankind, Kane, Cactus Jack, Triple H, Kurt Angle, Rikishi, The Rock, Chris Jericho, Brock Lesnar, Kevin Nash, Batista, Randy Orton, Vince McMahon, Shane McMahon, Big Show

Label Deutschland :
SilverVision
Verkaufsstart Deutschland :
04.12.2008