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DVD-Besprechung - Oxford Murders
Story:
Den Amerikaner Martin (Elijah Wood) zieht es nach Oxford, wo er mit dem angesehenen Mathematiker Professor Arthur Seldon (John Hurt) als seinen Mentor studieren möchte. Doch schon bald muss er erkennen, dass Seldon ein gefühlloser Zyniker ist, der keinerlei Interesse daran hat, ihn bei seinem Studium zu unterstützen. Als Martins Vermieterin jedoch ermordet wird und er zufällig zusammen mit Seldon ihre Leiche entdeckt, begeben sich die zwei zusammen auf die Suche nach dem Killer. Dieser begeht weitere Morde und hinterlässt dabei immer einen Teil eines mathematischen Codes, den die Jäger unbedingt entschlüsseln möchten.
Meinung zum Film:
„Oxford Murders“-Regisseur Álex de la Iglesia gehört zu den einflussreichsten Filmemachern in Spanien. Den Durchbruch schaffte er mit dem überdrehten Actionfilm „Perdita Durango“ und sorgte zuletzt als Mit-Initiator der spanischen Horrorreihe „Películas para no dormir“ für gruselige Spannung und steuerte mit „The Baby’s Room“ selbst auch einen Beitrag dazu bei. Mit „Oxford Murders“ verfilmte de la Iglesia einen Roman von Guillermo Martinez, zu dem er zusammen mit seinem langjährigen Weggefährten Jorge Guerricaechevarría („Das Kovak Labyrinth“) auch das Drehbuch verfasste. Bei der Besetzung griff er dieses mal neben der Spanierin Leonor Watling („The Baby's Room“) vor allem auf international bekannte Gesichter in den Hauptrollen zurück. Elijah Wood („Der Herr der Ringe“) spielt den Studenten Martin, der vollkommen desillusioniert von seinem Aufeinandertreffen mit seinem einstigen Idol das Land am liebsten gleich wieder verlassen würde, während John Hurt („Der Elefantenmensch“) den zynischen Mathematikprofessor darstellt, der schon lange keinen Wert mehr darauf legt, auf die Gefühle seiner Mitmenschen Rücksicht zu nehmen.
Bei der Geschichte geht es um die Jagd nach einem Serienkiller, der am Tatort in der Nähe der Leichen jeweils ein Symbol hinterlässt, die zusammen betrachtet am Ende eine logische Reihe ergeben. Während die Polizei bei den Morden weitestgehend im Dunklen tappt, vermögen es Martin und Professor Seldon mit der Zeit eine Logik darin zu erkennen. Zunächst ist es Seldon, der das nächste Zeichen errät, seinen jungen Studenten aber ermutigt, selbst auf dieses zu kommen, weswegen er ihm seine Erkenntnis nicht gleich auf die Nase bindet. Die Beziehung zueinander ist geprägt aus einer Mischung von Respekt gegenüber des Wissens und der Fähigkeiten des jeweils anderen, während Lebensansichten und der Umgang mit Menschen komplett unterschiedlich ist. Mit Lorna (Leonor Watling) verbindet die Beiden zudem noch eine Frau, die eine Vergangenheit mit Seldon hat, aktuell aber mit Martin zusammen ist, was eine zusätzliche Belastung für die Beziehung zwischen Student und Professor darstellt. Auf Grund der unterschiedlichen Prägung der beiden Hauptprotagonisten ergibt sich vor allem in den Momenten, in denen Hurt und Wood über Logik, mathematische Formeln und Vorhersagbarkeit von Aktionen philosophieren eine Faszination beim Betrachter, selbst wenn nicht unbedingt alle Theorien immer komplett nachvollzogen werden können. Diese Faszination ergibt sich alleine aus der Art, wie die Dialoge geführt werden und wie Theorien belegt, bzw. widerlegt werden. Seldon übernimmt dabei die Rolle des gönnerhaften Oberlehrers, während Martin mit einem naiven Enthusiasmus an die Sache herangeht.
Die Geschichte selbst kann die Faszination letzten Endes aber nicht immer ganz aufrecht halten. Vor allem die Auflösung am Ende ist zwar auf der einen Seite recht überraschend, auf der anderen Seite gibt es aber das ein oder andere Detail im Rückblick, das alles andere als stimmig erscheint. Auch die Wirkung von Martin auf die Damenwelt hätte man etwas sorgfältiger und vor allem glaubwürdiger ausarbeiten können. In der dargebrachten Art und Weise erscheint sie wie eine überzogene Männerfantasie, die nicht sonderlich ernst genommen werden kann. Auch Podorov, ein Kommilitone von Martin, will nicht unbedingt so ganz in den Rahmen der Handlung passen. Er dient zum einen als einer der wenigen Verdächtigen, zum anderen auch als Hinweisgeber, dies aber in einer eher unpassend wirkenden Art. Die Unzulänglichkeiten in der Geschichte, die vor allem nach der Auflösung für einen faden Beigeschmack sorgen, werden aber weitestgehend durch die inszenatorische Klasse des Films aufgefangen. Vor allem die Kameraarbeit ist außerordentlich gut gelungen. Eines der Highlights in diesem Sinne ist eine durchdachte Kamerafahrt quer durch Oxford, in denen der Weg von einigen Protagonisten gekreuzt wird, ohne dass diese sich gegenseitig wahrnehmen. Hier hat Kameramann Kiko de la Rica („La Communidad - Allein unter Nachbarn“) ganze Arbeit geleistet. Die Atmosphäre erhielt zudem durch die stets passenden Kompositionen von Roque Baños („Fragile“) den letzten Feinschliff.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist gut gelungen. Regisseur de la Iglesia arbeitet mit zahlreichen Farbfiltern, um die Stimmung der Bilder zu beeinflussen, was sich dann durch teils kühle, kraftlose Farben widerspiegelt, während in anderen Szenen warme Gelbtöne für die richtige Atmosphäre sorgen. Die Schärfe ist durchweg als gelungen zu bezeichnen und auch in Sachen Detailfülle gibt es nur positives zu vermelden. Der deutsche Ton in wahlweise Dolby Digital 5.1 und dts ist gut gelungen und stets gut verständlich, große Surroundeffekte dürfen von beiden aber nicht erwartet werden.
Bei den Extras gibt es neben dem Trailer zum Film nur noch einen spanischen Audiokommentar von Regisseur Álex de la Iglesia, der aber leider ohne Untertitel auf der Disk vorliegt, weswegen nur Filmfreunde mit einigermaßen guten Spanischkenntnissen einen Mehrwert darin finden werden.
Fazit:
„Oxford Murders“ ist einen guter Mystery-Thriller, der zwar nur bedingt durch seine Geschichte, dafür aber durch seine Darsteller und vor allem die Inszenierung zu fesseln versteht. Mystery-Thriller-Fans, die kleinere Unebenheiten in der Handlung verzeihen können und nicht nur auf den oberflächlichen Schockeffekt aus sind, sind hier bestens aufgehoben.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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104:02 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar mit Regisseur Álex de la Iglesia (ohne Untertitel)
- Trailer
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Oxford Murders
The Oxford Murders
Wenn mathematische Formeln auf den Orkan auslösenden Flügelschlag eines Schmetterlings treffen
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Spanien / UK / Frankreich, 2008 Regie: Álex de la Iglesia Drehbuch: Álex de la Iglesia, Jorge Guerricaechevarría (basierend auf dem Roman von Guillermo Martinez) Darsteller: Elijah Wood, John Hurt, Leonor Watling, Jim Carter, Julie Cox, Burn Gorman, Dominique Pinon, Alan David, Anna Massey
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 16.01.2009
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