Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Cocaine Cowboys 2
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Cocaine Cowboys 2

Story:
"The Godmother - Cocaine Cowboys 2" erzählt die Geschichte der kolumbianischen Großdealerin Griselda Blanco, die während ihrer "Karriere" rund 300 Tonnen Koks in die USA einführte und weiterhin in dieser Zeit schätzungsweise 250 Mordaufträge vergab. Im Jahr 1975 wurde sie zu 35 Jahren Haft wegen Kokainhandels verurteilt, entzog sich der Festnahme jedoch bis ins Jahr 1985. Erst durch die Fernsehberichterstattung anläßlich ihrer Verhaftung erfährt der schwarze Dealer Charles Cosby aus Oakland von ihrer kriminellen Karriere. Er bewundert sie und nimmt Kontakt mit der Inhaftierten auf. Diese Initiative gipfelt schließlich in einer mehr als ungewöhnlichen Love-Story der beiden und Cosby steigt aus diesem Grund schließlich bis in den engsten Führungszirkel ihrer Organisation auf. Dadurch wird er selbst zum gefürchteten Großdealer und Multimillionär.

Meinung zum Film:
Im Jahr 2006 feierte Regisseur Billy Corben ("Raw Deal: A Question of Consent") mit "Cocaine Cowboys" große Erfolge. Der frische Ansatz dieser durchgestylten Dokumentation über die Geschichte Miamis als Drogenmekka zeichnete sich vor allem dadurch aus, dass die interessanten Hintergrundinformationen auf eine sehr atmosphärische und unterhaltsame Weise vermittelt wurden. Quasi aus erster Hand schilderten ehemalige Gangster, ebenso wie ihre Gegenspieler auf behördlicher Seite, die damaligen Ereignisse und erweckten im Zusammenspiel mit der stilechten Machart der Dokumentation diese Zeit wieder zum Leben. Bereits im ersten Teil der Dokumentation spielte die sogenannte "Schwarze Witwe", Griselda Blanco, eine extrem grausame und sehr mächtige kolumbianische Drogendealerin im Miami der 70er- und 80er-Jahre, eine bedeutende Rolle. Im Bonusmaterial von "Cocaine Cowboys" fand sich mit dem Special-Feature "Godmother - The Charles Cosby Story" bereits eine Art Rohskizze der vorliegenden zweiten Dokumentation, in dem speziell die sehr ungewöhnliche Love-Story von Charles Cosby und Griselda Blanco thematisiert wurde.

Anders als "Cocaine Cowboys" konzentriert sich der zweite Teil lediglich auf zwei Personen, Griselda Blanco und Charles Cosby, und deren unheilige Verbindung. Auch die Erzählperspektive ist deutlich eindimensionaler geworden, behördliche Ermittler wie Al Singleton oder Bob Palumbo sind bestenfalls noch als Stichwortgeber mit an Bord. Da auch von Griselda Blanco keinerlei Stellungnahmen oder eigene Eindrücke existieren, reduziert sich die Darstellung der Ereignisse auf die ausschmückenden Erzählungen von Charles Cosby, für die natürlich keine großartigen Belege angeführt werden. Aber nicht nur hinsichtlich des Inhalts und der Authentizität müssen Abstriche gemacht werden, denn auch das "Miami Vice"-Feeling ging mittlerweile völlig verloren. Nicht mehr Miami, sondern Brookfield Village in Oakland ist nun das geographische Zentrum des Films, ein kleines Ghetto mit größtenteils schwarzer Bevölkerung. Dementsprechend regieren in "CC2" nun auch akustisch Rap und optisch Gangsta-Style. Gegenüber "Cocaine Cowboys" reduzierte sich die Laufzeit zudem um rund 20 Minuten. Trotzdem verfestigt sich bei genauerer Betrachtung jedoch zunehmend der Eindruck, das vorliegende Material wäre größtenteils bereits in "CC" oder in dem beiliegenden Special-Feature aufbereitet worden.

Gerade im Hinblick auf Griselda Blanco wirkt deren eingestreute Biographie sogar deutlich oberflächlicher als in "CC". Cosby als Alleinunterhalter setzt hingegen vor allem auf eine lebendige Erzählweise und versteigt sich auf die Darlegung von "Räuberpistolen", die er sicher nicht zu seinem Nachteil ausgeschmückt hat. Zusammen mit den realen Ereignisse nachstellenden, albernen Comicsequenzen in einer Art simplifizierter "GTA"-Optik erweckt das vorliegende Werk nicht mehr den Eindruck einer Dokumentation, sondern eher den einer verklärten und oberflächlichen Heldenverehrung im MTV-Stil. Im Gegensatz zum ersten Teil wirkt auch das eingefügte Archivmaterial nicht mehr wirklich unterstützend oder authentisch, sondern oftmals schlichtweg fehl am Platze oder wenig aussagekräftig.

Digitale Aufarbeitung:
Technisch hat sich gegenüber dem Vorgänger nicht viel geändert. Das Bild wirkt zwar weiterhin etwas weich und farblich blass, kann aber insgesamt für eine Dokumentation durchaus überzeugen. Das eingefügte Archivmaterial hat naturgemäß wieder eine deutlich schwächere Bildqualität. Neben der englischen Originaltonspur, wahlweise mit deutschen Untertiteln, gibt es auch wieder eine qualitativ hochwertige deutsche Voice-over-Fassung als Alternative. Die Verständlichkeit beider Tonspuren ist dabei stets gelungen.

Vom Bonusbereich war der Vertrieb scheinbar selbst nicht sonderlich überzeugt, denn auf der Rückseite der DVD wird dieser, bis auf den deutschen Originaltrailer, gar nicht aufgeführt. Auf der DVD befinden sich aber zusätzlich auch noch fünf entbehrliche Deleted Scenes (8:45) sowie das Feature "Motherf***er - This is a Documentary: Behind the Scenes of CC2" (15:18). Inhaltlich fällt dieser Einblick in die Dreharbeiten allerdings eher enttäuschend aus. Es zeigt vor allem Charles Cosby und seine Familie nebst Impressionen aus seinem Viertel sowie dessen enorme Popularität vor Ort.

Fazit:
"The Godmother - Cocaine Cowboys 2" wirft leider alle Tugenden des ersten Teils über Bord und ist eher eine durchgestylte Gangst(a)ballade in MTV-Optik, als eine informative und authentisch wirkende Dokumentation über ein sehr ungewöhnliches Liebespaar im Drogenmilieu. Die Darstellung wirkt extrem eindimensional, auf untermauernde Fakten wird fast komplett verzichtet und die Erzählweise sowie die deplazierten Comicsequenzen stellen nur noch billige, vordergründige Effektheischerei dar. Technisch geht die DVD in Ordnung, das Bonusmaterial ist allerdings schlichtweg enttäuschend ausgefallen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
99:42 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Deutscher Originaltrailer
  • Deleted Scenes
  • "Motherf***er - This is a Documentary: Behind the Scenes of CC2"
Cocaine Cowboys 2 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
The Godmother - Cocaine Cowboys 2
Cocaine Cowboys 2: Hustlin' with the Godmother

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Gangsta Go Home! - Oakland ist nicht Miami und dieses Sequel wirft alle Tugenden des Vorgängers über Bord


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2008
Regie:
Billy Corben
Darsteller:
Charles Cosby, Donovan Kennedy, Jorge Ayala, Bob Palumbo, Al Singleton

Label Deutschland :
Ascot Elite
Verkaufsstart Deutschland :
19.02.2009