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DVD-Besprechung - Tropic Thunder

Story:
Actionstar Tugg Speedman (Ben Stiller), Charakterdarsteller Kirk Lazarus (Robert Downey Jr.), Klamaukkomiker Jeff Portnoy (Jack Black), Rap-Idol Alpa Chino (Brandon T. Jackson) und Jungschauspieler Kevin Sandusky (Jay Baruchel) drehen im Dschungel von Vietnam ein Antikriegsepos, nach der Biographie von Four Leaf Tayback (Nick Nolte). Beim Versuch von Regisseur Damien Cockburn (Steve Coogan), dem Film mehr Authentizität zu verleihen, geraten die Schauspieler unter echten Beschuss, als sie aus Versehen im Goldenen Dreieck in das Gebiet von Drogenfarmern geraten.

Meinung zum Film:
„Tropic Thunder“ ist nach „Zoolander“ und „Cable Guy“ die nächste große Regiearbeit von Komiker Ben Stiller („Nachts im Museum“). Das Drehbuch schrieb er zusammen mit Justin Theroux, der bislang als Schauspieler („Miami Vice“) in Erscheinung trat, nach „Tropic Thunder“ aber bereits am Skript zu „Iron Man 2“ feilte. Der Film erzählt die Geschichte von verhätschelten Schauspiel-Diven, die bei Dreharbeiten im Dschungel in die Hände militarisierter Drogenfarmer fallen und dann den Mut beweisen müssen, den ihre gespielten Charaktere im Film an den Tag legen. Wie bei Stiller nicht anders zu erwarten, gerät die ganze Situation dabei alles andere als ernst und es werden abwechselnd die vermeintlichen Neurosen der Filmstars durch den Kakao gezogen und das Kriegsdrama-Genre persifliert. Angereichert wird das ganze noch durch einen generellen Rundumschlag auf den Genre des Actionfilms. Wer kennt sie nicht, diese Szenen, in denen sich die Helden wagemutig in den Kugelhagel der Feinde werfen und im besten Fall dabei gar nicht getroffen werden oder im schlimmsten Fall mit schwersten Verwundungen lebend aus der Schlacht herauszukommen.

Bei den Actionszenen wird dann auch nicht unbedingt zimperlich zu Werke gegangen. Es werden verstümmelte Gliedmaßen gezeigt, es wird mehr oder weniger genüsslich in Gedärmen gewühlt und als Höhepunkt spießt Speedman einen Kopf auf sein Maschinengewehr und beginnt das tropfende Blut mit dem Hinweis „Ist doch nur Sirup“ zu kosten. Die FSK scheint den überzogenen, humorigen Charakter dieser Szenen höher eingestuft zu haben als den reinen grafischen Härtegrad der Bilder, denn der potentielle 18er-Kandidat wurde mir einer „FSK 16“ freigegeben. Der generelle Plot des Films entwickelt sich im Verlauf immer mehr wie bei Actionkrachern der Marke „Missing in Action“. Nachdem einer der Gruppe gefangen genommen wird und er im Camp der Drogenbauern von seinen Kameraden gefunden wird, entschließen diese sich wagemutig, den Kollegen zu befreien. Dabei kommen dann soviel triefender Schmalz und geschwollener Pathos zum Einsatz, dass man sich als Zuschauer an so manch ernst gemeintes Vorbild erinnert.

Die unzähligen Verbindungen zu Ereignissen und Szenen aus dem wahren Filmgeschäft sind für Cineasten ein echter Genuss, aber auch Gelegenheitszuschauer werden ihre Freude an den zahlreichen Cameo-Auftritten und Anspielungen haben. Obwohl das Filmbusiness und die Allüren seiner Stars im Grunde von der ersten Sekunde an durch den Kakao gezogen wird, zeigen alle Beteiligten ein großes Maß an Humor. Auch die Academy scheint Spaß zu verstehen, denn obwohl einige Gags auch auf ihre Kosten gehen, wurde Robert Downey Jr. („Iron Man“) für seine Arbeit bei diesem Film für einen Oscar als bester Nebendarsteller nominiert. Ob es letzten Endes für die Trophäe reichen wird, ist sicherlich fraglich, aber seine Darstellung eines australischen Charaktermimen, der sich für seine Rolle klinisch zum Schwarzen umwandeln ließ und immer wieder versucht, ein Gespräch mit dem Schwarzen Alpa Cino „unter Brüdern“ zu führen, ist erstklassig. Wer der englischen Sprache mächtig ist, sollte zumindest einmal in die englische Tonspur reinhören, da die Leistung Downey Jr. erst so richtig erlebt werden kann. Die Geschichte selbst verliert zum Ende zwar ein wenig an Tempo, was aber immer wieder durch gut platzierten Gags abgefedert werden kann. Hervorzuheben aus dem runden Filmspaß ist noch Tom Cruise („Mission: Impossible“) in einer Nebenrolle als exzentrischer Produzent Les Grossman, der in einer herrlichen Maske für zahlreiche komische Momente sorgt und dadurch „Tropic Thunder“ den letzten Feinschliff verleiht.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild kommt mit sehr kräftigen Farben daher, die teilweise ein klein wenig sehr stark ausfallen, aber niemals unnatürlich wirken. Gut punkten kann das Bild in Sachen Schärfe, die bei Totalen eine gute Detailfülle preisgibt und bei Nahaufnahmen porentief arbeitet. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 hat ein sehr breites Stereospektrum, macht aber eher weniger Einsatz von den hinteren Lautsprechern, in den meisten Fällen werden diese sehr gut angesteuert beim Einsatz einzelner Songs.

Als Extra gibt es zunächst einen Audiokommentar mit Ben Stiller, Robert Downey Jr. und Jack Black, der enorm unterhaltsam ist und den man sich keinesfalls entgehen lassen sollte. Einzelne Berichte beschäftigen sich anschließend noch mit den Explosionseffekten, der Maske und der Inszenierung der Effekte, den Darstellern, einem Screentest mit Tom Cruise, einem Splitscreen-Dialog zwischen Downey Jr. und Stiller, die komplette Szene, wie Jack Black am Baum gefesselt seinen Kameraden versucht, dazu zu bewegen, ihn loszuschneiden, einen weiteren Fake-Trailer und einen witzigen Beitrag von den MTV Movie Awards.

Fazit:
„Tropic Thunder“ ist eine äußerst gelungene Satire auf (Anti-)Kriegsfilme und das Showgeschäft. Mit teils blutigen Bildern, zahlreichen Anspielungen in Wort und Bild und einer durchweg gelungenen Rollenbesetzung gibt es vom Wortwitz bis zum platten Klamauk alles geboten, was das nach Lachen dürstende Herz begehrt.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
102:25 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Türkisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Türkisch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Ben Stiller, Robert Downey Jr. und Jack Black
  • Jagt die Scheiße in die Luft
  • Das heiße LZ
  • Die Besetzung von Tropic Thunder
  • Male-Up-Test mit Tom Cruise
  • Volle Magazine
  • Rain of Madness Trailer
  • MTV Movie Awards - Tropic Thunder
Tropic Thunder - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Tropic Thunder
Tropic Thunder

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein höchst unterhaltsamer Blick auf die Zickereien der Stars und den Pathos von Kriegsfilmen


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA / Deutschland, 2008
Regie:
Ben Stiller
Drehbuch:
Ben Stiller, Justin Theroux
Darsteller:
Ben Stiller, Robert Downey Jr., Jack Black, Brandon T. Jackson, Jay Baruchel, Nick Nolte, Steve Coogan, Tom Cruise, Matthew McConaughey, Brandon Soo Hoo

Label Deutschland :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
05.02.2009