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DVD-Besprechung - Tortured
Story:
Kevin (Cole Hauser) ist Undercover-Agent des FBI und auf der Jagd nach dem mysteriösen Drogenbaron Ziggy, dessen wahre Identität bislang noch niemand ermitteln konnte. Er schleust sich am Ende der Befehlskette in Ziggys Organisation ein und klettert langsam die Hackordnung nach oben, bis er zum Aufrechterhalten seiner Tarnung gezwungen ist, Ziggys ehemaligen Buchhalter Archie Green (Laurence Fishburne) zu foltern, um von ihm den Verbleib von verschwundenen Millionen heraus zu bekommen.
Meinung zum Film:
Betrachtet man Titel und Covermotiv von „Tortured“, könnte man schnell dem Irrglauben erliegen, dass es sich hierbei um einen weiteren Filmvertreter der Marke „Hostel“ handeln könnte. Doch abgesehen von ein paar wenigen Einstellungen, hat der Film mit den genannten Titeln ungefähr genauso viel gemein wie Fast Food mit der Haute Cuisine. Bei „Tortured“ handelt es sich um einen Thriller, der zum einen über die bis zum Schluss geheim gehaltene Identität von Ziggy Spannung aufbaut und zudem über seine nicht lineare Erzählweise für Interesse sorgt. Es wird immer wieder aus dem Jetzt in die Vergangenheit gesprungen, um über Kevins Einstieg in die Organisation zu erzählen und welche Opfer er bringen musste, um sich weiter nach oben zu arbeiten.
Allerdings kann in der Geschichte nicht alles unbedingt überzeugen. Vor allem die privaten Opfer des Undercover-Agenten stören mehr, als dass sie dem Film weiterhelfen. Die emotionalen Ausbrüchen seiner langjährigen Freundin kommen höchst gekünstelt herüber und auch die Reaktionen von Kevin darauf sind nicht unbedingt nachvollziehbar. Es sind die Charakterisierungen der einzelnen Figuren, in denen der Film eindeutig seine Schwächen hat. Auch die von Kevin ausgehende, bedingungslose Gewalt bei seiner Undercover-Arbeit ist ein wenig zu viel des Guten, was vor allem bei der offenbaren Leichtigkeit, mit der er bei der Folter vorgeht, untermauert wird. Die Auflösung am Ende wird einigen sicherlich überhaupt nicht gefallen, da sie doch ziemlich abenteuerlich erscheint. Vor allem da die vom Autor gelieferte Erklärung dafür reichlich lächerlich und sehr weit hergeholt erscheint, ist der Ausklang von „Tortured“ mit einem sehr faden Beigeschmack verbunden. Vor allem in Verbindung mit Verstrickungen, die bereits im Mittelteil des Films offenbart werden und schon zu diesem Zeitpunkt für ein recht abenteuerlich konstruiertes Geflecht sorgen.
Doch trotz seiner flachen Charakterzeichnungen und den offensichtlich vorhandenen Logikfallen versteht es der Film, spannend zu unterhalten. Dies liegt zum einen an dem Erzählstil in den verschiedenen Zeitebenen, was vor allem zu Beginn positiv verwirrend wirkt, zum anderen aber auch an der guten Atmosphäre, die Regisseur Nolan Lebovitz („Doctor Benny“) gleich von Beginn an aufbauen kann und die sich bis zum Finale auf einem guten Niveau bewegt. Einen großen Anteil an diesem Erfolg hat vor allem auch der Soundtrack von Nathan Barr ("Cabin Fever"), der immer für die richtige Untermalung der Bilder sorgt. Cole Hauser („2 Fast 2 Furious“) in der Rolle des Undercover-Agenten versteht es zumindest in den härteren Szenen eine angemessen gute Leistung abzuliefern, scheitert aber in den Momenten, in denen es um die emotionale Seite seines Filmcharakters geht. Emmanuelle Chriqui („Leg dich nicht mit Zohan an“) kann in ihrer Rolle sonderlich überzeugen, was größtenteils aber am schwachen Drehbuch liegen dürfte, das sie immer wieder in unnatürlich wirkende Situationen steckt. Laurence Fishburne („Event Horizon“) spielt das Folteropfer, ohne dabei sonderlich in Erscheinung treten zu können, letzteres gilt auch für James Cromwell („L.A. Confidential“) in seiner Rolle als FBI-Direktor. Letzten Endes reichen die genannten Zutaten aber dafür aus, um über die rund 90 Minuten gut und spannend zu unterhalten. Wer es schafft, den Logikfallen und dem nicht sonderlich überzeugenden Ende keine größere Beachtung zu schenken, wird kurzweilig unterhalten werden.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist gut gelungen. Details sind gut und problemlos auszumachen und auch in den dunkleren Szenen, von denen es einige im Film gibt, kommt nie das Gefühl auf, dass etwas im Schwarz verloren geht. Lediglich teilweise Grobkörnigkeit ist stellenweise etwas deutlicher zu sehen, stört dabei aber kaum. Der deutsche Ton in dts ist sehr gut verständlich abgemischt und auch die Surroundlautsprecher wurden beim Sounddesign nicht vergessen.
Als Bonus gibt es neben dem Trailer noch ein "Behind the Scenes"-Feature, das in rund 20 Minuten hinter die Kulissen blickt. Es lässt in erster Linie die Künstler zu Wort kommen und nebenbei werden Szenen aus dem Film und vom Dreh präsentiert. Allerdings liegt der Beitrag nur in englischer Sprache ohne Untertitel vor, weswegen der Informationsgehalt für manch einen sehr begrenzt sein dürfte.
Fazit:
„Tortured“ ist ein Film, der vom Titel und seinem DVD-Cover zwar an Filme wie „Hostel“ erinnert, tatsächlich aber mehr ein Thriller mit überschaubaren Gewalteinlagen ist. Die Auflösung wird sicherlich nicht jedem gefallen, doch bis dahin hat man als Zuschauer spannende Minuten erlebt, die für kurzweilige Unterhaltung sorgten.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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102:46 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Behind the Scenes
- Trailer
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Tortured
Tortured
Gute Atmosphäre und packende Inszenierung kämpfen gegen falsche Charakterzeichnungen und Logikfallen
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA / Kanada, 2008 Regie: Nolan Lebovitz Drehbuch: Nolan Lebovitz Darsteller: Cole Hauser, Laurence Fishburne, James Cromwell, Emmanuelle Chriqui, Jon Cryer, James Denton
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 13.02.2009
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