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DVD-Besprechung - Notruf California - Staffel 1
Story:
Es ist ein langer Kampf der Verantwortlichen, dann dürfen die beiden Sanitäter Roy DeSoto (Kevin Tighe) und Johnny Gage (Randolph Mantooth) des Feuerdepartments 51 endlich auch wirklich eingreifen, wenn es bei Unfällen und anderen Gelegenheiten um Leben oder Tod geht. Mit Hilfe einer Funkverbindung zum Rampart Krankenhaus können sie jederzeit den Unfallmediziner Dr. Kelly Brackett (Robert Fuller) kontaktieren und auch ein EKG übertragen. DeSoto und Gage bekommen es mit Herzinfarkten, Einsätzen in schwindelnder Höhe zu tun, aber auch mit simulierenden Ehefrauen, sich so gegen ihre Machomänner zur Wehr setzen. Und wenn die Beiden einmal keine Einsätze zu fahren haben, spielt das Privatleben durchaus auch eine Rolle.
Meinung zum Film:
Wenn man an Arztserien aus der jüngeren Vergangenheit denkt, dann kommen einem sicher „Emergency Room“ in den Sinn, das mit dem Originalnamen der hier vorliegenden Serie sehr viel gemein hat, denn dieser lautet „Emergency!“. Und tatsächlich dürfte „Notruf California“, immerhin aus dem Jahr 1972 stammend, die Vorlage für viele in der Realität verankerte Arztserien gewesen sein, darunter auch Emergency Room. „Notruf California“ hat eine Vorreiterrolle erfüllt, wie sonst kaum eine andere Serie. Das liegt in mehreren Dingen begründet. Um eines davon zu erklären, muss man zurück in die Geschichte gehen. Es erscheint uns heute selbstverständlich, dass Sanitäter erste Hilfe leisten, defibrilieren und Tröpfe legen. Doch das war nicht immer so, auch hierzulande nicht, aber vor allem nicht in den USA. Die Sanitäter durften einst nur assistieren, aber alles Andere musste durch Krankenschwestern oder durch Ärzte erfolgen. Dass dabei viele Menschen ums Leben kamen, weil ihnen nicht frühzeitig genug geholfen werden konnte, versteht sich von selbst. Der Pilotfilm beschäftigt in großen Teilen mit diesen Umständen und lässt durch Unterhaltung dem amerikanischen Zuschauer ein Gut zukommen, das dort nicht immer hochgehalten wird: Geschichtsunterricht. Für den deutschen Zuschauer gilt dies im gewissen Maße auch, bedenkt man einmal, dass die amerikanische Geschichte hierzulande nun auch nicht gerade bekannt zu nennen ist. Wobei es noch interessant ist, dass die Macher eher nach einem Aufhänger für die nachfolgende Serie suchten, als nach einer Geschichtsstunde.
Zwar war die Serie ein Vorreiter für heutige Serien, aber gerade aus heutiger Sicht wirken manche Szenen reichlich lächerlich. Wenn zum Beispiel deSoto den Blutdruck durchgibt, ohne überhaupt gemessen zu haben, dann schaut man belustigt drein. Liegt es einfach nur an der Schulung, die man durch Schwarzwaldklinik und Emergency Room mitbekommen hat? Jedenfalls passieren zahlreiche dieser kleinen, sachlichen Fehler. Dabei kann man auch gerne darüber hinwegsehen, dass das Fire Department 51 nicht gerade mit zahlreichen Mitarbeitern und Fahrzeugen ausgerüstet ist. Nun, man hatte vielleicht einfach nur nicht ausreichend Budget zur Verfügung, um die Anzahl der Fahrzeuge aus dem Pilotfilm beizubehalten. Erstaunlich ist aber letztendlich, wie ähnlich die Technik auch heutzutage noch ist. Die Monitore für das Herzkreislauf-System oder der Defibrilator sehen auch heute noch sehr ähnlich aus. Und oft genug müssen Ärzte ähnlich detektivisch vorgehen, wie ihre Pendants im Fernsehen, um die Ursache von Problemen bei Patienten festzustellen. Insofern gesehen ist „Notruf California“ trotz des hohen Alters von fast 40 Jahren immer noch eine erstaunlich aktuelle Serie. Was aber „Notruf California“ ganz besonders macht, ist die Einheit zweier Welten. Hier werden nicht nur Ärzte oder nur Sanitäter bei ihrer Arbeit gezeigt. Beide Seiten der Medaille werden gezeigt und das auf eine Art und Weise, die immer noch ein Erfolgsrezept moderner Serien darstellt: Neben dem Beruf wird auch die zwischenmenschliche Seite nicht vernachlässigt. Da gibt es die Beziehung zwischen Dr. Brackett und der Oberschwester Dixie McCall (Julie London), sowie die kleinen Nickligkeiten zwischen den beiden Sanitätern, die sich immer wieder gegenseitig aufziehen und Streiche spielen. Das ist der viel zitierte rote Faden, der durch die Serie führt, was auch dringend notwendig ist, denn es ist keineswegs der Fall der Woche, es sind vielmehr die Fälle der Woche, die je Folge abgehandelt werden. Man hat sich insgesamt darum bemüht, den Menschen in dieser Serie Fehler auf den Leib zu schreiben. Denn sie erledigen ihre Arbeit derart perfekt, dass man sonst irgendwann die Lust an ihnen verlieren würde.
Schauspielerisch gesehen ist die Serie hervorragend besetzt. Julie London, damals Urgestein des US-Fernsehens und in zahlreichen Serien wie „Rawhide“ zu sehen, spielte in ihrer letzten Rolle eine sehr mütterliche Oberschwester, die sich liebend gerne mit den Ärzten anlegt, wenn sie ihr Personal bedroht sieht. Robert Fuller, ein ebensolches Urgestein des amerikanischen Fernsehens und zum Beispiel in „Wagon Train“ zu sehen, ist der Traum einer jeden Schwiegermutter und spielt natürlich den besten Unfallarzt der Klink. Bei ihm mag man aus heutiger Sicht schmunzelnd feststellen, dass seine Augen immer geschminkt waren. Aber das ist eben typisch für die siebziger Jahre gewesen. Beide stechen besonders aus einem insgesamt hervorragenden Ensemble hervor, das keine Schwächen aufweist. Positiv ist insgesamt auch hervorzuheben, dass man sich bei Koch Media die Mühe gegeben hat, eine vollständige Sammlung zu präsentieren, denn die Folgen waren in Deutschland des Öfteren stark geschnitten worden, vermutlich aus zeitlichen Gründen. Denn die geschnittenen Szenen enthielten meist eher wenig relevante Ereignisse, die für den Fortgang der Serie nicht benötigt wurden. Schade ist nur, dass diese Szenen nicht synchronisiert wurden. Besonders deswegen unverständlich, weil die Originalsynchronisation – identifiziert an den Stimmen – scheinbar noch nicht so alt ist. So ist das Sehvergnügen nur bei der englischen Version ungetrübt.
Digitale Aufarbeitung:
Jetzt hat die erste Staffel rund 36 Jahre auf dem Buckel und doch ist das Bild in einem brillanten Zustand. Mit kräftigen – für die damalige Zeit typischen – Farben kommt „Notruf California“ daher. Der Kontrast sitzt, das Bild ist insgesamt perfekt. Der Ton kommt in Dolby Digital 2.0 in Deutsch und Englisch daher. Er klingt sehr gut, wirkt in der deutschen Version etwas dynamischer.
Special Features sind nicht enthalten.
Fazit:
„Notruf California“ ist auch heute noch eine faszinierende, eine gute Serie. Sie ist Vorreiter für spätere Emergency-Serien und aus heutiger Sicht erstaunlich aktuell. Man wird gut unterhalten, was auch an der hervorragenden Darstellerriege liegt. Diese Serie sollte man nicht an sich vorüber gehen lassen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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90 Minuten Pilotfilm + 11 Episoden à ca. 45 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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Die roten Engel - Staffel 1
Emergency! - Season 1
Rampert, bitte kommen!
Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1972 Regie: - Drehbuch: - Darsteller: Kevin Tighe, Tim Donelly, Bobby Troup, Julie London, Randolph Mantooth, Robert Fuller
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 13.02.2009
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