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DVD-Besprechung - Pathology - Jeder hat ein Geheimnis
Story:
Nach der Beendigung seines Medizinstudiums an der Harvard Universität, nimmt Dr. Ted Grey (Milo Ventimiglia) an einem renommierten Pathology-Programm teil. Auf Grund seiner Kompetenz gerät er schon recht bald mit Dr. Jake Gallo (Michael Weston) und seinen elitären Freunden aneinander. Als er jedoch von einem geheimen Flügel des Instituts wind bekommt, wird schon bald selbst zu einem Mitglied des geheimen Zirkels, der mit größter Freude versucht, die ungewöhnlichsten Todesfälle in einem Wettstreit zu entschlüsseln. Und einer von ihnen kennt immer die wahren Ursachen für das Ableben des Verstorbenen, da er selbst auf raffinierte Weise dafür gesorgt hat.
Meinung zum Film:
„Pathology“ ist die erste große Regiearbeit des aus Hannover stammenden Regisseurs Marc Schoelermann, der zuvor lediglich an der RTL-TV-Serie „Der Clown“ mitgewirkt hat und sich zudem für den Konzertmitschnitt „Scooter - Excess All Areas“ verantwortlich zeigte. Das Drehbuch zum Film schrieben Mark Neveldine und Brian Taylor, die zuvor mit der Drehvorlage zu „Crank“ debütierten. Die Hauptrolle des smarten Dr. Ted wurde mit Milo Ventimiglia besetzt, der zum ersten mal als Rorys rebellischer Freund Jess bei den „Gilmore Girls“ auf sich aufmerksam machte und danach als Peter Petrelli bei „Heroes“ den guten Überhelden spielte. Seine Darstellung in „Pathology“ erinnert in Gestik und Mimik sehr stark an seine Darbietung als Held Petrelli, überhaupt scheint es, als können Milo den stets nachdenklich und verletzlich erscheinenden sanften Rebell in seinem Spiel nicht überwinden. Auch wenn das für die jeweilige Rolle nicht immer unpassend erscheint, ist es für Kenner der jeweiligen anderen Rollen schon ein wenig ermüdend auf die Dauer, immer den gleichen, austauschbaren Stereotyp geboten zu bekommen.
Bei „Pathology“ fällt dieser Umstand aber letzten Endes auch nur als Randnotiz ins Gewicht, da es ganz andere Dinge gibt, die für Unmut beim Zuschauer sorgen. Ganz oben steht hier ohne jede Frage die Geschichte. Offensichtlich hat das „Crank“-Autorenteam gedacht, weiterhin mit faustdicken Logiklöchern davonzukommen. Doch wo bei „Crank“ auf Grund der Action kaum Zeit blieb, über die Unzulänglichkeiten im Skript nachzudenken, kommt man bei „Pathology“ selten in einen Zustand der Atemlosigkeit. Beginnend bei den ganz großen, offensichtlichen Fragen, warum die Leichen nur auf den Tischen geheimer Obduktionen landen, wie diese da überhaupt hin gelangen und wieso offensichtlich nirgendwo polizeiliche Ermittlungen stattfinden, bis hin zu den kleineren Problemchen wie der Frage, warum ein kompetenter, smarter Arzt wie Ted, der eine große Karriere und ein erfülltes Leben vor sich hat, auf einmal zum eiskalten Killer wird, werden annehmbare Antworten schlichtweg verweigert. Dadurch entsteht dann bei „Pathology“ ein sehr großes Problem, da vor allem die Unterhaltungs- und Spannungsqualität deutlich unter den offenen Fragen leiden.
Die Inszenierung des Films ist dabei gar nicht mal so schlecht geraten. Die Atmosphäre ist düster, die Stimmung und die Spannung werden recht gut aufgebaut. Die Kameraarbeit weiß zu gefallen und der Einsatz von Farbfiltern und Licht runden das ganze ab. Doch letzten Endes ist es dann immer wieder der Fortgang der Geschichte, der für immer neue Ernüchterung sorgt. Neben der Figur des Ted Grey ist es vor allem sein Gegenpart Jake Gallo, der fast schon wie ein düstere Karikatur eines Arztes wirkt. Zum einen liefert hier das Drehbuch bereits nicht sonderlich natürlich wirkende Aktionen, zum Anderen verstärkt es Michael Westons („Ein Duke kommt selten allein“) überdrehtes Schauspiel noch, dass man Gallo nie so recht als überdurchschnittlichen Arzt annehmen kann, der durch harte Arbeit seine im Film gezeigte hohe Qualifikation erlangte. Frauen, fast durchweg angesehene Ärztinnen, sind im Film nur Lustobjekte, die entweder untereinander oder mit den Ärzten kopulieren wollen. Einzige Ausnahme ist Teds Freundin (Alyssa Milano / „Charmed“), die abgesehen von ihrer Funktion im Finale, aber auch ihren größten Auftritt beim Akt mit Ted hat. So kann „Pathology“ letzten Endes nur durch seine Atmosphäre ein wenig an Pluspunkten gewinnen, während er ansonsten aber in erster Linie durch seine unausgegorene Handlung und seine unergründlichen Charaktere enttäuscht.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild wirkt insgesamt sehr weich, die Schärfe hinterlässt einen gerade noch annehmbaren Eindruck. Die Farben erscheinen sehr matt und ausgeblichen, sehr wahrscheinlich ist dieses einem gewollten Einsatz von Farbfiltern zu schulden. Der Schwarzwert des Bildes ist nicht sonderlich gut, in sehr dunklen Szenen gerät dieser teilweise schon zu einem Grau. Der deutsche Ton in dts ist durchweg gut zu verstehen und wann immer möglich werden auch die Surroundkanäle bedient.
Bei den Tonspuren kann ein Audiokommentar mit Regisseur Marc Scholermann und den Drehbuchautoren Mark Neveldine und Brian Taylor ausgewählt werden. Als Extras gibt es zunächst eine rund 3-minütige "Deleted Scene", bei der es sich um eine längere Version einer im Film sehr entscheidenden Obduktion handelt. Es folgt ein 15-minütiges Making Of, das Szenen vom Set und aus Interviews zeigt und dabei einen Blick in die Produktion des Filmes gibt. Es schließt sich ein Bericht an, in dem Craig Harvey, seines Zeichens Chief Coroner Investigator von L.A. über seine Arbeit als Berater bei "Pathology" berichtet. Abschließend gibt es neben dem Kinotrailer zum Film noch das Musikvideo "Unintended Consequences" von "The Legion of Doom vs. Triune"
Fazit:
„Pathology“ ist ein rein von der Atmosphäre betrachtet zwar annehmbarer Film, der aber durch sein hanebüchenes Drehbuch schnell das Interesse des Zuschauers zu vergraulen versteht. Dann doch lieber noch einmal die beiden „Anatomy“-Filme ansehen, die hatten zwar auch keine oscarreife Story, konnten aber immerhin in Sachen Spannung überzeugen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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87:35 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar mit Regisseur Marc Scholermann und den Drehbuchautoren Mark Neveldine und Brian Taylor
- Vorbereitungen in der forensischen Pathologie in L.A. County
- Deleted Scene
- Making Of
- Musikvideo "Unintended Consequences" von "The Legion of Doom vs. Triune"
- Kinotrailer
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Pathology
Pathology
Die Grenze zwischen kompetenten Arzt und durchgeknallten Psychopathen ist schmaler, als es scheint
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2008 Regie: Marc Schoelermann Drehbuch: Mark Neveldine, Brian Taylo Darsteller: Milo Ventimiglia, Michael Weston, Alyssa Milano, John de Lancie, Lauren Lee Smith, Mei Melançon, Johnny Whitworth, Keir O'Donnell, Alan Blumenfeld, Dan Callahan
Label :
Concorde Film
Verkaufsstart : 04.03.2009
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