Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Von Liebe und Schatten
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Von Liebe und Schatten

Story:
Chile, Mitte der 70er Jahre. Die attraktive Irene (Jennifer Connelly) führt ein unbekümmertes Leben als erfolgreiche Journalistin bei einem Modemagazin in Santiago. Als sie den charismatischen Fotografen Francisco (Antonio Banderas) kennenlernt, der als Sohn eines spanischen Anarchisten Verbindungen zur Untergrundbewegung pflegt, erhält sie erstmals Einblicke in die Schattenseiten der Militärdiktatur. Gemeinsam mit Francisco macht sie sich auf die Suche nach einer Vermissten und wird dabei mit der ganzen Grausamkeit des Regimes konfrontiert.

Meinung zum Film:
Isabel Allende gehört mit weltweit über 35 Millionen verkauften Büchern zu den wichtigsten südamerikanischen - und allgemein zu den bekanntesten - Schriftstellerinnen der Gegenwart. Bereits 1993 wurde ihr Roman "Das Geisterhaus" mit Meryl Streep, Glenn Close, Jeremy Irons und Winona Ryder in den Hauptrollen erfolgreich verfilmt und gewann mehrere Preise. Ein Jahr später folgte dann die Adaption des Romans "Von Liebe und Schatten", in dem Antonio Banderas, der ebenfalls in "Das Geisterhaus" zu sehen war, den Hauptpart übernahm. An seiner Seite spielt eine noch recht junge Jennifer Connelly, deren weltweiter Durchbruch als Darstellerin erst 2001 mit "A Beautiful Mind" folgen sollte.

"Von Liebe und Schatten" ist in den 1970er Jahren angesiedelt, Chile befindet sich mitten im Pinochet-Regime. Connelly spielt die gut aussehende Irene, die als Journalistin bei einem Modemagazin in Santiago arbeitet. Sie ist mit einem Hauptmann der Armee (Camilo Gallardo) zusammen und hat sich daher noch nie wirklich kritisch mit der Politik ihres Landes auseinandergesetzt. Das ändert sich jedoch, als sie den Fotografen Francisco (Banderas) trifft. Dieser hat Kontakt zur anarchischen Untergrundbewegung und macht Irene langsam die "Schatten" klar, die das diktatorische Terrorregime mit sich bringt. Als die beiden an einer Story über das junge Mädchen Evangelina (Ana Leza) arbeiten, das angeblich Wunder bewirken kann, bekommen sie mit, wie das Militär eine der "übernatürlichen" Sitzungen stürmt. Danach wird Evangelina vermisst und die Journalisten machen sich auf die Suche nach ihr. Dabei stoßen sie unter anderem auf Folteropfer, die in einer Art Konzentrationslager gefangen gehalten werden, das sich in einem früheren Bergwerk befindet. Irene ist entsetzt über die Zustände in ihrem eigenen Land und distanziert sich immer mehr von ihrem früheren Freund, während ihre Zuneigung für Francisco wächst.

Die Darsteller des Films sind durchwegs überzeugend. Gerade Jennifer Connelly als junge Reporterin weiß zu gefallen und zeigt hier bereits einige Jahre vor ihren Hollywood-Hauptrollen, dass sie in der Lage ist, auch anspruchsvollere Charaktere zu spielen. Antonio Banderas gibt den aufmüpfigen Fotografen sympathisch und leidenschaftlich. Auch die Inszenierung ist gelungen und durch den Dreh in Argentinien, nahe an der chilenischen Grenze, wird das Flair der Story gut eingefangen. Ein Problem hat der Film allerdings trotzdem: Die Geschichte wirkt nicht wirklich neu. Klar, sie basiert auf furchtbaren wahren Begebenheiten, aber das Prinzip "Diktator unterdrückt die Bevölkerung und mutige Journalisten/Leute wollen die Wahrheit aufdecken" hat man einfach schon zu oft gesehen. Sämtliche Actionserien der 1980er griffen das Thema irgendwann mal auf, allein schon bei "MacGyver" gab es mehrere Folgen nach diesem Prinzip. Die Geschichte wird zwar auch in "Von Liebe und Schatten" angemessen dargestellt, aber dem Film fehlt letztlich das Außergewöhnliche, das ihn aus der Masse hervorhebt - das, was den Zuschauer wirklich mit den Helden mitfiebern lässt. So bleibt letztlich eine etwas lahme Story, die man - ohne dem wahren Ansatz untreu zu werden - durchaus etwas spannender hätte inszenieren können.

Digitale Aufarbeitung:
"Von Liebe und Schatten" wurde bereits 2003 vom Mini-Label MCP veröffentlicht und wies damals nicht nur eine extrem schlechte Bildqualität auf, sondern verzichtete auch auf den englischen Originalton. Der anamorphe Transfer der neuen Scheibe von Kinowelt löst zwar immer noch keine Begeisterungsstürme aus, ist aber ein gutes Stück besser als der der alten Disc. Das Bild erweckt eher den Eindruck einer TV-Serie aus den 1980ern als den einer Kinoproduktion. Die Farben sind durchgängig ein Stück zu blass und kraftlos, zudem wirkt alles leicht weichgezeichnet. Gerade im Detailbereich ist dadurch bei feineren Strukturen öfters nur noch eine matschige Masse zu erkennen. Das Bild rauscht etwas, was allerdings nicht zu störend auffällt, auch die Kompression bereitet keine Probleme. Gelegentlich zeigen sich aber analoge Defekte in Form von Dropouts. Die Kinowelt-DVD bietet nun auch den Originalton, allerdings wurde der Film für die amerikanischen Kinos gekürzt, was zur Folge hat, dass einige Szenen ausschließlich in deutscher Synchronisation vorliegen. Die entsprechenden Szenen weisen darüber hinaus eine deutlich schlechtere Bildqualität auf, da man sie wohl von einem alten deutschen Master gezogen hat. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch in Stereo vor. Beide Fassungen bieten eine gute Dialogverständlichkeit. Die deutsche Version leidet allerdings unter einer furchtbar schlechten Abmischung, die die Sprache und die allgemeine Klangkulisse immer auf dem gleichen Level präsentiert. Wenn man den Ton auf einem TV-Gerät ausgeben lässt, stört das nicht allzu sehr, auf einer Heimkino-Anlage mit mehreren Lautsprechern wirkt das Ganze allerdings extrem unnatürlich.

Als Bonusmaterial gibt es lediglich den Trailer zum Film. Zudem kann man sich am PC das Presseheft der Kinoveröffentlichung im PDF-Format anschauen.

Fazit:
"Von Licht und Schatten" ist ein gut gemachter Film, der vor allem wegen seiner Darsteller und der authentisch wirkenden Schauplätze gefällt. Die Story selbst ist allerdings leider etwas lahm und wirkt wie schon tausend Mal gesehen. Technisch bewegt sich der Film auf einem deutlich höheren Niveau als bei seiner DVD-Erstveröffentlichung, schafft es aber (gerade im Soundbereich) trotzdem nicht, den verwöhnten Heimkino-Fan wirklich zu begeistern. Auch etwas umfangreicheres Bonusmaterial wäre schön gewesen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,85:1
1,85:1
105:29 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Presseheft im PDF-Format
Von Liebe und Schatten - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Von Liebe und Schatten
Of Love and Shadows

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Gute Inszenierung, unspektakuläre Story


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Argentinien / USA, 1994
Regie:
Betty Kaplan
Drehbuch:
Donald Freed
Darsteller:
Antonio Banderas, Jennifer Connelly, Stefania Sandrelli, Diego Wallraff, Camilo Gallardo

Label Deutschland :
Kinowelt Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
06.03.2009