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Kino-Besprechung - Maria am Wasser

Story:
Zu Beginn der 80er Jahre in der DDR sterben 4 Waisenhauskinder bei einer Ausflugsfahrt in einem Panzer. 22 Jahre später kommt Marcus (Alexander Beyer) zurück in seine Heimatstadt „Maria am Wasser“ und behauptet, eines der Kinder zu sein. Doch niemand glaubt ihm, nicht mal seine Mutter Maria (Marie Gruber) und sein Vater Hannes (Hermann Beyer).

Meinung zum Film:
Bereits 2006 entstand „Maria am Wasser“, jetzt, 3 Jahre später, erlebt der Film nun seine Kinopremiere. Regisseur Thomas Wendrich lieferte mit diesem Film seinen ersten abendfüllenden Beitrag ab, 2004 inszenierte er noch den Kurzfilm „Zur Zeit verstorben“. Zusätzlich zur Regie zeichnet sich Wendrich auch noch für das Drehbuch verantwortlich. Aufgewertet wird sein ruhiger Film dann noch durch gute Darsteller wie Alexander Beyer („Sophiiiiie!“) und Marie Gruber („Go Trabi go“).

Marcus kommt nach mehr als 20 Jahren zurück in sein Heimatdorf und behauptet, der totgeglaubte Sohn seiner Eltern Hannes und Maria zu sein. Hannes lebt inzwischen allein und zurückgezogen als trinkender und verschrobener Schreiberling, während seine Mutter Maria das örtliche Waisenhaus leitet. Als Marcus sich beiden vorstellt, reagieren diese mit einer Mischung aus Ungläubigkeit und Aggression. Dennoch bleibt Marcus im Dorf und beginnt einen Job als Orgelbauer in der örtlichen Kirche. Nebenbei verliebt er sich noch in die junge Alena (Annika Blendl), die ebenso wie die anderen Dorfbewohner offensichtlich ebenfalls ein Geheimnis hat. Außer mit Alena scheint er nur in dem Dorf-Pastor Konrad (Falk Rockstroh) einen Freund zu haben.

In der ersten Stunde fließt der Film wie die sächsische Elbe, die auch am titelgebenden Dorf „Maria am Wasser“ vorbeizieht, vor sich hin. Einzelne Szenen, die die Langeweile und Altbackenheit des Dorfes zeigen, taugen zu gelegentlichen Lachern, ansonsten passiert recht wenig, wobei man dem Film selbst aber keine handwerklichen Mängel vorwerfen kann. Er spielt in seinem eigenen Universum und lässt die einzelnen Figuren sich langsam entwickeln, besonders gilt dies für die Hauptperson Marcus. Nach einer Stunde kommt dann so etwas wie Spannung auf, als sich zumindest ein Rätsel aufklärt. Empfohlen werden kann der Film für Freunde von deutschen, etwas kopflastigen Dramen, wobei auch leiser Humor gelegentlich durchkommt. Allein wer durch das Schlagwort „geheimnisvoll“ eine große Portion Mystery erwartet, dürfte enttäuscht werden.

Fazit:
„Maria am Wasser“ präsentiert ein kopflastiges Drama, das durchaus seinen Reiz hat und sogar gelegentlich Humor durchscheinen lässt. Der Film lässt seinen Figuren viel Zeit sich zu entwickeln und präsentiert sich handwerklich solide. Zusätzlich aufgewertet wird er durch den guten Cast.

Maria am Wasser - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Maria am Wasser
Maria am Wasser

Bild unseres Mitarbeiters Andreas Schultz
Geheimnisse um ein totgeglaubtes Kind


Autor der Besprechung:
Andreas Schultz

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2006
Regie:
Thomas Wendrich
Drehbuch:
Thomas Wendrich
Darsteller:
Alexander Beyer, Annika Blendl, Marie Gruber, Falk Rockstroh,Hermann Beyer

Verleiher:
Timebandits Films
Kinostart Deutschland :
26.02.2009