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DVD-Besprechung - Oswalt Kolle - Deine Frau, das unbekannte Wesen
Story:
Die 68er: Kiesinger regiert Deutschland, die Zeit der Studentenunruhen, des Minirocks und der Frauenbewegung. Bob Dylan singt, The Rolling Stones rocken, der Weltraum wird erforscht, und Oswalt Kolle, der "Erforscher des deutschen Beischlafs", erkundet deine Frau - das unbekannte Wesen. Angefangen von der Darstellung romantischer Schwärmereien und Träume zweier siebzehnjähriger Mädchen, der Geschichte einer jungen Ehefrau, die beginnt, sich sexuell zu befreien, bis hin zu den psychischen und körperlichen Veränderungen einer Frau, die ihr erstes Kind erwartet: Die Frauen wollten endlich über Sex, Verhütung, Geburt sprechen.
Meinung zum Film:
Oswalt Kolle dürfte wohl eine der umstrittensten Figuren der deutschen Filmgeschichte sein.
Der selbst ernannte "Aufklärer der Nation", der Ende der 1960er und Anfang der 1970er mit
seinen Aufklärungsfilmchen für Furore sorgte, scheint auch heute noch nicht genug von seinem
Lieblingsthema zu haben. Denn nachdem im letzten Jahr erst seine Autobiografie "Ich bin so
frei" anlässlich seines 80. Geburtstags erschien, beschäftigte er sich kurz darauf für
ProSieben mit dem "Sexreport 2008", einer fünfteiligen Sendereihe, die die Ergebnisse einer
Umfrage unter knapp 56.000 Internetusern im Alter von 14 Jahren aufwärts analysierte.
"Deine Frau, das unbekannte Wesen" war Kolles zweiter großer Film nach "Das Wunder der Liebe". Der episodisch angelegte Streifen
geht auf die verschiedenen Stadien im Leben einer Frau ein und die Bedürfnisse, die zur
jeweiligen Zeit vorherrschen sollen. Anfangs zeigt er zwei jugendliche Mädchen, die sich
näherkommen, schwenkt dann über zum ersten intimen Kontakt mit einem Mann. Kurz darauf geht
es auch schon mit dem Stadium der Ehe weiter, für das Kolle eine junge Frau zeigt, die sich
nicht nur im Alltag von ihrem Mann emanzipiert, sondern auch in jeglicher anderer Hinsicht.
Schließlich folgt dann, was folgen muss ... die Schwangerschaft und die dazugehörigen
hormonellen wie auch psychischen Veränderungen.
Wie alle Kolle-Filme ist "Deine Frau, das unbekannte Wesen" heute eher als Zeitdokument zu
sehen und wirkt mittlerweile nicht nur angestaubt, sondern geradezu peinlich albern. Zwar
bewiesen die Zuschauerzahlen erneut, dass wohl damals hinter vorgehaltener Hand tatsächlich
ein enormes Interesse an den Streifen vorherrschte, doch über Kolles "Aufklärungsarbeit" und
deren "wissenschaftliche Basis" kann man heutzutage nur noch den Kopf schütteln. Wie passt
es beispielsweise zusammen, wenn er in "Deine Frau, das unbekannte Wesen" davon berichtet,
dass sich die Frauen "endlich aus Vorherrschaft des Mannes und seiner Doppelmoral befreien",
wenn er beim im gleichen Jahr entstandenen "Zum Beispiel Ehebruch" freie Liebe und Verständnis für den
Mann, der gar nicht anders kann, als von Natur aus so zu sein, propagiert? So stellen die
Kolle-Filme heutzutage vielleicht noch Sammlerstücke für Fans der deutschen Kinogeschichte
dar, sowohl über die inhaltliche als auch die technische Qualität kann man, objektiv
betrachtet, aber nur noch den Kopf schütteln.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild von "Deine Frau, das unbekannte Wesen" hinterlässt beim Zuschauer einen recht
negativen Eindruck. Der Transfer ist übertrieben stark weichgezeichnet, verfügt über
keinerlei Details und kann nur mit ausgebleichten, matschigen Farben aufwarten, während der
Kontrast überstrahlt. Dem Rauschen scheint man mit einem Filter zu Leibe gerückt zu sein,
was deutlich auffällt, wenn die Körnung bei Bewegungen dann plötzlich umso stärker sichtbar
wird. Der Ton liegt in Mono vor und klingt insgesamt ziemlich blechern. Die
Dialogverständlichkeit bleibt jedoch gewährleistet, wobei die Abmischung sehr unausgewogen
ausgefallen ist und einige Szenen sehr laut, andere sehr leise wirken.
Als Bonusmaterial gibt es lediglich Trailer zu sämtlichen Kolle-Filmen.
Fazit:
"Deine Frau, das unbekannte Wesen" war nach "Das Wunder der Liebe" der zweite große
Aufklärungsstreifen von Oswalt Kolle und beleuchtet die psychischen und körperlichen
Veränderungen im Leben einer Frau sowie die Bedürfnisse, die in den unterschiedlichen
Stadien vorherrschen. Heutzutage wirkt der Film leider nicht nur extrem angestaubt, sondern
geradezu peinlich albern und bleibt höchstens ein Sammlerstück für Fans der deutschen
Kinogeschichte. Auch die DVD kann in keinem Bereich wirklich punkten. Weder überzeugt die
technische Qualität noch fällt das Bonusmaterial interessant aus.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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88:07 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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Deine Frau, das unbekannte Wesen
Deine Frau, das unbekannte Wesen
Angestaubt, peinlich und von inhaltlich zweifelhafter Qualität
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 1969 Regie: Alexis Neve Drehbuch: Oswalt Kolle Darsteller: Heidrun Kussin, Sonja Lindorf, Itta Schahm, Kathrin Kretschmer, Bert Hochschwarzer
Label :
3L
Verkaufsstart : 26.02.2009
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