 |
DVD-Besprechung - Oswalt Kolle - Zum Beispiel Ehebruch
Story:
Oswalt Kolle zeigt anhand von zwei Seitensprüngen in der Ehe, wie die jeweiligen Partner mit diesem Vertrauensbruch umgehen. Mal ist die Frau von einem Jugendfreund betört und gibt sich ihm auf einer grünen Wiese hin, Mal ist es ein Ehemann, dem eine hübsche junge Dame im Büro schöne Augen macht. In beiden Fällen gibt es zu Hause Stunk.
Meinung zum Film:
„Oswalt Kolle – Zum Beispiel Ehebruch“ ist der vierte Film des deutschen Sexualaufklärers und somit der vierte innerhalb von zwei Jahren. Kolle hat sein Erfolg in Sachen Qualität nicht gut getan, denn ansonsten hätte er sich dem Thema Ehebruch nicht so plump angenähert. Offenbar kam ihm die Idee zu diesem Filmthema, als im selben Jahr, 1969, der Ehebruch als Straftatbestand abgeschafft wurde. Flugs wurde der Film auf eine etwas billige Art gemacht und Kolles persönliche Ansicht über den Seitensprung auf Film gebannt. Eigentlich muss jeder Mensch mit sich selbst ausmachen, wie er ein Fremdgehen verarbeitet, doch der Film suggeriert dem Zuschauer, dass man offen mit einer solchen Situation umgehen soll und daraus einen Anreiz und eine Chance für die Beziehung ziehen soll.
Kolle wird sogar noch deutlicher und lässt kritiklos die These über dem Set stehen, dass gerade Männer so etwas brauchen und dieser Drang, mit einer anderen Frau Sex zu haben, völlig normal sei. Geliebt wird die eigene Frau, aber Geschlechtsverkehr mit einer Geliebten muss einfach drin sein. Während er dem Mann einen Freifahrtschein ausstellt, bekommt die Frau eher den Stempel einer Schlampe aufgedrückt. Interessanterweise ist dies ein Denken, das auch heute noch vorherrscht. Hat ein Mann was mit vielen Frauen, ist er der Held oder zumindest ein Ladykiller, wenn eine Frau selbiges tut, dann ist sie halt die Dorfmatratze. Eine verquere Sicht der Dinge und im Zeitalter der Gleichberechtigung alles andere als fair.
Man kann dem Filmchen, denn mehr ist es aus heutiger Sicht nicht, aber anmerken, dass die große Bombe der Aufklärung geplatzt ist, denn die Dialoge sind deutlich freizügiger als noch im Erstling „Oswalt Kolle - Das Wunder der Liebe“. Auch werden nun sexuelle Praktiken jenseits der Missionarstellung gezeigt bzw. angesprochen, so zum Beispiel Oralsex. Bei aller Freizügigkeit hat er aber, wie oben bereits angeführt, dem Thema zu sehr seinen Stempel aufgedrückt. Die Dialoge sind weitgehend plump und klischeebehaftet. Während z.B. der Mann gar nicht einsieht, dass er die Gefühle seiner Frau verletzt hat, wirkt die Frau wie eine lästige Kreische, die selbst Schuld an der Situation hat. Dieses Filmwerk ist schwach und steht im krassen Gegensatz zu seinem ersten Aufklärungsfilm.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität ist nicht besonders gut und es hat den Anschein, als wäre lediglich digitalisiert und nicht überarbeitet worden. De Farben sind stumpf und die Bildfehler deutlich erkennbar. Der Ton ist weitgehend in Ordnung.
Als Extra gibt es die Trailer zu den übrigen Kolle-Filmen.
Fazit:
Mit „Oswalt Kolle – Zum Beispiel Ehebruch“ ist kein Blumentopf zu gewinnen und er taugt auch nicht als repräsentatives Zeitdokument. Dafür spielt hier zu sehr Kolles persönliche Ansicht eine Rolle und der Charme seines ersten Werks erreicht er nicht einmal ansatzweise.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
1,33:1
|
79:02 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 2.0 |
|
Untertitel:
|
|
Keine |
|
Bonusmaterial:
|
- Trailershow zu den Kolle-Filmen
|
|  |
Oswalt Kolle - Zum Beispiel Ehebruch
Oswalt Kolle - Zum Beispiel Ehebruch
Müde Aufklärung rund ums Fremdgehen
Autor der Besprechung:
Jörg Hesse
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 1969 Regie: Alexis Neve, Oswalt Kolle Drehbuch: Oswalt Kolle Darsteller: Marianne Lebeau, Heidrun Kussin, Gert-Joachim Ganzmayr, Bert Hochschwarzer, Kathrin Kretschmer
Label :
3L
Verkaufsstart : 26.02.2009
|