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DVD-Besprechung - 30 Days Until I'm Famous
Story:
Maggie ist ein hart arbeitendes junges Mädchen mit wenig Zeit für Träume, Cole ein egoistischer Musikmanager auf der Jagd nach dem nächsten Deal. Als Cole eine Wette abschließt, dass er aus jedem gewöhnlichen Mädchen einen Popstar machen kann, wird die ahnungslose Maggie sein Versuchsobjekt.
Meinung zum Film:
Maggie (Camille Guaty) hat es nicht gerade leicht im Leben. Zusammen mit ihrer Großmutter,
Mutter, Schwester und ihrem Neffen wohnt sie in einem relativ armen Viertel von Los Angeles.
Während der Rest der ursprünglich aus Südamerika stammenden Familie am liebsten
spanischsprachige Soaps im Fernsehen schaut (oder ihre Schwester mal wieder auf dumme
Gedanken kommt und im Knast landet), arbeitet die junge Frau bei einem Kurierdienst, um die
Miete für das Haus, in dem sie wohnen, bezahlen zu können. Ihr Vater, ein leidenschaftlicher
Musiker, starb, als sie 16 war und schon seit damals kommt sie für den Unterhalt der Familie
auf. Einen Tod allein auf Tour stellt sie sich schrecklich vor und so ist es auch nicht
weiter verwunderlich, dass sie selbst keinerlei Bestreben hat, ins Musikgeschäft
einzusteigen oder ein "Star" zu werden. Doch genau dazu will sie Cole (Sean Patrick
Flanery), der Mitarbeiter einer Plattenfirma, machen. Als nämlich ein anderer Mitarbeiter
befördert werden soll, der noch nie wirkliches Talent zutage gefördert hat, beschwert er
sich bei seinem Chef Barry (Udo Kier), woraufhin dieser ihm eine Wette vorschlägt: Cole
macht aus einem von Barry gewählten Mädchen innerhalb von 30 Tagen einen Star oder er fliegt
raus. Und natürlich fällt Barrys Wahl ausgerechnet auf Maggie, als diese vollgepackt mit
Kurierlieferungen im Eingang der Plattenfirma zusammenbricht.
Cole spricht sie sofort an und ist zunächst verwundert, dass sein Gegenüber so gar kein
Interesse daran hat, ein Star zu werden. Schließlich will das doch jeder! Zunächst sieht es
auch noch so aus, als würde Maggie bei ihrem Standpunkt bleiben ... die von Cole für vier
Wochen Arbeit angebotenen 40.000 Dollar und ein Vermieter, der mit dem Rausschmiss droht,
wenn nicht am nächsten Tag die Mietrückstände beglichen werden, können sie dann aber doch
noch überzeugen, bei dem "Projekt" mitzuwirken. Cole recherchiert fleißig, was ein heißer
Latinostar im Moment alles zum Erfolg braucht - und schleppt schließlich die abgedrehte Lupe
Horowitz (Mindy Sterling) an, die Maggie beibringen soll, eine echte Latina zu sein. Zwar
ist die Frau eine Weiße, doch geht es schließlich nicht um Natürlichkeit, sondern
darum, eine Latina zu erschaffen, wie man sie sich im Musikbusiness vorstellt. Singen kann
Maggie von Natur aus gut, doch Tanzen muss sie erst noch lernen ... genau wie den richtigen
übertriebenen Akzent, denn sie spricht kein Wort Spanisch. Schon bald entsteht das Starlet
"Solita", doch wird sich Maggie als Kunstfigur wirklich lange wohlfühlen? Und sind Cole und
sie sich nähergekommen oder sah er in ihr immer nur "Solita"?
"30 Days Until I'm Famous" ist eine sehr seichte romantische TV-Komödie, die auf satirische
Weise die Kunstwelt der Musikindustrie angreift, ohne dabei wirklich tiefgründig zu werden.
Die Unterhaltung steht klar im Vordergrund, auf die Probleme, die dieses Klischeedenken mit
sich bringt, wird kaum bis gar nicht eingegangen. Das darf man von einem Film, der für den
Musiksender VH-1 produziert wurde, aber wohl auch nicht wirklich erwarten. Auch die Story
bietet keinerlei Überraschungen und verläuft von Anfang bis Ende, wie es der mit dem Genre
vertraute Zuschauer erwartet. So bleibt "30 Days..." eine locker flockige Komödie für
zwischendurch, die zwar keinerlei bleibenden Eindruck hinterlässt, aber durch sympathische
Darsteller gefällt. Camille Guaty macht sowohl als Maggie als auch als "Solita" einen netten
Eindruck, wenngleich ihr letzter musikalischer Auftritt im Film etwas unnatürlich wirkt und
die nötige Ausstrahlung vermissen lässt. Sean Patrick Flanery, der vor allem als "junger
Indiana Jones" bekannt wurde, gibt einen überzeugenden Musikmanager ab und füllt seine Rolle
mit dem nötigen Charme aus, den der Film braucht, um die in erster Linie jugendlichen
weiblichen Zuschauer bei der Stange zu halten. Wer die Musikfilme des Disney-Channels mag,
wird wohl auch den etwas erwachseneren "30 Days Until I'm Famous" mögen.
Digitale Aufarbeitung:
Laut Coverangabe soll der Film im Format 1,85:1 vorliegen, doch da es sich um eine VH-1-
Produktion handelt und der Sender selbst heute noch gern in Vollbild produziert, präsentiert
die DVD "30 Days Until I'm Famous" auch nur im 4:3-Originalformat. Dem Transfer merkt man
dann auch die typischen TV-Probleme an. Alles könnte einen ordentlichen Tick schärfer sein
und durchgängig fällt ein leichtes Grieseln auf. Insgesamt wirkt das Bild aber klar und
sauber und auch die Farben sind die meiste Zeit über natürlich (bis auf zwei Szenen, in
denen ein extremer Grün- bzw. Gelbstich vorherrscht). Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch
in Stereo vor. Bei beiden Fassungen sind die Dialoge gut verständlich, allerdings sollte man
unbedingt auf den Originalton zurückgreifen, da sich die deutschen Synchronsprecher extrem
unprofessionell und unangenehm anhören. Die deutschen Stimmen klingen fast so wie die, die
bei "Talk Talk Talk" die Ausschnitte amerikanischer Talkshows vertonen. Sehr ärgerlich, dass
die Synchronisation so misslungen ist, da die Stimmen extrem unsympathisch wirken und somit
den einzigen Pluspunkt des Films - die netten Darsteller - zugrunde richten.
Als Bonusmaterial gibt es lediglich Trailer diverser Sunfilm-Veröffentlichungen. Zu "30 Days
Until I'm Famous" selbst ist auch einer enthalten, der allerdings aussieht, als hätte man
ihn zu YouTube-Anfangszeiten aus dem Netz runtergeladen: extrem verpixelt, mit unflüssigen
Bewegungen und Kompressionsartefakten ...
Fazit:
"30 Days Until I'm Famous" ist eine seichte romantische TV-Musikkomödie, die zwar absolut
gar keine Überraschungen bietet, aber zumindest durch sympathische Schauspieler punkten
kann und einen netten Zeitvertreib für zwischendurch darstellt. Die technische Qualität
entspricht dem, was man von einer VH-1-Fernsehproduktion erwarten muss und liegt im
mittelmäßigen Bereich. Besonders ärgerlich ist allerdings die misslungene Synchronisation,
die nicht nur unprofessionell wirkt, sondern äußerst unangenehm klingende Sprecher zum
Einsatz kommen lässt. Wer den Film sehen möchte, sollte also unbedingt auf den englischen
Originalton zurückgreifen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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82:54 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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30 Days Until I'm Famous
30 Days Until I'm Famous
Seichte Musik-Liebeskomödie mit sympathischen Darstellern
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2004 Regie: Gabriela Tagliavini Drehbuch: Laura Angelica Simon Darsteller: Sean Patrick Flanery, Camille Guaty, Alanna Ubach, Jack Plotnick, Udo Kier
Label :
Savoy Film Verkaufsstart : 13.03.2009
Vertrieb :
Rainbow Home Entertainment AG Verkaufsstart : 13.03.2009
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