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DVD-Besprechung - Jeder braucht einen Engel
Story:
Tom (Matthew Beard) leidet unter der bevorstehenden Scheidung seiner Mutter, die einen neuen Mann kennen gelernt hat und reißt immer wieder von zu Hause aus. Bei einer seiner Touren findet er einen scheinbar herrenlosen Hund. Er folgt ihm in eine Ruine, in der sich die beiden vor einem Gewitter schützen wollen und fällt durch eine Wand hindurch. Doch dabei ist er auch durch die Zeit gefallen, denn er findet sich im England des Jahres 1941 wieder. Dort begegnet er der kleinen May (Charlotte Wakefield), die von einer Soldatin aus einem durch einen Bombenangriff zerstörten Haus geborgen worden war. Seitdem will sie nicht mehr in ein Haus gehen und lebt mit dem Hund, den Tom gefunden hatte, in einer Hundehütte…
Meinung zum Film:
Melvin Burgess ist in Großbritannien ein bekannter Autor für Jugendbücher und hat die Romanvorlage für diesen Film verfasst. Leider gibt es diesen Roman noch nicht in einer deutschen Übersetzung, so dass man nur die Möglichkeit hat, das englische Original zu lesen oder nur diesen Film zu sehen. Die Geschichte ist anrührend erzählt und beruht letztendlich auf der Frage, was man verändern kann, wenn man die Möglichkeit hat, in die Vergangenheit zurück zu reisen. Dabei ist es gar nicht einmal so wichtig, in welche Zeit Tom zurück geschickt wird. Da aber das Trauma des zweiten Weltkriegs immer mal wieder auch für eine Geschichte gut ist, hat sich Burgess wohl für diese Zeit entschieden. Vielleicht aber auch, um den verwöhnten Kids von heute einmal zu zeigen, wie die Kinder damals aufwuchsen. Freilich gibt es ein paar Probleme bei Zeitreisegeschichten. Denn die Paradoxien sind nicht weit entfernt und natürlich stellt sich gerne einmal die Frage nach der Logik. Beides wird umschifft, mal gut, mal weniger gut. Dass Tom beispielsweise noch weiß, wie May als alte Frau gelebt hat, obwohl er etwas verändert hat, ist nicht unbedingt logisch zu nennen. Immerhin hat sich Burgess dafür entschieden, am Schluss nicht die komplette Kitschkarte zu ziehen und ein harmonisches und gutes Ende zu schreiben.
Im Laufe von „Jeder braucht einen Engel“ kommt das Gefühl auf, dass der Film auch „Tom und May rennen“ hätte heißen können. Denn viele der gemeinsamen Szenen bestehen aus Rennen und Flüchten, manchmal vor Bomben, manchmal vor anderen Kindern, manchmal nur, um von A nach B zu kommen. Vieles davon dient nicht unbedingt dem Film und seiner Erzählung und hätte durchaus auch kürzer gestaltet werden können. Darunter leidet leider auch die Entwicklung der Charaktere. In den immerhin 95 Minuten des Films wird der Zuschauer gerade einmal mit Tom und May richtig warm, der Rest des Casts bleibt eher blass und kaum ausgearbeitet. Hier hätte man deutlich mehr machen müssen und können. Sicherlich ist die Beziehung zwischen Tom und May sehr wichtig und der Rest weniger spannend, aber auch hier wird nicht ganz klar, warum Tom überhaupt so viel Einfluss auf May haben kann. Immerhin sind es drei Tage, in denen die Beiden zusammen sind, da hätte man sehr viel mehr an gemeinsamen Szenen zeigen können, die die Charaktere besser hätten miteinander verweben können. So bleibt der Film insgesamt hinter den Möglichkeiten zurück und ist eben „nur“ ganz nett und anrührend, geht aber nicht wirklich ins Herz.
Matthew Beard stand schon mit zwei Jahren in der TV-Serie „Soldier, Soldier“ vor der Kamera und hat seither mit seinen gerade einmal 20 Jahren eine beeindruckende Reihe von TV-Auftritten hinter sich. „Jeder braucht ein Engel“ ist sein vierter Auftritt als Schauspieler (damals war er 13) und er kann in seiner Rolle überzeugen. Den bockigen Jungen nimmt man ihm genauso ab, wie den sich sorgenden, heranwachsenden Teenager. Für Charlotte Wakefield indes war der Film die erste Rolle überhaupt. Doch nach dieser überzeugenden Vorstellung wird man sicher noch mehr von ihr hören. Derzeit befindet sich ein TV-Film mit dem Titel „Occupation“ mit ihr in einer Nebenrolle in der Post-Production. Der Rest des Casts ist durchaus prominent besetzt mit Julie Cox („Dune“), sowie Tom Wilkinson („Batman Begins“), aber sie haben alle leider nur kleine Rollen, so dass nicht viel über ihr Spiel gesagt werden kann.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild entspricht leider gar nicht den heutigen Standards. Ein starkes Rauschen ist festzustellen und ab und zu sind die Personen auch etwas unscharf. Der Kontrast ist nicht gut eingerichtet worden und lässt schwarze Flächen leicht grau erscheinen. Die Farben wirken sehr gedeckt, wenig realistisch. Der Ton liegt nur in Dolby Digital 2.0 in Englisch und Deutsch vor. Vorsicht ist beim Umschalten zwischen den Sprachen zu walten, denn der deutsche Ton ist deutlich lauter abgemischt. Hier sollte man die Fernbedienung zum Regulieren der Lautstärke parat liegen haben.
Die Sonderausstattung der DVD ist … gewöhnungsbedürftig. Im DVD-ROM-Teil liegen Jahresplaner für 2009, sowie Ferienkalender für 2008 bis 2010 bei. Beide sind mit einer Hintergrundgrafik versehen, die das Schreiben auf dem Papier eher unmöglich machen wird. Der Stundenplan wurde besser durchdacht und hat weiße Felder zum Schreiben. Außerdem gibt es einen sehr kurzen Abriss des zweiten Weltkriegs. Alle Dokumente liegen als PDF-Dateien vor. Man darf sich getrost fragen, wie sinnvoll diese Extras sind. Auf der DVD selbst gibt es Biografien der Darsteller und den Originaltrailer anzusehen.
Fazit:
Insgesamt ist es etwas schade, dass die Produzenten nicht mehr aus dem zweifelsohne interessanten Stoff gemacht haben. „Jeder braucht einen Engel“ ist ein netter Film, allerdings mit einigen Schwächen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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95:58 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Originaltrailer
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Biografien
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Schulmaterial
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Der 2. Weltkrieg – Eine thematische Einführung
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Jeder braucht einen Engel
An Angel For May
Auch Filme brauchen Engel
Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 2002 Regie: Harley Cokeliss Drehbuch: Peter Milligan, Melvin Burgess Darsteller: Tom Wilkinson, Richard Fleeshman, Dora Bryan, Charlotte Wakefield, Matthew Beard, Matthew McNulty, Julie Cox, Anna Massey, Hugo Speer, Angeline Ball
Label :
Epix
Verkaufsstart : 27.03.2009
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