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DVD-Besprechung - Der bewegte Mann
Story:
Axel (Til Schweiger) ist ein Schürzenjäger vor dem Herrn und als ihn seine Freundin Doro (Katja Riemann) wieder einmal bei einem Seitensprung erwischt, scheint es aus zu sein. Sie wirft ihn aus der gemeinsamen Wohnung heraus. Axel findet Unterschlupf bei dem schwulen Norbert (Joachim Król). Der attraktive Axel löst in Norbert einen ganzen Blumenstrauß an Gefühlen aus. Doch dann erfährt Doro, dass sie schwanger ist und sie versucht Axel zu finden. Das Wiedersehen findet aber dummerweise in dem Moment statt, als Axel und Norbert ein Nümmerchen schieben…
Meinung zum Film:
Als Sönke Wortmann („Das Superweib“) 1994 „Der bewegte Mann“ drehte, waren die modernen Comicverfilmungen noch weit entfernt und auch wenn Ralf König das Filmplakat zeichnete und für die Originalvorlage verantwortlich war, so war es doch eher verschämt erwähnt worden, dass hier ein Comic verfilmt wurde. Dabei gehört Ralf König bereits seit Jahrzehnten zu den erfolgreichsten Comiczeichnern in Deutschland und wird in der Popularität nur noch durch Werner-Erfinder Brösel geschlagen. Ralf König machte Schwule hoffähig, indem er aberwitzige Comics mit autobiografischem Ansatz zeichnete und Texte, die aufzeigten, dass schwule Männer auch nur Menschen sind. Menschen mit Problemen, wie sie durchaus auch Heteros haben. Wer ist der richtige Partner für mich? Und gibt es überhaupt den richtigen Partner?
Es sind genau diese Fragen, die auch in diesem Film die Hauptsache spielen. Axel fragt sich, ob Doro seine wahre Liebe ist und wird doch immer wieder von seinen Trieben überwältigt. Doro wiederum stellt sich genau dieselbe Frage in Bezug auf Alex und wird ausgerechnet von der Schwangerschaft aus der Bahn geworfen und leidet nicht minder, als sie zu der Überzeugung gelangt, dass Alex mindestens Bi, wenn nicht schwul ist. Und Norbert? Der würde Axel am liebsten zu seinem Liebhaber machen und ist ihm dann doch nur ein guter Freund. All das wird von Sönke Wortmann gekonnt in einer Komödie umgesetzt, in der es immer wieder zu überraschenden Wendungen kommt. Sicher hat Wortmann in vielerlei Hinsicht von der hervorragenden Vorarbeit von Ralf König profitiert, der Charaktere geschaffen hat, die in sich schon komisch genug sind. Dennoch: Man muss diese Vorarbeit erst einmal umsetzen können und das gelingt Wortmann hervorragend.
Til Schweiger war bis zu diesem Film eher durch seichte Rollen in Erinnerung geblieben, insbesondere durch den Film „Manta, Manta“. Es war aber „Der bewegte Mann“, der ihn in die erste Riege der deutschen Schauspieler katapultierte und das zu Recht. Seine Leistung ist es, die diesen Film prägt. Er stellt alle anderen Darsteller in den Schatten und das nicht durch große Sprüche, sondern durch ein subtiles Spiel, das die Gefühle in den Vordergrund stellt. Sicher vollbringt auch Katja Riemann („Bandits“) eine sehr gute Leistung. Aber da ihr Charakter ein wenig over-the-top ist, muss sie überziehen und so gerät ihr Spiel nicht so natürlich, wie das von Til Schweiger. Insgesamt ergänzen sie sich aber wirklich gut und machen den Film zu einem Erlebnis deutschen Humors.
Digitale Aufarbeitung:
Über zehn Jahre hat der Film auf dem Buckel und doch sieht das Bild perfekt aus. Ein sehr guter Kontrast, schöne, kräftige Farben und so gut wie keine Alterserscheinungen lassen Freude aufkommen. Der Ton liegt zwar in Dolby Digital 5.1 vor, aber kann nur wenige echte Akzente setzen. Meistens kommen alle Töne gleichmäßig aus allen Richtungen. Da hätte man mehr daraus machen können.
Als Extras liegen dem Film Darstellerinfos in Form von Texttafeln bei.
Fazit:
„Der bewegte Mann“ war die Initialzündung für die Karrieren von Sönke Wortmann und Til Schweiger und das zu Recht. Hier kann man sehen, zu was deutscher Humor fähig ist, ohne den Vorschlaghammer auszupacken. Lustig, kurzweilig und genial.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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89:53 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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Der bewegte Mann
Der bewegte Mann
Bi, Schwul oder doch Hetero?
Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 1994 Regie: Sönke Wortmann Drehbuch: Ralf König, Sönke Wortmann Darsteller: Til Schweiger, Christof Wackernagel, Martin Armknecht, Rufus Beck, Joachim Krol, Nico van der Knaap, Martina Gedeck, Kai Wiesinger, Katja Riemann, Armin Rohde
Label :
Constantin Film
Verkaufsstart : 05.03.2009
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