Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Richard Speck: Chicago Massacre
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Richard Speck: Chicago Massacre

Story:
Bei seiner Reise aus dem Herzen Texas nach Chicago lernt Richard Speck (Corin Nemec) eine Schwesternschülerin kennen, der er Abends einen Besuch im Schwesternwohnheim abstattet. Doch anstatt ein Gespräch zu führen, tötet Speck an diesem Abend neun Schülerinnen, die zufällig anwesend waren. Detective Jack Whitaker (Andrew Divoff) macht sich auf die Suche nach dem Massenmörder, bekommt von seinem Vorgesetzten, Captain Dunning (Tony Todd) aber eine enge Zeitfrist von 3 Tagen zur Ergreifung gesetzt, da Durning unnötige Unruhen in einer ohnehin schon aufgeladenen Atmosphäre in der Stadt befürchtet.

Meinung zum Film:
„Chicago Massacre: Richard Speck“ von Regisseur Michael Feifer (“The Graveyard”) basiert auf dem Leben von Richard Franklin Speck, der in der Nacht vom 13. auf den 14.07.1966 in einem Schwesternwohnheim in Chicago neun Schwesterschülerinnen mit einem Messer ermordete. Bereits wenige Tage nach der Tat konnte Speck von den Behörden gestellt werden, als er sich in einem Krankenhaus behandeln lassen wollte. Er wurde zu einer mehrmaligen, lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt und starb schließlich 1991 in seiner Zelle. Nach seinem Tode wurde ein Video gefunden, in dem ausgelassene Feiern in der Gefangenschaft zu sehen sind und in dem Speck eine Aussage machte, die für große Empörung sorgte: „Wenn sie wüssten, wie viel Spaß ich hier habe, würden sie mich sofort freilassen.“ Und genau diese Aussage nutzt auch Feifer als Einstieg für seinen Film. Speck spricht diese in die Kamera und anschließend nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Allerdings werden die Geschehnisse nicht chronologisch erzählt. Es gibt zu Beginn eine knappe, oberflächliche Einleitung von Speck, die Zeit bis zum Massaker im Schwesternwohnheim ist aber kaum der Rede wert, da sie nicht mehr aussagen, als dass Speck ein moralloser Kindskopf ist, der schon öfter dem Richter gegenüber saß. Die Morde an den Schülerinnen werden auch erst einmal nicht gezeigt. Nachdem Speck sie in seine Gewalt gebracht hat, geht es gleich mit den Detektiven weiter, über die es dann zunächst eine der neun Leichen zu sehen gibt. Erst im weiteren Verlauf wird durch immer neue Rückblenden gezeigt, was sich in der blutigen Nacht ereignet hat. Auf gleichem Wege wird auch das Leben von Speck immer weiter unter die Lupe genommen, was aber nicht über stereotype Muster hinausgeht. Dabei wendet sich der Film-Speck von den Charakterprofilen des tatsächlichen Serienkillers ab. Denn diese besagen, dass dieser in weitgehend nüchternem Zustand ein Feigling mit großen Minderwertigkeitskomplexen war, der lediglich im zugedröhnten Kopf zum brutalen Irren mutierte. Im Film jedoch marschiert er stets arrogant und cool mit Cowboyhut durch die Gegend und ist immer Herr der Lage.

Authentisch erscheint aber auch so manche anderes nicht. So wird sich sicherlich manch einer fragen, warum der ständig lallende Speck so großen Gefallen bei der Frauenwelt findet. Auch die Dialoge von Detective Jack Whitaker sind zum davonlaufen mit Pathos und Coolness gefüllt, dass man darüber im Grunde nur lachen kann. Nicht viel besser ist die Aktion von seinem Vorgesetzten, ihm ein Zeitlimit von läppischen drei Tagen für die Jagd nach einem unbekannten Massenmörder zu setzten und ihn nach Ablauf dieser Frist dann auch tatsächlich kurzerhand vom Fall abzuziehen und zwei Kollegen auf den Fall anzusetzen. Wenn der Film dabei wenigstens annähernd spannend umgesetzt worden wäre, hätte man es vielleicht noch durch Verdrängung akzeptieren können, doch durch die ewigen Zeitsprünge, dem platten Charakter des Richard Speck und den Witzfiguren von Polizisten wird auch diese bereits im Keim erstickt. Regisseur Feifer hat sehr viel falsch gemacht bei diesem Film, weswegen „Chicago Massacre: Richard Speck“ kaum ein dankbares Publikum finden dürfte.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist so eben noch durchschnittlich ausgefallen. Vor allem in dunkleren Szenen ist starkes Rauschen deutlich zu erkennen, die Schärfe kann auch nicht immer überzeugen. Die Farben werden durch den tiefen Kontrast geprägt, was aber sicherlich ein gewolltes Stilmittel sein dürfte. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist gut verständlich, die Surroundlautsprecher werden in erster Linie vom Sondtrack bedient.

Als einziges deutschsprachiges Extra neben dem Trailer gibt eine knapp 8-minütige Doku über Richard Speck, die mit den recht reißerisch gesprochenen Informationen zwar ein wenig gewöhnungsbedürftig ausfällt, aber immerhin einen guten Einblick in die tatsächlichen Geschehnisse im Juli 1966 bietet. Zusätzlich ist auch ein filmbegleitender Audiokommentar mit Regisseur Michael Feifer und Hauptdarsteller Corin Nemec auf der Disc enthalten, der allerdings keine Untertitel bietet und von daher gute Englischkenntnisse notwendig sind, um diesen verstehen zu können.

Fazit:
„Chicago Massacre: Richard Speck“ ist ein True-Crime-Thriller, der weder vom Aufarbeiten des Charakterprofils Specks noch von Seiten der Spannung überzeugen kann. Ungünstige Zeitsprünge, dümmliche Polizisten, platte Dialoge und nicht nachvollziehbare Aktionen sorgen dafür, dass der Unterhaltungswert des Filmes auf einem unteren Wert gehalten wird.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,78:1
1,78:1
88:19 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Regisseur Michael Feifer und Hauptdarsteller Corin Nemec
  • Dokumentation
  • Trailer
Richard Speck: Chicago Massacre - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Chicago Massacre: Richard Speck
Chicago Massacre: Richard Speck

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Müder True-Crime-Thriller mit platten Charakteren und ebensolchen Dialogen


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007
Regie:
Michael Feifer
Drehbuch:
Michael Feifer
Darsteller:
Corin Nemec, Andrew Divoff, Tony Todd, Debbie Rochon, Joanne Chew, Cherish Lee, Kelsey McCann, Daniel Bonjour

Label Deutschland :
MiG Film
Verkaufsstart Deutschland :
09.04.2009