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DVD-Besprechung - Mr. Boo - Teil 1-4

Story:

Mr. Boo 1 – Erste allgemeine Verunsicherung:

Als Chef einer Detektei ist Mr. Boo (Michael Hui) ebenso rigoros wie geizig. Seine Mitarbeiter wie der etwas unbeholfene Rusty (Ricky Hui) haben nur wenig zu lachen und umso mehr Arbeit. Aber Mr. Boo hat Geschäftsinn und indem er den Kampfsportler Kim (Samuel Hui) einstellt, kommt er bei so mancher Ermittlung schnell zu Ziel. Dummerweise passieren den Detektiven die sagenhaftesten Ungeschicke.

Mr. Boo 2 – Zweite allgemeine Verunsicherung:

Von einer Karriere beim Fernsehen träumt so mancher Nachwuchskünstler und schnell wird dann mal ein Vertrag geschlossen, den man später bereut. Chih-Wen (Michael Hui) ist so ein hoffnungsloser Kandidat und hat so einen Knebelvertrag mit dem Sender MTV abgeschlossen. Im Prinzip gehört er dem Sender und eines Tages geschieht das schier unglaubliche und Chih-Wen wird zu einem Shooting Star des Senders. Seine unbeholfene Art wird zum Kult und er erlebt einen witzigen Aufstieg.

Mr. Boo 3 – Vorletzte allgemeine Verunsicherung:

In einer Wach- und Sicherheitsfirma in Hongkong ist der herrische Sergeant Chow (Michael Hui) ein gnadenloser Ausbilder. Seine Untergebenen haben nichts zu lachen und Chow brüstet sich mit Heldentaten die er nie geleistet hat. Eines Tages jedoch wendet sich das Blatt und der Sohn des Firmenchefs übernimmt das Kommando und degradiert Chow wegen seiner Unfähigkeiten. Gleichzeitig vereiteln die Neulinge Sam (Samuel Hui) und Bruce (Ricky Hui) einen Überfall und werden befördert. Zunächst ist Chow empört, doch bald erkennt er seine Fehler und unterstützt Bruce und Sam im Kampf gegen das Verbrechen.

Mr. Boo 4 – Letzte allgemeine Verunsicherung (Ente gut, alles gut):

Grillenten sind in Asien eine beliebte Speise und Ah Hui (Michael Hui) ist der Besitzer eines solchen Spezialitätenrestaurants. Mit seiner geheimen Würzmischung bereiten er und seine Crew das Geflügel zu. Leider achten seine unterbezahlten Mitarbeiter nicht sonderlich auf die Sauberkeit und so kann sich schon mal Zigarettenasche in die Suppe verirren. Als eine große Restaurantkette direkt gegenüber seinem schäbigen Laden ein Geschäft eröffnet, geht der Umsatz rapide zurück. Ah Hui muss sein Konzept und sein Leben komplett überdenken.



Meinung zum Film:
Die „Mr. Boo“-Box bietet zwei DVD’s mit jeweils zwei Filmen aus der mittlerweile mehrjährigen Komödienreihe. Jeder Film bietet eine in sich geschlossene Geschichte und die nun veröffentlichten Spielfilme haben untereinander keine inhaltlichen Gemeinsamkeiten. Diese Machart erinnert ein wenig an die britische „Ist ja irre“-Reihe, bei der das gleiche Ensemble immer wieder in neue Rollen und Themen geschlüpft ist. Hier sind es die Gebrüder Hui, die fleißig vor sich hin blödeln dürfen und das mit dem härtesten asiatischen Humor. Die Ansichten über Dinge die lustig sind oder auch nicht, finden zeitweise eine recht straffe Abgrenzung und für so manchen Europäer ist der asiatische Humor manchmal ein wenig bis sehr stark gewöhnungsbedürftig. Es gibt ein paar Produktionen, die auch hierzulande die Aufmerksamkeit erregt und auch ihr Publikum gefunden haben, wie z.B. die „Mad Mission“-Filme. „Mr. Boo“ wird es da etwas schwerer haben, für seine Fans hingegen ist die Box ein echtes Muss.

Die deutschen Titel der vier Filme sind eine kleine Mogelpackung und suggerieren dem Leser, dass die Filme zusammenhängen. Dies ist, wie oben bereits schon geschrieben, nicht der Fall. Macht aber nichts, wenn sich der Zuschauer die Filme ansieht und feststellen kann, dass in allen Teilen heftig an der Komikschraube gedreht wurde. Die Hui-Brüder haben versucht, nahezu jede Sekunde des Films mit einem Gag zu garnieren, was die Abläufe dann manchmal recht hektisch macht und auch nicht jeder Ulk zündet wie ein Knallbonbon. Der Kopf der Truppe ist Michael Hui („Auf dem Highway ist die Hölle los“) und die Hauptcharaktere sind Chefsache. Samuel („Mad Mission“) und Ricky („Miracles - Der beste Boss der Unterwelt“) schlüpfen in recht opulente Nebencharaktere und müssen sich einiges von ihrem Bruder anhören. Dadurch, dass sie oft gemeinsam vor der Kamera standen, passen Mimik und Gestik sehr harmonisch zueinander.

Mal spielt dieser den herrischen Chef einer Detektei, der seine Angestellten nicht nur schikaniert, sondern auch noch schlecht bezahlt. Dann schlüpft er in die Rolle eines Ausbilders, der dafür sorgen soll, dass ein Wachunternehmen guten Nachwuchs bekommt. Dafür tritt er fast schon militärisch auf und versucht mit einer Mischung aus Drill und Herrschsucht, seinen Schutzbefohlenen etwas beizubringen. Dass er sich dabei immer wieder selbst in das richtige Licht rücken möchte, ist natürlich klar und logisch. Als Entertainer steht er sich zunächst selbst im Weg, da er eigentlich immer alles falsch macht. Sein plötzlicher Erfolg erstaunt auch den Zuschauer, denn nicht die Figur des Chih-Wen ändert sich, sondern der Geschmack des Fernsehpublikums. Der weitere Verlauf ist sehr schräg und ein Parade-Beispiel für asiatischen Humor. Der hierzulande bekannteste Film dürfte der vierte Teil sein der unter dem Titel „Ente gut, alles gut“ seinerzeit als VHS-Tape erschien.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der vier Filme ist zwar nicht sonderlich überarbeitet worden, aber die Vorlagen waren scheinbar sehr brauchbar, denn insgesamt ist es noch als befriedigend anzusehen. Kleinere Bildfehler sind immer wieder mal zu erkennen, stören aber nicht weiter. Die Farben wirken etwas schwach, entsprechen aber den damaligen Standards. Der Ton ist kein Hit, aber die Dialoge sind stets gut verständlich.

Als Extras gibt es die Originaltrailer zu den Filmen, einen deutschen Trailer und eine Bildergalerie.

Fazit:
Die „Mr. Boo Box“ ist etwas für die Nostalgiker unter den Freunden des Asiafilms. Die vier Komödien sind typisch fernöstlich angelegt und für ein asiatisches Publikum gedreht worden. Sie sind nicht schlecht, aber für den Mainstream-Kunden nicht unbedingt eine Option. Technisch profitiert die Box von einem guten Ausgangsmaterial.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12

Mr. Boo 1
92:04 Minuten

Mr. Boo 2:
92:48 Minuten

Mr. Boo 3:
87:06 Minuten

Mr. Boo 4:
95:19 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Kantonesisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Englisch
Bonusmaterial:
  • Originaltrailer
  • Bildergalerie
  • Deutscher Trailer
Mr. Boo - Teil 1-4 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Mr. Boo - Erste allgemeine Verunsicherung/ Mr. Boo - Zweite allgemeine Verunsicherung/ Mr. Boo - Vorletzte allgemeine Verunsicherung/ Mr. Boo - Letzte allgemeine Verunsicherung
Ban jin ba liang/ Mai shen gi/ Mo deng bao baio/ Gai tung aap gong

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Die Hui-Brüder in Blödellaune


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Hongkong, 1976/1978/1981/1988
Regie:
Michael Hui
Drehbuch:
Michael Hui, Chi-Hung So
Darsteller:
Michael Hui, Samuel Hui, Ricky Hui, Angie Chiu, Louis Kwong, Tiffany Bao, Ellen Lau, Russel Cawthorne

Label Deutschland :
Mr. Banker Films
Verkaufsstart Deutschland :
20.02.2009