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DVD-Besprechung - Ein Engel auf Erden - Staffel 2

Story:
Auch Engel können Fehler machen und so passiert es, dass ein Engel zur Bewährung auf die Erde muss. Er nennt sich Jonathan Smith (Michael Landon) und er soll Hilfe und Trost spenden. Dabei hilft ihm der frühere Polizist Mark Gordon (Victor French), der als einziger weiß, dass Jonathan ein Engel ist. Gemeinsam erleben sie so manches Abenteuer, das Jonathan wieder näher an den Himmel bringt…

Meinung zum Film:
Michael Landon („Bonanza“) soll einst seiner Tochter, die damals schwer krank war, das Versprechen gemacht haben, eine Serie zu produzieren, die zeigen sollte, zu was Gott fähig ist. Aus diesem Versprechen entstand „Ein Engel auf Erden“, so will es die Legende. Eine schöne und sicher auch herzerwärmende Geschichte und um genau solche Geschichten geht es in dieser Serie. Landon hat es trotz des Bezugs zu Gott, trotz des Auftritts als Engel geschafft Geschichten in den Vordergrund zu stellen, die nicht im Geringsten einen religiösen Anstrich haben. Das Hauptthema der Geschichten ist Nächstenliebe und Herzensgüte, universelle Tugenden, die unabhängig von Religionen sind. Sicherlich mag man das eine oder andere Mal kritisieren können, dass die Geschichten kitschig wirken. Und in der Tat ist insbesondere bei der Doppelfolge, die in gekürzter und ungekürzter Form auf diesen DVDs vorliegt, die Gefahr groß, dass der Kitsch nicht weit entfernt ist. Das Thema ist allerdings auch alles andere als einfach zu verdauen, denn in dieser Folge geht es um Kinder mit Krebs, die in einem Sommercamp zusammen kommen.

Die Serie packt auch sozialkritische Themen an. Zu einer Zeit, zu der Julia Roberts gerade einmal ihre Karriere startete und noch nicht einmal im Traum daran dachte, die Rolle der Erin Brokovich zu übernehmen, behandelte Michael Landons Serie bereits das Thema Umweltverschmutzung und das durchaus auf drastische Art und Weise. Insgesamt ist „Ein Engel auf Erden“ eine Serie, die sich nicht auf Klischees festlegt, sondern sich permanent neu erfindet. Das einzige Klischee ist das des „Monsters Of The Week“. Denn jede Woche geht es in eine neue Stadt, ein neuer Auftrag vom „Boss“ liegt vor. Einen roten Faden, wie er bei heutigen Serien vorzufinden ist, gibt es nicht, außer eben der Tatsache, dass Jonathan und Mark zusammen unterwegs sind. Das hat freilich auch so ein paar Auswirkungen bei der Ausstrahlung in Deutschland gehabt. Eine chronologische Ausstrahlung war nie gegeben und entsprechend unterscheidet sich die Synchronisierung immer mal wieder. Michael Landons Stimme wechselt von Folge zu Folge. Daher ist es durchaus sinnvoll, wenn man sich alleine auf die englische Tonspur verlässt. Doch dass die Serie keinen roten Faden hat, ist auch durchaus als Glücksfall anzusehen. So können die unterschiedlichsten Themen aufgegriffen werden. Sei es die Vernachlässigung eines Kindes, den Trennungsschmerz von Kindern bei einer Scheidung oder eben auch eine abgedrehte und sehr geniale Halloween-Folge, bei der der Engel gegen den Teufel antreten muss und diesen austrickst.

Michael Landon und Victor French sind ohne Zweifel die tragende Basis der Serie und ihnen ist es zu verdanken, dass die Serie einen so großen Erfolg hatte. Die Beiden hatten bereits in der Serie „Unsere kleine Farm“ zusammen gespielt und man merkt ihnen an, dass sie dicke Freunde waren. So dicke Freunde, dass Landon die Serie einstellte, als French an Krebs erkrankte und starb. French stellt den typischen, bulligen und brummeligen Polizisten dar, der im Laufe der Serie sein altes Ich ablegt und das gelingt ihm bravourös. Landon wiederum ist der ideale Engel mit einem Lächeln, das wohl auch Stahl zum Schmelzen bringen würde. Nicht umsonst war er damals der Traum aller Schwiegermütter. Die Beiden werden durch die damals vorhandene Creme de la Creme der amerikanischen Serien ergänzt. Der ständig wechselnde Cast ist kein Nachteil, da sich alle Darsteller ordentlich ins Zeug legen. Und insbesondere bei den Kindern hat man damals viele Glücksgriffe getan.

Digitale Aufarbeitung:
Es gibt durchaus Serien, die älter sind und ein deutlich besseres Bild aufweisen. Unter dieser Prämisse gesehen ist es enttäuschend, wie schlecht das Bild von „Ein Engel auf Erden“ zum Teil aussieht. Ein mehr oder weniger deutlicher Rotstich ist immer wieder zu sehen. Hinzu kommt noch, dass das Bild immer wieder unscharf wirkt. Der Kontrast ist schlecht gesetzt und lässt schwarze Flächen grau aussehen. Es sind auch immer wieder Bildkratzer zu sehen und ein starkes Bildrauschen ist ebenfalls festzustellen. In manchen Szenen sind auch Zeilenfehler zu sehen, die sich zudem mitten durchs Bild ziehen. Dieser negative Eindruck zieht sich allerdings nicht durch die gesamten Episoden hindurch. In anderen Fällen stimmt der Kontrast und auch die Farben wirken natürlich. Warum die Qualität so unterschiedlich ist, ist unklar. Der Ton liegt für die damalige Zeit typisch in Dolby Digital 1.0 vor und ist soweit in Ordnung. Auffallend sind wechselnde Synchronstimmen bei den Hauptdarstellern.

Special Features sind keine enthalten.

Fazit:
„Ein Engel auf Erden“ ist noch immer eine innovative Serie, die trotz der technisch vorhandenen Mängel noch immer sehr viel Spaß macht. Wenn jetzt auch noch die DVD-Umsetzung besser wäre, dann wäre diese Serie ein echtes Kleinod im DVD-Schrank.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,33:1
1,33:1
24 Episoden à ca. 45 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Englisch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bonusmaterial:
  • -
Ein Engel auf Erden - Staffel 2 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Ein Engel auf Erden - Staffel 2
Highway To Heaven - Season 2

Bild unseres Mitarbeiters Bernd Glasstetter
Der Weg in den Himmel ist weit


Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1985
Regie:
Michael Landon, Dan Gordon
Drehbuch:
Anthony DiMarco, Michael Landon, Dan Gordon
Darsteller:
Victor French, Michael Landon

Label Deutschland :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
05.03.2009