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DVD-Besprechung - Fäuste, Bohnen und Karate
Story:
Sam (Dean Reed) und Buddy (Cris Huerta), genannt "Pudding", sind zwei wenig erfolgreiche Gelegenheitsgauner. Nach einem missglückten Raub in einem Kloster machen sie Bekanntschaft mit dem ehemaligen Bankräuber Colonel Randolph Quint (Alfredo Mayo). Dieser erhält vom lokalen Bankdirektor den Auftrag, sein "Baby" aus den Fängen des mexikanischen Banditen Espartero (Fernando Sancho) zu befreien und heuert die beiden als Spießgesellen für diese Mission an. Zu diesem Zweck versucht man zunächst Espartero, mit Hilfe zweier Fälscher und eines Druckers, Falschgeld unterzujubeln. Später spielt dann auch noch der japanische Koch Moikako Fujibashi (Iwao Yoshioka) eine wichtige Rolle, der seinem Lebensretter Buddy nicht mehr von der Seite weicht.
Meinung zum Film:
Der Versuch den europäischen Italo-Western mit dem fernöstlichen Eastern zu kreuzen, war in den 70er-Jahren ein durchaus gängiger Ansatz. Dieser umfasste Werke wie Anthonio Margheritis ("Schloss des Grauens") etwas härterer Beitrag "The Stranger and the Gunfighter", mit Lee Van Cleef ("Die letzte Rechnung zahlst du selbst") und Lo Lieh, oder auch Mario Caianos ("Der letzte Zug nach Durango") eher trashiger Vertreter "Der Mann mit der Kugelpeitsche", der immerhin Klaus Kinski ("Töte Amigo") aufbieten konnte. Sie alle scheiterten aber mehr oder weniger kläglich an dem Versuch, die Stärken der jeweiligen Genres wirklich harmonisch miteinander zu verknüpfen. Eine positive Ausnahme stellte lediglich "Rivalen unter roter Sonne" von Terence Young ("Blutspur") mit Charles Bronson ("Kalter Schweiss"), Toshirô Mifune und Alain Delon ("Mit teuflischen Grüßen") dar, der durchaus zu überzeugen wußte. "Fäuste, Bohnen und Karate", aus der Feder des Italieners Tonino Ricci ("Thor - Der unbesiegbare Barbar"), ist ein weiterer ähnlich gelagerter Vertreter. Diesmal ist allerdings mit Iwao Yoshioka ein völlig unbekannter japanischer Darsteller eingebunden und dementsprechend werden dem Zuschauer diesmal Karateeinlagen statt Kung Fu geboten.
Schnell wird bei "Fäuste..." klar, dass es sich um einen Beitrag aus der Sparte des klamauklastigen Italo-Western handelt. Cris Huerta kennt man beispielsweise aus dem unsäglich platten "Dicke Luft in Sacramento" und er läßt sich hier vor allem als verfressener und debiler Schmalspurverschnitt von Bud Spencer kategorisieren. Dean Reed ("Adios Sabata") ist hingegen eher der smarte Typ, erinnert allerdings, aufgrund seiner deutschen Synchronstimme und seines Gesichts, eher an Roger Moore. An ihrer Seite agieren auch noch zwei "alte Bekannte", nämlich Sal Borgese ("Todeskommando Panthersprung") und Fernando Sancho, bestens bekannt als Anthony Steffens fieser Gegenspieler in dem kürzlich veröffentlichten "Django - Die Geier stehen Schlange". Auch wenn es sich hier um keine direkte Bud Spencer- und Terence Hill-Kopie handelt, erinnern schon einige Elemente des Films an die beiden Spezis. Besonders der beschwingte Soundtrack der De Angelis-Brüder, einer der wenigen positiven Aspekte dieses Films, könnte auch jederzeit in einem ihrer Prügelstreifen Verwendung finden. Weiterhin existieren im Film auch ein paar ausladendere Saloonschlägereien, die an die großen Vorbilder aber in keinster Weise herankommen. Überhaupt versagt die komödiantische Ausrichtung des Films auf der ganzen Linie. Der Wortwitz erntet bestenfalls Mitleid und die halbherzigen Slapstickeinlagen erinnern eher an drogensüchtige Clowns im Entzug.
Nicht viel besser ist es um das fernöstliche Element des Films bestellt. Der Film materialisiert hier lange verloren geglaubte Stereotypen von Asiaten, die man heute schlichtweg als rassistisch bezeichnen würde, und vermag dabei noch nichtmal zwischen Chinesen und Japanern zu unterscheiden, die hier einfach in einen Topf geworfen werden. Beide sprechen als hätten sie im Säuglingsalter regelmäßig den Klodeckel auf den Hinterkopf bekommen und verspeisen als warme Mahlzeit gerne den treuesten Freund des Menschen. Überhaupt verkörpert der japanische Koch einen ziemlich armen Tropf, der hier eher eine Gelegenheitsbelustigung darstellt, und lediglich gegen Ende einmal Gelegenheit erhält, als Schläger vor dem Herrn aufzutrumpfen. Insgesamt spielen diese Karatesequenzen aber eine eher untergeordnete Rolle, was auch an deren bescheidener Qualität liegen dürfte. Die zäh dahinschleichende Story selbst wirkt hinsichtlich ihrer logischen Zusammenhänge äußerst gezwungen und gestaltet sich dramaturgisch als einziger Reinfall.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität der DVD weist Licht und Schatten auf. Der Film liegt anamorph im originalen Widescreenformat vor. Die Bildschärfe ist grundsätzlich auf einem guten Niveau, die Kompression verhält sich unauffällig und auch die Farbgebung wirkt durchaus natürlich. Das leichte Bildrauschen stört ebenfalls nicht sonderlich, das Bild ist aber insgesamt deutlich zu hell ausgefallen und neigt zu einigen Überstrahlungen. Weiterhin sind die Verschmutzungen zwar zu vernachlässigen, die Zahl der Beschädigungen nimmt aber mit fortschreitender Filmdauer deutlich zu und macht sich durch Filmrisse, Jump-Cuts, etc. auch deutlich bemerkbar. Ab der 72. Minute wurde zudem offensichtlich ein anderes Bildmaster verwendet und die Bildqualität geht als Konsequenz heftig in den Keller und ähnelt eher einer alten, abgenudelten VHS-Kassette. Abgesehen vom regelmäßig auftretenden Knacken und Knistern gibt es bei der deutschen Tonspur eigentlich keinen Grund zur Klage. Die Verständlichkeit ist stets gegeben und derartig hochwertige deutsche Synchronsprecher würde heute niemand mehr für einen solchen mäßigen Randgruppenfilm bemühen. Dafür existiert auf der DVD allerdings auch keine Originaltonspur.
Im Bonusbereich befindet sich lediglich eine digital überarbeitete Fassung des Films mit identischer Laufzeit. Hier wurde scheinbar der Versuch unternommen die Vorlage von einigen Beschädigungen und Verschmutzungen zu befreien. Das Ergebnis sieht allerdings ziemlich matschig und weichgespült aus. Kein Wunder, dass ausgerechnet diese "überarbeitete" Fassung im Bonusbereich gelandet ist. Die Originalfassung ist auf jeden Fall vorzuziehen.
Fazit:
"Fäuste, Bohnen und Karate" ist ein klamauklastiger Italo-Western mit Fernostvergewaltigung, den eigentlich schon vor 36 Jahren niemand gebraucht hätte. Heute wirkt der Film einfach nur noch peinlich und taugt bestenfalls dazu ungeliebte Gäste aus der Wohnung zu treiben. Technisch hat die DVD zwar mit gewissen Problemen zu kämpfen, ist aber durchaus akzeptabel ausgefallen. Diese Veröffentlichung ist höchstwahrscheinlich gekürzt, in diesem Fall stellt diese Tatsache allerdings eher einen Grund zur Freude dar.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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79:32 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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- Digital überarbeitete Fassung des Films
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Fäuste, Bohnen und Karate
La Ley del karate en el Oeste
Jeder der diesen Film ansieht, kann den Bau der Chinesischen Mauer, im Sinne eines kulturellen Schutzwalls gegen den Westen, durchaus nachvollziehen
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien / Spanien, 1973 Regie: Tonino Ricci Drehbuch: Arpad DeRiso, Giovanni Scolaro, Ted Rusoff Darsteller: Dean Reed, Cris Huerta, Iwao Yoshioka, Alfredo Mayo, Sal Borgese, Fernando Sancho
Label :
Savoy Film Verkaufsstart : 13.03.2009
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