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DVD-Besprechung - Blood Car
Story:
Grundschullehrer Archie (Mike Brune) ist Hobbybastler. Da Benzin sündhaft teuer geworden ist und es sich niemand mehr leisten kann, mit dem Auto herum zu fahren, bastelt er an einem Motor der mit einem alternativen Kraftstoff läuft. Überraschend kommt er dann zu dem Ergebnis, dass nicht eine nachwachsende Pflanze den Motor antreibt, sondern Blut. Nach ersten Schwierigkeiten der Blutbeschaffung baut er sich einen Schredder in den Kofferraum und nach und nach wandern so manche Einwohner der Stadt ins Heck des Blood Car.
Meinung zum Film:
Das Ausgangslage von „Blood Car“ könnte kaum aktueller sein, denn in einer nahen Zukunft wird Benzin unermesslich teuer und eine Tankfüllung kostet mal locker 2000,-$. Da es die Industrie versäumt hat, Alternativen zu schaffen, können sich die Menschen das Autofahren nicht mehr leisten. Grundschullehrer Archie experimentiert an einer Benzinalternative und versucht einen Motor mit Weizengras anzutreiben. Per Zufall entdeckt er, dass seine Erfindung tatsächlich funktioniert, allerdings mit Blut. Bis zu dieser Erkenntnis ist der Film bewusst langatmig gehalten worden, damit der Zuschauer die Veränderung des Hauptdarstellers erkennt. So ist der junger Lehrer Veganer und lehnt jedes tierische Produkt ab. Umso witziger und abstruser wird es, wenn er seinen ersten beiden Opfern, ein Eichhörnchen und ein kleiner Hund, erklärt, dass er sie nicht essen will, sondern lediglich zu Treibstoff verarbeiten möchte.
Sicherlich ist dies eine Billigproduktion, aber eine, die es in sich hat. Diese Horrorkomödie spult nicht einfach irgendeine wirre Idee ab, sondern hier wird unterhaltsam ein Spannungsbogen aufgebaut und parallel eine Steigerung nach der anderen angeboten. Ein mordender Veganer ist schon mal eine schräge Hausnummer, aber bei seinem Charakter stand ganz deutlich die Figur des schüchternen Seymour aus dem Grusical „Der kleine Horrorladen“ Pate. Erst ist es das eigene Blut und dann wird fleißig an der Eskalationsschraube gedreht und alles verhackstückt, was so entbehrlich ist. Im Falle von „Blood Car“ ist es dann nach Hund und Hörnchen die soeben frisch verschiedene Oma von nebenan, die dem PS-Boliden Vortrieb verschaffen soll. Sex spielt dabei auch noch eine Rolle und eine blechgeile Fleischverkäuferin zeigt Archie, was es so alles auf diesem Sektor zu entdecken gibt.
In Ermangelung an Geld werden Kulissen auf ein absolutes Minimum zurück geschraubt und so muss anstatt eines gekachelten Fleischereifachgeschäfts ein grob zusammengenagelter Bretterverschlag mit dem selbstgemalten Schild „Meat“ als Alternative herhalten. Ein wenig erinnert das Ganze an die Filme der trashigen Filmproduktionsfirma Troma und Erinnerungen an „The Toxic Avenger“ werden geweckt. Wem das Mauerblümchen Lorraine bekannt vorkommt, der hat schon recht damit, denn sie spielte dereinst die kindliche Hauptrolle in „My Girl“ und sie heißt Anna Chlumsky. Die übrige Besetzung hat ebenfalls kleinere Erfahrungen gesammelt, die aber hier nicht weiter bekannt sein dürften.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild verfügt über eine ordentliche Farbauswahl, wobei bei einigen Außenaufnahme ein wenig die Ausstrahlung fehlt. In diesen Szenen ist zudem eine leichte Körnung zu erkennen, die aber nicht zu extrem auffällt. Der Ton ist gut verständlich, hat aber im räumlichen Klang Defizite.
Der Blick hinter die Kulissen ist recht opulent ausgefallen und dauert fast eine Stunde. Hinter dem Extra „The last last and the tribulations of Johnnybush” verbirgt sich ein Kurzfilm von rund acht Minuten. In einem weiteren Feature hält Protagonist eine Wahlkampfrede für das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten, allerdings vor seiner Filmcrew. Es folgen der deutsche und der englische Trailer. Der Film kann mit dem Audiokommentar von Regisseur Alex Orr, Co-Autor Adam Pinney, den Darstellern Mike Brune und Katie Rowlett und dem zweiten Kameramann Chris Cambell gesehen werden. Leider wurde bei den Extras auf deutsche Untertitel verzichtet.
Fazit:
„Blood Car“ ist ein lupenreiner Trashfilm, der auf dem Niveau der frühen „Troma“-Werke liegt. Wer diese billigen Umsetzungen mag, wird seine Unterhaltung finden, denn die Inszenierung steigert sich stetig. Zuschauer, die den Wert auf Anspruch legen, werden hingegen keine Erfüllung finden.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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72:46 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Behind The Scenes
- Mike Brune For President
- The Last Last And The Tribulations Of Johnnybush
- Audiokommentar
- Trailer
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Blood Car
Blood Car
Pack die Oma in den Tank
Autor der Besprechung:
Jörg Hesse
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007 Regie: Alex Orr Drehbuch: Alex Orr, Adam Pinney Darsteller: Mike Brune, Anna Chlumsky, Katie Rowlett, Matt Hutchinson, Marla Malcolm
Label :
Atomik Films
Verkaufsstart : 06.04.2009
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