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DVD-Besprechung - Eagle Eye - Außer Kontrolle
Story:
Jerry Shaw (Shia LaBeouf) führt ein ruhiges Leben als Angestellter in einem Copy Shop. Mit dem Unfalltod seines Zwillingsbruders beginnt sich dies aber grundlegend zu ändern. Nach seiner Rückkehr von der Trauerfeier stehen in seinem Apartment alle Zutaten für einen größeren, terroristischen Anschlag und FBI-Agent Thomas Morgan (Billy Bob Thornton) macht Jagd auf ihn. Doch im Hintergrund scheint ihm jemand wohl gesonnen zu sein, denn eine unbekannte Stimme am Mobiltelefon führt ihn aus einigen brenzligen Situationen. Unterstützt wird er auf der Flucht von Rachel Holloman (Michelle Monaghan), die ebenfalls von der Stimme am Telefon geleitet wird. Die Frage jedoch ist, wer ist der Drahtzieher im Hintergrund und welches Ziel verfolgt dieser?
Meinung zum Film:
Nach dem Einlegen der „Eagle Eye“-DVD müsste eigentlich eine unübersehbare, zu bestätigende Warnung eingeblendet werden, dass jegliches Denken von diesem Punkt an bis zum Ende des Films eingestellt werden muss. Denn wer schon immer wusste, dass die ganzen problemlosen Hacks in Netzwerke und anderer vernetzter Geräte in Serien wie „24“ oder Filmen wie „Firewall“ alberne Science-Fiction ist, wird bei „Eagly Eye“ schier verrückt werden vor lauter gebotenem Mumpitz. So werden zum Beispiel riesige Kräne vollautomatisch und auf den Punkt genau für die Flucht von Jerry zum Einsatz gebracht und als Höhepunkt wird die Überlandleitung eines Hochspannungsmastes mit absoluter Präzision vom Mast abgetrennt, so dass die Kabel zielgenau einen Menschen treffen und diesen rösten. Wäre der Film nicht als ernster Thriller gemeint, man könnte teilweise lauthals loslachen und sich in einer weiteren Spoof-Produktion der Marke „Disaster Movie“ wägen. Die Action an sich ist dabei aber okay. Die Verfolgungsjagd durch nächtliche Straßen und über einen Schrottplatz ist abwechslungsreich und mit zahlreichen Blechschäden versehen, allerdings auch sehr hektisch geschnitten und dadurch teilweise nicht immer ganz überschaubar. Das Denken sollte aber nicht nur in Sachen Computermissbrauch gegen den Nullpunkt gesenkt werden, auch ansonsten ist dies eine Grundvoraussetzung, um zumindest annähernd unterhalten werden zu können.
Wenn die Logikbrüche wenigstens der Einsatz für eine spannende und mitreißende Actiongeschichte wären, würden viele Zuschauer sicherlich gerne über diesen Umstand hinwegsehen. Doch leider ist auch dies nicht der Fall. Der gesamte Plot entwickelt sich relativ schleppend, bis zur Mitte des Films fehlt es vor allem an einer greifbaren Bedrohung. Einzig die Frage nach der Intention des Drahtziehers sorgt für einen kleinen Reiz in der Geschichte, der aber auf Grund fehlender Fakten sich nur als recht zartes Spannungs-Pflänzchen präsentiert. Das Kompetenzgerangel zwischen Militär und Ermittlern bei der Jagd nach dem flüchtigen, vermeintlichen Attentäter wirkt ziemlich kindisch, weswegen man auch die Jäger nicht sonderlich ernst nehmen kann. Wer eine fesselnde Jagd des FBI erwartet, wie sie einst Tommy Lee Jones auf Dr. Kimble in „Auf der Flucht“ machte, hat leider auf den falschen Jäger gesetzt. Billy Bob Thornton („The Astronaut Farmer“) macht in der Rolle des Agenten Thomas Morgan durchaus alles richtig, das Drehbuch aber leider das meiste falsch.
Viel falsch gemacht wurde auch bei der Charakterzeichnung der beiden Hauptfiguren. Dem faulen, sturen und nur wenig hilfsbereiten Jerry fliegen nur sehr schleppend die Sympathien zu, während Rachel über weite Strecken schlichtweg profillos erscheint. An Shia LaBeouf („Disturbia”) und Michelle Monaghan („Nach 7 Tagen ausgeflittert“) liegt der schlechte Eindruck sicherlich nicht, denn sie machen noch das Beste aus den ihnen vom Drehbuch gegebenen Möglichkeiten. Auch Rosario Dawson („Sin City“) in der Rolle einer Air Force Agentin versucht das Beste aus dem Drehbuch zu machen, scheitert aber wie ihre Kollegen auch am Skript. Dabei sind die Voraussetzungen für ein Gelingen des Films prächtig. Es gibt namhafte Darsteller, spektakuläre Stunts und einen viel versprechenden Grundplot. Doch was das Viergestirn bestehend aus Neuling Travis Wright, John Glenn („The Lazarus Project“), Wright, Hillary Seitz (“Insomnia”) und Dan McDermott (“Angela Henson - Das Auge des FBI“) daraus gemacht hat, ist haarsträubende Science-Fiction im Hier und Jetzt. Nach rund einer Stunde hat der Drahtzieher seinen ersten Auftritt und kann gleich problemlos als Übeltäter identifiziert werden. Letzten Endes wird dieser dann aber trotz aller technischer Kontroll- und Manipulationsmöglichkeiten auf banale Weise ausgeschaltet, was aber nur ein weiterer Punkt auf der langen Liste der Logikoffenbarungen ist.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht vor allem hinsichtlich der Schärfe einen sehr guten Eindruck. Bei den Farben drückt der Kontrast ein wenig auf die Brillanz, was aber ein gewolltes Stilmittel sein dürfte. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist sehr gut verständlich und wenn es die Szene erfordert werden auch der Tieftöner und die hinteren Kanäle gezielt zum Einsatz gebracht.
Bei den Extras gibt es neben 3 entfernten Szenen noch einen Road Trip von rund 3 Minuten, hinter dem sich ein Promoclip versteckt der kurz über die steten Reisen des Filmteams beim Dreh berichtet.
Fazit:
„Eagle Eye“ zeigt einen Überwachungsalbtraum, der selbst zu Zeiten des „USA PATRIOT Act“ pure Science-Fiction darstellt. Logik ist dem Film zudem ein Fremdwort, die Charaktere bleiben durchweg blass und in den Actionsequenzen sorgen schnelle Schnitte für leichte Verwirrungen. Wen das nicht stört, bekommt sicht unterhaltendes Big-Budget-Blockbuster-Popcorn-Kino geboten. Wer von einem Film aber mehr als nur tonnenweise Blech- und Trümmerlawinen erwartet, wird seinem dafür ausgegebenen Geld sicherlich nachtrauern.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,40:1
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112:45 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 | Türkisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch, Englisch, Türkisch |
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Bonusmaterial:
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- Entfernte Szenen
- Road Trip
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Eagle Eye - Außer Kontrolle
Eagle Eye
Ein hanebüchenes Big-Brother-Szenario ohne richtige Spannung und Sympathieträger
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA / Deutschland, 2008 Regie: D.J. Caruso Drehbuch: John Glenn, Travis Wright, Hillary Seitz, Dan McDermott Darsteller: Shia LaBeouf, Michelle Monaghan, Billy Bob Thornton, Rosario Dawson, Michael Chiklis, Cameron Boyce
Label :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart : 27.03.2009
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