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Kino-Besprechung - Religulous
Story:
'Alles ist möglich, dem der da glaubt' (Markus 9,23). Dass diese Möglichkeiten das Trinken vom Blut eines seit etwa 2000 Jahren Verstorbenen beinhaltet, stört nicht weiter. Alternativ gibt es noch die Herrschaft über einen eigenen Planeten nach dem Tod oder auch wechselnde Anzahlen von Jungfrauen zur freien Verfügung, wenn es denn
ein Märtyrertod war. Die Auswahl ist vielfältig und der amerikanische Comedian Bill Maher ('Aristocrats', 'EdTV') ist fest entschlossen, die Grenze des Absurden zu überschreiten und mehr darüber herauszufinden, was Gläubige in aller Welt antreibt.
Meinung zum Film:
Bill Maher ist ein in den USA sehr bekannter Comedian und Talkmaster - und er ist notorisch 'politisch unkorrekt'. Eines seiner Lieblingsthemen ist seit jeher die organisierte Religion. In zahlreichen Interviews zwischen Salt Lake City und Jerusalem stellt er Gläubigen aller Couleur tiefsinnige und schamlose Fragen. Die Komik des Ganzen kommt dabei aber weniger von ihm als von seinen Gesprächspartnern.
Der Film selbst ist eine Aneinanderreihung von Interviews mit einigen Kommentaren Mahers als Übergang dazwischen. Die Bildqualität ist, wie für solche ad-hoc Interviews häufig, ziemlich schlecht. Der Kontrapunkt dazu sind oft aus dem Kontext gerissene Schnipsel aus alten Bibel- und Sandalenfilmen. Überhaupt sind ein sehr guter Schnitt und die nachträglich eingefügten Textkommentare maßgeblich für den Witz des Film verantwortlich. Ergänzend dazu kommt ein teilweise extrem passender Soundtrack wie das 'Brokeback Mountain'-Thema bei dem Interview mit einem 'Ex-Schwulen' Missionar.
Für die Regie über diesen Film zeigte sich Larry Charles ('Borat', 'Seinfeld') verantwortlich. Er und Bill Maher nehmen sich an Respektlosigkeit nicht viel und haben sich vorgenommen, mit diesem Film sowohl die Widersprüchlichkeit als häufig auch die Korruptheit dogmatischer Religionen zu belegen. Letztendlich ist es aber nur eine Serie von unbefriedigenden Interviews geworden. Klar sind da immer wieder komische Momente mit dabei, aber es gibt weder einen roten Faden noch eine wirkliche Erkenntnis. Die Worte 'religious' (religiös) und 'ridiculous' (lächerlich) standen dem Titel des Films Pate und letztendlich ist er auch nichts anderes als eine Lächerlichmachung von Religion in ihren buntesten Ausprägungen. Mahers schlussendlicher Aufruf, dass nur Zweifel die Welt retten kann, vermag nicht darüber hinwegzutäuschen, dass 'Religulous' eine Aneinanderreihung von wohlrecherchierten Niveaulosigkeiten ist.
Fazit:
'Religulous' könnte auf einen tiefreligösen Menschen verstörend wirken und für einen militanten Agnostiker als Offenbarung. Für alle anderen ist er wahrscheinlich informativ, zuweilen witzig aber alles andere als 'politisch korrekt'.
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Religulous
Religulous
Eine etwas zu derbe Anti-Religions-Doku
Autor der Besprechung:
Falk Ebert
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2008 Regie: Larry Charles Drehbuch: Bill Maher Darsteller: Bill Maher
Verleiher:
Senator
Kinostart : 02.04.2009
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