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Die Welt in 10 Millionen JahrenAbgehört - Trau niemals einem CopNine

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DVD-Besprechung - Die verlorene Welt

Story:
Professor Challenger (Wallace Beery) kehrt von einer Expedition, zu einer entlegenen Hochebene im Amazonasgebiet, nach London zurück und berichtet zur Belustigung der versammelten Fachwelt von dort lebenden Dinosauriern. Mit Hilfe des Journalisten Edward E. Malone (Lloyd Hughes) gelingt es jedoch eine Rettungsexpedition mit diesem Ziel zusammenzustellen, um den dort vermissten Vater von Mrs. Paula White (Bessie Love) zu suchen. Daran sind außer den bereits genannten Personen auch noch der berühmte Großwildjäger Sir John Roxton (Lewis Stone) und der Insektenforscher Professor Summerlee (Arthur Hoyt) beteiligt. Neben der Rettung seines Forscherkollegen, will Prof. Challenger aber vor allem Beweise für seine hochtrabenden Thesen abliefern.

Meinung zum Film:
"Die verlorene Welt" beruht auf dem Roman "The Lost World" von 1912, dessen Urheberschaft auf den Sherlock-Holmes-Erfinder Sir Arthur Conan Doyle zurückgeht. Dieser ist auch höchstpersönlich in einer kurzen Einführungssequenz des Films zu sehen. Bereits acht Jahre vor "King Kong und die Weiße Frau" erweckte Stop-Motion-Pionier Willis O'Brien bei dem hier vorliegenden Stummfilm Dinosaurier auf der großen Leinwand zum Leben, was zu dieser Zeit eine tricktechnische Sensation darstellte. Der Film kann somit als Urvater von Werken wie dem bereits angeführten "King Kong und die Weiße Frau", aber auch von Werken wie "Panik in New York", "Godzilla", oder sogar "Jurassic Park" gelten. Dessen literarische Vorlage von Michael Crichton wurde offensichtlich stark von Doyles Buch inspiriert. Bisher lag dieser Abenteuer- und Monsterfilmklassiker leider lediglich in einer stark verstümmelten Fassung vor, die auch noch nachträglich vertont wurde. Für die vorliegende Veröffentlichung wurde der Film hingegen aus acht verschiedenen Fassungen aufwendig rekonstruiert und entspricht in dieser viragierten Version somit zu rund 90% dem verschollenen Original.

"Die verlorene Welt" ist ein reinrassiger Abenteuerfilm, der aus seiner Mission, den Zuschauer möglichst kurzweilig zu unterhalten, auch keinerlei Hehl macht. Der eigentliche Star des Films sind die auf einem abgelegen Plateau lebenden Dinosaurier, die durch aufwendige und selbst heute noch überzeugende Stop-Motion-Tricktechnik zu neuem Leben erweckt werden. Ihre Modelle sind äußerst detailliert ausgefallen, selbst Kleinigkeiten wie ihre Atmung wurden eingebaut, und die Bewegungen wirken bis auf minimale Holprigkeiten äußerst geschmeidig, vielfältig und natürlich. Im Verlauf des Films gibt es zahlreiche gut inszenierte Zweikämpfe zwischen verschiedenen Dinosaurierarten. Und zu "King Kong" gibt es bereits einige Parallelen. Beispielsweise beseitigt einer der Dinosaurier den Übergang der Expedition zum Plateau in Form eines Baumstamms und am Ende des Films darf tatsächlich noch ein mitgeführter Brontosaurier Teile von London in Schutt und Asche legen.

Weitere wichtige Elemente des Films sind die starke Präsenz eines strahlenden Helden (Malone), eine ihn mit einschließende Liebesgeschichte sowie kleinere Slapstick-Einlagen, für die regelmäßig der etwas vertrottelte Prof. Summerlee herhalten muss. Obwohl der Film im Studio entstand, wurde ein immenser Aufwand betrieben, um dieses geographisch abgelegene Stück prähistorischer Vergangenheit für den Zuschauer erfahrbar zu machen und in einer sehr atmosphärischen, visuellen Utopie gipfeln zu lassen. Die Charaktere entsprechen zwar bestimmten genretypischen Stereotypen, können aber Dank der professionellen Darsteller, die stummfilmuntypisch recht natürlich agieren, trotzdem beim Publikum Anklang finden. Bei aller Begeisterung fallen dem geübten Auge aber auch vereinzelte Storylöcher ins Auge, bei denen sich die verschollenen Elemente des Films schmerzlich bemerkbar machen.

Digitale Aufarbeitung:
Der vorliegende, viragierte Stummfilm hat mittlerweile rund 84 Jahre auf dem Buckel und wurde zudem mühsam aus verschiedenen Quellen von differierender Qualität rekonstruiert. Dementsprechend gibt es qualitativ leichte Schwankungen und übliche Alterserscheinungen wie Laufstreifen, ein stärkeres Bildrauschen, leichte Verschmutzungen oder vereinzelte Beschädigungen der Vorlage. Im Hinblick auf die Schärfe, den Kontrast und die Kompression liefert die DVD aber in Anbetracht der schwierigen Rahmenbedingungen ein hervorragendes Ergebnis und erweckt den Klassiker zu neuer optischer Blüte. Die DVD bietet neben der klassischen, von Robert Israel neu eingespielten Musikuntermalung auch noch eine zweite Musikfassung aus dem Jahr 2000, die vom Alloy Orchester interpretiert wurde. Klangtechnisch sind beide Tonspuren sehr hochwertig ausgefallen. Die modernere Musikfassung wirkt allerdings dramatischer und setzt deutlich stärker auf den Einsatz von Trommeln und besitzt eine exotischere Ausrichtung. Die Zwischentitel des Films sind in englischer Sprache gehalten, optional gibt es zuschaltbare deutsche oder niederländische Untertitel.

Zwar gibt es bei dieser Veröffentlichung der "Stummfilm Edition" in Zusammenarbeit mit ARTE kein Booklet, dafür aber einen englischen, nicht untertitelten Audiokommentar von Roy Pilot, dem Autor von "The annotated Lost World". Leider ist die akustische Dreingabe dieses ausgewiesenen Experten recht enttäuschend ausgefallen. Über die wenig lebendige Vortragsweise könnte sicherlich trefflich gestritten werden, jedoch ist es wohl kaum die Aufgabe eines Audiokommentars, den Zuhörer durch endlose Sprechpausen auf die Folter zu spannen, was hier aber leider der Fall ist. Aber nicht nur der Umfang der Informationen, die besser in ein kurzes Interview gepasst hätten, sondern auch deren Qualität enttäuscht. Es werden zwar ein paar recht interessante Vergleiche zur abweichenden Buchvorlage sowie Details zum wissenschaftlichen Kenntnisstand und gesellschaftlichen Kontext der Entstehungszeit vermittelt. Andererseits dürften aber halbherzige und oberflächliche Passagen, wie z.B. die zur Stop-Motion-Tricktechnik oder zum Viragieren, nichtmal absolute Laien zufrieden stellen. Weiterhin offeriert die DVD noch einige "Ungeschnittene Szenen" (12:32), bei denen es sich ausschließlich um musikalisch untermalte, animierte Dinosauriersequenzen handelt. Der Kurzfilm "R.F.D. 10,000 B.C." (8:37) ist ein Frühwerk von Willis H. O`Brien, das leider nur in ziemlich schlechter Qualität vorliegt. Inhaltlich stellt diese Steinzeitkomödie zwar keinen großen Wurf dar, die Güte der Effekte und Animationen ist aber beachtlich. Den Abschluss bildet der Originaltrailer des Films.

Fazit:
"Die verlorene Welt" ist im Bereich des Abenteuer- und des Monsterfilms ein revolutionäres Frühwerk mit für die damalige Zeit mehr als beeindruckender Tricktechnik. Aber auch inhaltlich kann das Werk durchaus punkten, die Story gestaltet sich zwar eher linear, fällt jedoch stets spannend aus und bietet regelmäßig neue Höhepunkte. Technisch kann diese Fassung des Klassikers überzeugen, stellt sie doch das Niveau dar, das mit dem vorhandenen Ausgangsmaterial momentan erreichbar ist. Das Bonusmaterial ist zwar recht umfangreich ausgefallen, kann diesmal aber nicht restlos überzeugen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 0 - ohne Altersbeschrae~nkung
1,33:1
1,33:1
92:05 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Instrumental
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch, Niederländisch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar von Roy Pilot, dem Autor von "The annotated Lost World"
  • Geschnittene Filmszenen
  • Kurzfilm "R.F.D. 10,000 B.C." von Willis H. O`Brien
  • Originaltrailer
  • Alternative, neu komponierte Musikuntermalung
Die verlorene Welt - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Die verlorene Welt
The Lost World

Dieser Film wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet


Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Ein großer Klassiker des Abenteuer- und Monsterfilms erlebt seine triumphale Wiederauferstehung


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1925
Regie:
Harry O. Hoyt
Drehbuch:
Marion Fairfax (basierend auf einem Roman von Sir Arthur Conan Doyle)
Darsteller:
Lloyd Hughes, Wallace Beery, Lewis Stone, Bessie Love, Arthur Hoyt, Alma Bennett

Label Deutschland :
absolut MEDIEN
Verleihstart Deutschland :
27.03.2009
Verkaufsstart Deutschland :
27.03.2009

Vertrieb Schweiz :
Kein Verleih bekannt
Verleihstart Schweiz :
Noch kein Termin bekannt
Verkaufsstart Schweiz :
Noch kein Termin bekannt