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DVD-Besprechung - Recep Ivedik (Special Edition)

Story:
Recep Ivedik (Sahan Gökbakar) ist ein großer, schwerer und sehr behaarter Mann. Weiterhin ist er sehr grobschlächtig und manchmal ist sein Mundwerk doch sehr lose und er stößt seinen Mitmenschen ein wenig vor den Kopf, aber er hat einen guten Kern. Auch wenn der nicht so gut zu erkennen ist, beschließt Recep eine verlorene Geldbörse ihrem Besitzer zu bringen. Dieser wohnt zwar weit entfernt, aber Recep macht sich fest entschlossen auf den Weg. Nach einer kuriosen Anreise kann er dem Verlierer seine Börse wiedergeben. Gleichzeitig entdeckt er auch noch seine Jugendliebe Sibel (Fatma Toptas) die sich aber leider nicht an ihn erinnern kann. Recep setzt alles daran ihrem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen.

Meinung zum Film:
Ausländische Komiker haben es außerhalb ihres Heimatlandes oft nicht leicht, die Gunst des Publikums zu gewinnen. Zum Teil liegt dies daran, dass oftmals sehr lokaler Humor vermittelt wird und die jeweiligen Witzigkeiten nur von einem eher begrenzten Kreis für lustig gehalten werden. Man stelle sich Otto Waalkes („Sieben Zwerge – Männer allein im Wald“) mal in einem afrikanischen Kral vor. Schwer zu glauben, dass sich jemand findet, der sich über seine Blödeleien amüsiert. Und so einen Fall bildet der türkische Komiker Sahan Gökbakar. In Vorderasien mag er sein Publikum zu Recht finden, doch hierzulande dürfte es schwer fallen, begeisterte Zuschauer zu finden. Vielleicht war dies den Produzenten auch klar, denn auf eine kostspielige deutsche Synchronisation wurde verzichtet. Dafür gibt es 90 Minuten Lesestoff in der Form von deutschen Untertiteln.

Sahan Gökbakar studierte zunächst an einer Technischen Universität, um dann an eine private Uni zu wechseln um in bildender Kunst und Musik zu examinieren. Er bewarb sich beim Fernsehen und landete bei dem Sender TV8, wo er begann, der Gesellschaft humoristisch den Spiegel vorzuhalten. Seine unbequeme und direkte Art kam aber gut an und der Erfolg stellte sich ein. 2008 kam dann „Recep Ivedik“ in die Kinos und wurde ein voller Erfolg. Gökbakar konzipierte seinen „Recep“ so wie seine Fernsehfiguren und schickte einen groben, übergewichtigen Typen auf die Leinwand, der über eine einzelne Augenbraue und einen Permanentbart verfügt. Der große, schwere Mann ist ebenso unbeholfen und tollpatschig wie ungehobelt. Es ist schwierig, den türkischen Star hinsichtlich seiner schauspielerischen Fähigkeiten einzuordnen, aber insgesamt wirkt er als Akteur rudimentär und in seinen Mitteln eingeschränkt.

Inhaltlich wird dem Zuschauer eine Mischung aus Roadmovie und Liebesgeschichte geboten. Auf dem Weg zum wohlhabenden Besitzer der Geldbörse muss Recep erkennen, dass sein für ihn viel zu kleines Auto die Strapazen nicht mitmacht. Einige weitere Verwicklungen folgen die darin gipfeln, dass ihm ein schwuler Fernfahrer Avancen macht. Ein Teilziel wird erreicht, wenn der Tollpatsch dann tatsächlich die Börse seinem rechtmäßigen Besitzer übergibt, der ihm als Finderlohn frei Kost und Logis in seinem luxuriösen Hotel anbietet. Dann geht es aber erst richtig los, denn Recep erkennt in der Rezeptionistin seine Jugendliebe Sibel wieder. Seine Versuche sich in dem Hotel stilvoll zu bewegen und gleichzeitig Sibels Erinnerung an ihn zu wecken, denn die hat ihn völlig vergessen, sind dann eine Aufreihung von teilweise schlichten Albernheiten.

Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität ist gut und selbst bei den sonnigen Außenaufnahmen gibt es so gut wie keine Überblendungen. Die Farben präsentieren sich ausgewogen und realistisch. Der Ton bietet vor allem bei der Begleitmusik Surroundsound.

Die mit deutschen Untertiteln versehenen Extras beginnen mit dem Making of das gut eine halbe Stunde dauert. Hier wurden zudem ein paar erläuternde Interviews eingebaut, die einiges an Hintergrundinformationen bieten. Hinzu kommen noch ein Videoclip zum Film und der Originaltrailer.

Fazit:
Die Komödie „Recep Ivedik“ ist kein Flop, aber aufgrund der fehlenden Sprachsynchronisation ist ein echter Erfolg weniger wahrscheinlich. Das ewige studieren der Untertitel lenkt ganz einfach zu sehr vom übrigen Geschehen ab. Der Humor ist eher landestypisch. Die technische Umsetzung ist in Ordnung.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,78:1
1,78:1
101:40 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Türkisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of/ Interviews
  • Videoclip
  • Originaltrailer
Recep Ivedik (Special Edition) - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Recep Ivedik
Recep Ivedik

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Kalauer mal auf Türkisch


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Türkei, 2008
Regie:
Togan Gökbakar
Drehbuch:
Sahan Gökbakar, Serkan Altunigne
Darsteller:
Sahan Gökbakar, Fatma Toptas, Hakan Bilgin, Tulug Çizgen, Nedim Dogan

Label Deutschland :
Splendid Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
27.03.2009