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DVD-Besprechung - The Gene Generation

Story:
In der Zukunft sind nicht nur die Städte zu versuchten Kloaken verkommen, auch die DNA der Menschen hat sich immer weiter verunreinigt. Das neue Paradies verspricht die Zukunftsstadt Demeter zu werden, in der nur Menschen mit reiner DNA Einlass finden sollen. Michelle (Bai Ling) ist eine Auftragskillerin, die im Auftrag des Staats Jagd auf DNA Hacker macht und sich insgeheim dadurch große Chancen erhofft, selbst einmal zusammen mit ihrem Bruder Jackie (Parry Shen) in Demeter leben zu können. Doch dieser hat momentan ganz andere Probleme, da er durch die vermeintliche Auslösung seiner Spielschulden in noch größere Probleme geraten ist.

Meinung zum Film:
Mit „The Gene Generation“ verfilmte der im deutschsprachigen Raum noch weitgehend unbekannte Regisseur Pearry Reginald Teo den aus seiner Feder stammenden Comic „DNA Hackers Chronicles“. Für seinen Independent-Film konnte er mit Bai Ling („Dumplings“) ein bekanntes Gesicht für die Hauptrolle der Auftragskillerin finden und zudem mit Faye Dunaway („Chinatown“) und Robert David Hall (Gerichtsmediziner Dr. Al Robbins aus „CSI: Las Vegas“) noch zwei weitere geläufige Akteure aus dem Filmgeschäft in Nebenrollen vor die Kamera locken. Viel geholfen hat dies hinsichtlich des darstellerischen Gesamteindrucks aber auch nicht. Bai Ling hinterlässt in ihrer Rolle als coole Kampfmaschine als Einzige einen zumindest noch einigermaßen annehmbaren Eindruck, während der Rest - positiv ausgedrückt – höchst glücklos vor der Kamera agiert. Die Darstellerriege sorgt nicht gerade dafür, dass sich gute Cyberpunk-Stimmung beim Zuschauer breit macht

Das Szenario des Film erinnert ohne jeden Zweifel an „Blade Runner“, ohne jedoch die Atmosphäre aus dem Ridley-Scott-Klassiker auch nur annähernd einzufangen. Neben dem billigen Eindruck der CGI-Effekte trägt hier vor allem auch die müde Story zu bei. Umso länger der Plot sich entwickelt, umso konstruierter und langweiliger wird er. Umso länger der Film läuft, umso vorhersehbarer sind die kommenden Entwicklungen und es dürfte nur wenige geben, die echte Aha-Moment im Film erleben. Die Actionsequenzen bringen stellenweise noch zumindest etwas ansehnliches in die Handlung ein, werden durch durchschnittlich konstruierte Bullettime-Momente und richtig schlechten Einsatz von CGI-Blut aber auch nicht zu einem Grund, sich „The Gene Generation“ ansehen zu müssen.

Wenn man sich das Produktionsbudget von rund US$ 2,5 Mio. vor Augen führt, ist die Ausgangslage einer düsteren Zukunftsvision ein dicker Brocken, der erst einmal gestemmt werden muss. Städte, die nicht mehr als dreckige Kloaken sind, Sonnenlicht, das nicht mehr auf die Erde durchdringt und Luftschiffe, die das Fortbewegungsmittel der Zukunft sind, müssen alle entsprechend dargestellt werden. Und hier stellt sich dann auch gleich ein weiteres großes Problem des Filmes heraus, denn die Effekte sind nur mäßig gelungen. Vieles sieht aus wie aus Zwischensequenzen von Videospielen entnommen, was der Atmosphäre nicht gerade entgegenkommt. Von daher bedarf es schon einer großen Vorliebe für Independent Produktionen, um „The Gene Generation“ wirklich genießen zu können. Nur wer sich vorstellen kann, einen Spielfilm zu sehen, der sich über rund 90 Minuten alleine aus Zwischensequenzen von Videospielen mit realen Schauspielern zusammen setzt, gehört zum Zielpublikum für diesen Film. Oder anders ausgedrückt, wer sich vor billig aussehenden Kulissen schützen möchte, sollte von einem Ansehen des Filmes besser absehen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist insgesamt sehr dunkel ausgefallen und stellenweise sehen weitläufige Aufnahmen ein klein wenig unscharf aus. Generell ist das Ergebnis aber für eine Independent-Produktion angemessen gut gelungen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist sehr gut zu verstehen und macht auch immer wieder Gebrauch von den Surroundkanälen.

Extras gibt es keine.

Fazit:
„The Gene Generation“ ist eine Independent-Cyberpunk-Produktion, die nur eine sehr begrenzte Anzahl an Filmfans wirklich zufrieden stellen dürfte. Die CGI-Effekte sind nicht sonderlich gelungen, die Darsteller hinterlassen einen alles andere als guten Eindruck und die Story glänzt durch eine gähnende Langeweile. Dann doch besser gleich das große Vorbild „Blade Runner“ noch einmal ansehen, als diesen müden Abklatsch.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,85:1
1,85:1
91:39 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Niederländisch
Bonusmaterial:
  • -
The Gene Generation - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
The Gene Generation
The Gene Generation

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Müder Cyberpunk-Thriller mit deutlichen (optischen) Anleihen bei "Blade Runner"


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007
Regie:
Pearry Reginald Teo
Drehbuch:
Keith Collea (basirend auf dem Comic von Pearry Reginald Teo)
Darsteller:
Bai Ling, Parry Shen, Alec Newman, Ethan Cohn, Michael Shamus Wiles, Daniel Zacapa, Robert David Hall, Faye Dunaway

Label Deutschland :
Splendid Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
13.03.2009