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DVD-Besprechung - The Good Night - Träum weiter...

Story:
Gary (Martin Freeman) ist ein frustrierter Komponist von Werbemelodien und seine Beziehung mit Dora (Gwyneth Paltrow) läuft nicht gerade gut. Durch Zufall erfährt er von einem Traumkurs, in dem das bewusste Einschlafen und Träumen gelehrt wird. Ab da stürzt sich Gary immer mehr in Träume, in denen er der überaus attraktiven Anna (Penélope Cruz) begegnet, die ihm alle Wünsche von den Lippen abliest. Als er Anna auch im wahren Leben sieht, beginnt sein Leben vollends aus den Fugen zu geraten…

Meinung zum Film:
Träume, so sagt man, sind der Spiegel des Lebens. Was man tagsüber gemacht und getan hat, das wird in der Nacht verarbeitet und das kann durchaus dazu führen, dass man Situationen noch einmal durchlebt, sie anders wahrnimmt, sich neuen Entscheidungen gegenüber sieht. Es ist jedenfalls ein natürlicher Mechanismus, der unser Gehirn davor bewahrt, durch die Ereignisse des Tages Schaden zu nehmen. Es ist auch ein Mechanismus, der dazu beiträgte, dass unser Langzeitgedächtnis funktioniert. Denn während des Schlafes wird das Kurzzeitgedächtnis sozusagen auf Festplatte geschrieben, wobei unwichtige Informationen verworfen werden und wichtige Informationen erhalten bleiben. Es heißt, dass man in dieser Phase besonders für neue Erfahrungen offen ist, dass man besonders gut lernen kann, wenn man schläft. Aber dass man Träume bewusst steuern kann, ist eher wissenschaftlicher Humbug.

Schade also, dass sich „The Good Night“ gerade auf diesen Humbug stützt, um eine Geschichte zu erzählen. Man hat sich viel Zeit genommen, um den angeblichen Mechanismus hinter dem bewussten Träumen zu erklären, hat dafür mit Danny DeVito („L.A. Confidential“) auch einen ziemlich großen Star gewinnen können. Aber genau diese Szenen sind es, die dem Zuschauer die Lust an diesem Film vergällen. Sicher: Martin Freeman („Per Anhalter durch die Galaxie“) spielt wieder mit viel Inbrunst einen gescheiterten und etwas durchgeknallten Charakter und es ist ganz witzig anzusehen, wie sich Gary immer weiter aus der normalen Welt entfernt. Aber insgesamt bleibt dieser Charakter zu wenig entwickelt und muss hinter allem irgendwie zurück stehen. Vieles wird viel zu schnell und zu hastig abgehandelt. Die Beziehung zwischen Dora und Gary ist nicht ausreichend ausgearbeitet worden. Die kurze Begegnung von Anna und Gary in der realen Welt ist ebenfalls viel zu kurz dargestellt worden. Und das Ende ist insgesamt zu zuckersüß inszeniert worden. Man hat hier viele Chancen verpasst, einen besseren, einen hervorragenden Film zu machen. So dümpelt die insgesamt nette Geschichte seicht vor sich hin, ohne dass man viele Höhen oder Tiefen ausmachen kann.

Eigentlich ist es ziemlich schade, dass hier ein großes Staraufgebot aufgefahren wurde. Denn viele der Rollen – wenn man einmal die von Martin Freeman absieht – dienen höchstens als Unterstützung für Hauptrolle in diesem Film und versinken größtenteils in Irrelevanz. Selbst Danny DeVito schafft es nicht, ein wenig Glanz zu verbreiten. Seine wenigen Szenen wirken uninspiriert und kaum glaubwürdig. Penélope Cruz („Sahara“) und Gwyneth Paltrow („Iron Man“) sind ebenso komplett unterfordert. Wenn man schon einen solchen Cast zur Verfügung hat, dann sollte man auch etwas daraus machen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist eine komplette Katastrophe. Der Film ist gerade einmal zwei Jahre alt, rauscht aber, als wäre er aus den Siebziger Jahren. So etwas erwartet man nun wirklich nicht von einer aktuellen Produktion. Der Ton ist soweit in Ordnung, aber nicht sonderlich ereignisreich auf den seitlichen und hinteren Lautsprechern.

Als Special Feature liegt gerade einmal der Originaltrailer bei. Sehr mager insgesamt.

Fazit:
„The Good Night“ hätte ein guter Film werden können, ja wenn man nur einmal die Geschichte in den Vordergrund gestellt hätte und nicht die Traumtechnik an sich. Zu viele unnötige Szenen, zu wenig wirklich gute Szenen und dazu uninspirierte Schauspieler machen aus dem Film leider eine Nullnummer.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,78:1
1,78:1
89:53 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bonusmaterial:
  • Originaltrailer
The Good Night - Träum weiter... - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
The Good Night
The Good Night

Bild unseres Mitarbeiters Bernd Glasstetter
Na denn, gute Nacht


Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 2006
Regie:
Jake Paltrow
Drehbuch:
Jake Paltrow
Darsteller:
Martin Freeman, Penelope Cruz, Danny DeVito, Gwyneth Paltrow, Steffan Boje, Sonia Doubell, Keith Allen, Michael Gambon, Stephen Graham, Kate Harper, Juliana Kiehl, Bruno Lastra, Martino Lazzeri, Meredith MacNeill, Simon Pegg, Amber Sealey, Skye Bennett, Joyce Springer, Finty Williams

Label Deutschland :
Ascot Elite
Verkaufsstart Deutschland :
20.05.2009