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DVD-Besprechung - Der Mann, der niemals lebte

Story:
Roger Ferris (Leonardo DiCaprio) ist Feldagent des CIA im Nahen Osten. Während er vor Ort der Erfüllung seiner Missionen nachgeht, wird er in den USA von seinem Einsatzleiter Ed Hoffman (Russell Crowe) mittels Satellit auf Schritt und Tritt überbewacht. Als er für einen Auftrag im Libanon mit dem dortigen Geheimdienstchef Hani Salaam (Mark Strong) zusammenarbeiten muss, kommt es immer wieder zu Problemen, da Ferris die von ihm erwartete Offenheit nicht immer bieten kann. Doch bei der Jagd nach dem Terroristenführer Al-Saleem (Alon Aboutboul) ist die CIA auf jede Hilfe angewiesen und so entwickelt sich ein gefährliches Spiel, bei dem es immer schwerer wird zu erkennen, wem man wirklich richtig vertrauen kann.

Meinung zum Film:
Bei „Der Mann, der niemals lebte“, dem deutschen Titel des im Original „Body of lies“ lautenden Films fühlt man sich zurückversetzt in die 80er-Jahre, in denen sich die Verleiher mit dem möglichst spektakulärsten und vom Inhalt möglichst weit entfernten Titel zu übertrumpfen schienen. Denn ein Mann, dessen Existenz verheimlicht wird, findet man im gesamte Film nicht. Vielmehr zeigt Regisseur Ridley Scott („American Gangster“) die verlogene Welt der Geheimdienste und wie diese sich gegenseitig ausspielen und ausnutzen, um an ihre Ziele zu gelangen. Die Hauptrolle des Feldagenten Roger Ferris wurde mit Leonardo DiCaprio besetzt, der zuletzt in „Blood Diamond“ und „Departed - Unter Feinden“ seinen neuen Ruf als ernstzunehmender Schauspieler festigen konnte. Bereits zum vierten Mal arbeitete der Regisseur mit Russel Crowe („American Gangster“, „Ein gutes Jahr“, „Gladiator“) zusammen, der die Rolle des Einsatzleiters Ed Hoffman übernahm. Der Kreis bei den großen Männern der Geheimdienste schließt mit Mark Strong („RockNRolla“) in der Rolle des libanesischen Geheimdienstchefs.

Auch wenn der Einstieg von „Der Mann, der niemals lebte“ recht actionlastig ausfällt, sollte man sich gleich von der Erwartungshaltung lösen, dass es in vergleichbarer Weise den Film über weiter geht. Der Großteil der Handlung beschränkt sich darauf, die Schachzüge der einzelnen Protagonisten zu präsentieren und auf die Antwort der jeweils reagierenden Partei zu warten. Roger Ferris befindet sich dabei in vorderster Front und lebt mitten neben den Feinden. Er sucht sich Verbündete im jeweiligen Gebiet und versucht in einer offenen Zusammenarbeit an sein Ziel zu gelangen. Ganz anders ist da Ed Hoffman, der von Langlay in den USA aus die Geschehnisse beinflusst. Er genießt die Distanz zu den Menschen in den jeweiligen Operationsgebieten und es ist ihm egal, wer bei den Einsätzen auf der Strecke bleibt, solange seine wichtige Spielfigur Ferris nicht dazu gehört. Salaam wiederum ist eine Mischung aus beiden. Er steht selbst an vorderster Front und bekämpft den Terror in seinem Land. Wie Ferris ist auch er bereit, Erfolgs versprechende Bündnisse einzugehen, aber auch die weitsichtige Taktiererei Hoffmans ist ihm nicht fremd.

Um diese drei Charaktere herum entwickelt sich mit der Zeit ein immer dichteres Spiel aus Lügen, Vertrauen, Taktik und Abhängigkeit. Jeder einzelne versteht es für sich, Gewinn aus einer Situation zu ziehen, übersieht es teilweise dabei dann aber, dass dieser Gewinn auch seinen Preis hat. Von Minute zu Minute wird es immer schwerer zu erkennen, wer es nun wirklich ernst meint und wer nur seine eigenen Pläne verfolgt. Zum Ende hin werden die Maßnahmen der Handelnden immer drastischer und die Bereitschaft Opfer zu bringen immer größer. Die Story ist recht fesselnd erzählt, allerdings gibt es das ein oder andere Problem bei der Charakterisierung. Vor allem Russel Crowe hinterlässt einen recht mäßigen Eindruck. Zum Einen macht es ihm das ansonsten recht gute Drehbuch von William Monahan („Departed - Unter Feinden“) schwer, seinen Charakter annehmbar zu entwickeln, zum Anderen wirkt er aber auch in seinem Schauspiel ein wenig lustlos und beiläufig, was sich dann auch in der Darstellung des Ed Hoffman widerspiegelt. Doch abgesehen von Hoffmans Charakter, funktioniert „Der Mann, der niemals lebte“ wunderbar als unterhaltsamer und fesselnder Spionage-Thriller.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild kann nicht so ganz überzeugen, für eine aktuelle Big-Budget-Produktion gehen zu viele Details im tiefen Kontrast verloren und es bilden sich ab und an immer mal wieder Artefakte. Die Schärfe kann zudem nur in Nahaufnahmen überzeugen, bei Einstellungen mit Totale wirkt es oft zu weich und auch ein klein wenig unruhig. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist hingegen wunderbar gelungen. Er ist durchweg gut zu verstehen und an entsprechenden Stellen mit guten Räumlichkeitseffekten versehen.

Als Extra gibt es neben einem Audiokommentar mit Regisseur Ridley Scott, Drehbuchautor William Monahan und Buchautor David Ignatius noch das Extra "Acionable Intelligence: Eine Videoanalyse von Der Mann, der niemals lebte". Dabei handelt es sich um ein in 3 Kapitel unterteiltes Making Of zum Film, das in rund 22 Minuten einen guten Einblick in die Entstehung des Films bietet und einige Aufnahmen von den Sets und den Drehorten, zusammen mit zahlreichen Statements verschiedener Künstler bereit hält.

Fazit:
„Der Mann, der niemals lebte“ ist ein guter und vor allem fesselnder Spionage-Thriller, der zwar die ein oder andere Actionsequenz zu bieten hat, sich generell aber auf die Verstrickungen der Geheimdienste und den Einsatz ihrer Mittel konzentriert. Leonardo Di Caprio und Mark Strong hinterlassen in ihren Rollen dabei einen sehr guten Eindruck, Russel Crowe hingegen wirkt ein wenig blass.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,40:1
2,40:1
122:59 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Spanisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Dänisch, Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte, Finnisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Regisseur Ridley Scott, Drehbuchautor William Monahan und Buchautor David Ignatius
  • Acionable Intelligence: Eine Videoanalyse von Der Mann, der niemals lebte
Der Mann, der niemals lebte - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Der Mann, der niemals lebte
Body of Lies

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein fesselnder Spionage-Thriller, der weitestgehend auf Action verzichtet


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2008
Regie:
Ridley Scott
Drehbuch:
William Monahan (basierend auf dem Roman von David Ignatius)
Darsteller:
Leonardo DiCaprio, Russell Crowe, Mark Strong, Golshifteh Farahani, Ali Suliman, Alon Abutbul, Oscar Isaac, Kais Nashif, Kais Nashif, Vince Colosimo, Jamil Khoury

Label Deutschland :
Warner Home Video Germany
Verkaufsstart Deutschland :
20.03.2009