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DVD-Besprechung - Hautnah - Die Methode Hill - Staffel 2
Story:
Der Psychologe Dr. Tony Hill (Robson Green) hilft dem Criminal Investigation Department von Bradfield, West Yorkshire bei der Auflösung besonders kniffliger Fälle. Zusammen mit Detective Inspector Carol Jordan (Hermione Norris) macht er Jagd auf den oder die Täter und kommt ihnen dadurch auf die Spur, dass er sich an Hand bekannter Fakten immer tiefer in ihre Psyche vergräbt.
Meinung zum Film:
Auf Grundlage von Romanen der schottischen Bestsellerautorin Val McDermid entstand 2002 mit „Hautnah – Die Methode Hill“ eine Krimiserie, deren Episoden Spielfilmlänge hatten und den Psychologen Dr. Tony Hill, den Helden aus den Büchern McDermids in den Mittelpunkt stellte. Für die ersten beiden Episoden der Serie wurden die Romane „Das Lied der Sirenen“ und „Schlussblende“ umgesetzt. Aber der dritten Folge dienten allerdings nur noch vereinzelte Motive aus den Romanen als Grundlage für die Storylines, die von den jeweiligen Autoren erdacht wurden. Die Rolle des einfühlsamen Psychologen wurde mit dem erfahrenen, britischen Theater- und TV-Schauspieler Robson Green („Soldier, Soldier") besetzt, der zudem zusammen mit Schauspielkollege Jerome Flynn unter dem Namen „Robson and Jerome“ die Chartspitze in Großbritannien mit Coverversionen bekannter Songs stürmen konnte.
„Wire in the blood“, wie die Serie im Original heißt, ist eine typische, britische Krimiserie, die sich stark an das Drama-Genre anlehnt. Es wird sich sehr viel Zeit für die Charakterisierung der einzelnen Charaktere genommen. Was sich für den einen Teil der Zuschauer als schleppend und langatmig darstellen mag, bringt für den anderen Teil die notwendige Tiefe in die Dramaturgie der Geschichte, um die Welt durch die Augen Dr. Tony Hills auch selbst sehen zu können. Auf große Effekthascherei wird dabei weitgehend verzichtet. Stück für Stück dringt man als Zuschauer in die Gedankenwelt des Profilers ein und folgt ihm gespannt bei der Suche nach den Hintergründen und dem Täter. Spannungsgeladen wirkt die Atmosphäre dabei eher selten, viel mehr vermitteln die jeweiligen Episoden ein Gefühl von distanzierter, britischer Kühle, sei es in der Stimmung der Bilder, den Aktionen der jeweiligen Protagonisten oder auch in der Suche nach der Wahrheit.
In der zweiten Staffel bekommen es Hill und Jordan zunächst mit einem Killer zu tun, der es auf junge Mädchen abgesehen hat und auch vor dem Umfeld Hills nicht Halt macht. In der zweiten Folgen sehen sie sich mit einem mysteriösen Gegenspieler konfrontiert, als bei einer relativ frischen Leiche die Überresten eines mehrere hundert Jahre alten Leichnams gefunden werden. Die wohl beste und vor allem auch spannendste Folge der zweiten Staffel dürfte „Das Recht zu Schweigen“ sein, was vor allem an der Ausgeglichenheit zwischen Spannung und gewohnter Hill-Psychologie liegt. Zu der gewohnt tiefgehenden Dramatisierung der Charaktere kommt hier eine gehörige Portion Suspense hinzu, wenn Tony Hill sich zum Ende hin ein immer fesselnderes Psychoduell mit dem Täter liefert, der seinerseits ebenfalls seine Spielchen mit den Ermittlern treibt. Zu guter letzt eskaliert eine familiäre Streitigkeit in der finalen Folge noch zu einem vermeintlichen Klinik-Skandal, als über den Tod einer misshandelten Frau und der Obduktion ihrer Leiche, offensichtliche Missstände in Kliniken unter die Lupe genommen werden. Wer die Ermittlungs-Methode-Hill in der ersten Staffel lieb gewonnen hat, wird auch diesmal sicherlich nicht enttäuscht werden. Wer allerdings packende Thrilleratmosphäre sucht, wird diese auch diesmal nicht finden.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen recht durchwachsenen Eindruck. Grobkörnigkeit und sichtbares Rauschen wirken störend, zudem gibt es Artefaktbildungen und teilweise Ruckeln und Nachzieheffekte bei schnellen Bewegungen. Grund für das nicht unbedingt gute Bild dürfte die Tatsache sein, dass die deutsche und englische Tonspur nicht optional auf den Discs vorliegen, sondern der Film selbst zweimal vorhanden ist, einmal mit deutscher, einmal mit englischer Sprache und dabei jeweils nur rund 7 GB der verfügbarer 8,5 GB ausgenutzt werden. Ein Wechseln der Sprache während des laufenden Films ist von daher auch nicht möglich. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist durchweg aber sehr gut zu verstehen.
Als Extras gibt es nichts. Auch die auf dem Cover angekündigte Fotoshow und Darsteller-Biografien konnten nicht auf den Disks gefunden werden.
Fazit:
„Hautnah – Die Methode Hill“ geht in die zweite Runde und erneut werden sich die Krimiliebhaber darüber streiten, ob Tony Hill nun Anwärter auf den Titel des schnarchigsten Profilers aller Zeiten ist, oder ob er zu den Besten der ernsten Krimiunterhaltung gehört. Sicher ist jedoch, dass all jene, denen der Drama-Anteil bei einem Krimi nicht groß genug sein kann, hier eindeutig an der richtige Adresse sind. Wer es aber lieber spannungsgeladen und suspensvoll mag, ist hier aber eher falsch.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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4 Episoden a ca. 85 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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Hautnah - Die Methode Hill - Staffel 2
Wire in the blood - Season 2
Für Liebhaber ernsthafter Krimi-Dramen bestens geeignet, für Thrillerfreunde eher weniger
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
UK, 2004 Regie: Andrew Grieve, Nicholas Laughland, Terry McDonough Drehbuch: Simon Wheeler, Jeff Povey, Niall Leonard, Alan Whiting (basierend auf Charakteren von Val McDermid) Darsteller: Robson Green, Hermione Norris, Tom Chadbon, Caitlin Mottram, Amber Batty, Alan Stocks, Fiona MacPherson, Caroline O'Neill, Sally Edwards, Andrew Frame, Christopher Fulford, Jane Dixon, Christopher Simon, James Lailey
Label :
edel motion
Verkaufsstart : 27.02.2009
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