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Blu-ray-Besprechung - Eingemauert
Story:
Die junge Ingenieurin Sam Walczak (Mischa Barton) wird anlässlich ihres 25. Geburtstages mit ihrem ersten Abrissprojekt betraut. Es handelt sich um einen riesigen Betonklotz mit zwölf Stockwerken und 120 Wohneinheiten, der in einer abgelegenen, mittlerweile völlig ausgestorbenen Gegend von dem genialen Architekten Joseph Malestrazza (Pascal Greggory) erbaut wurde. Das Haus birgt jedoch einige dunkle Geheimnisse und war vor fünfzehn Jahren Schauplatz des sogenannten "Mauermassakers". Hier wurden sechzehn Menschen, darunter auch der Architekt, bei lebendigem Leibe eingemauert. In dem unheimlichen Gebäude trifft Sam auf Mary (Deborah Kara Unger) und deren Sohn Jimmy (Cameron Bright), der mehr über die Geheimnisse des Hauses zu wissen scheint.
Meinung zum Film:
Die amerikanisch-französisch-kanadische Produktion "Eingemauert" stammt aus der Feder des französischen Regisseurs Gilles Paquet-Brenner, der in Deutschland bisher noch am ehesten als Verantwortlicher der beiden Buddy-Komödien "Payoff - Die Abrechnung" und "Bad Cops" bekannt war. Das Drehbuch, an dem gleich vier Autoren beteiligt waren, basiert auf dem französischen Bestsellerroman "Les Emmurés" von Thrillerexperte Serge Brussolo. Die drei Hauptrollen des Films werden von Mischa Barton ("O.C., California"), Cameron Bright ("Running Scared") und Deborah Kara Unger ("Silent Hill") verkörpert. Der Film erschien bereits 2009 unter dem Orignaltitel "Walled In" in Deutschland und wird nun von gleichen Anbieter unter dem Titel "Eingemauert" erneut auf den Markt gebracht.
Der Film beginnt mit einer Szene aus dem Jahr 1993, in der ein kleines Mädchen in einer Nische mit flüssigem Beton übergossen wird, worauf "Walled In" einen Zeitsprung von fünfzehn Jahren in die Zukunft vollzieht. Sam Walczak wird mit dem Abriss eben dieses Hauses betraut, das Schauplatz der Tragödie wurde, in deren Verlauf auch noch fünfzehn weitere Opfer zu beklagen waren. Allerdings ahnt die gute Frau von diesen tragischen Geschehnissen rein gar nichts. Das Haus entpuppt sich jedoch als eine Art gigantisches, unheimliches Mahnmal aus Beton mitten im Nirgendwo, mit dem sich der Architekt offensichtlich selbst ein Denkmal setzen wollte. Das Haus ist zur Räumung vorgesehen, beherbergt allerdings zur Zeit noch vier Bewohner, die allesamt einen etwas schrägen Eindruck hinterlassen. Mary scheint eine sehr innige Beziehung zu ihrem Sohn Jimmy zu pflegen, der wiederum für sein Alter einen sehr frühreifen Eindruck hinterlässt und Sam auch direkt Avancen macht. Der schwer kranke Burnett (Eugene Clark) begegnet Sam hingegen äußerst aggressiv und scheint nicht bereit zu sein, das traute Heim kampflos zu verlassen. Denise (Jane Redlyon) wirkt hingegen schon ein wenig dement. Inmitten dieser zweifelhaften Nachbarschaft bezieht Sam ein Apartment des Hauses um in Ruhe die Anzahl und Platzierung der notwendigen Sprengladungen zu ergründen.
Leider zelebriert der Film einen äußerst trägen Einstieg in die Materie und kann zunächst lediglich mit der Atmosphäre des ungewöhnlichen, halb verlassenen Gebäudes punkten, um das sich diverse Legenden ranken. Die Darsteller hinterlassen hingegen keinen bleibenden Eindruck. Mischa Barton bleibt äußerst blass und geistert wie auf Autopilot durch die Handlung, während Cameron Brights Rolle von Anfang an so übertrieben angelegt ist, dass er nie wie ein normaler Teenager wirkt. Deborah Kara Unger hat hingegen eine undankbare Rolle, da sie scheinbar in erster Linie dazu dienen soll mit ihren Handlungen einige Fragezeichen beim Zuschauer hervorzurufen. Leider schwankt auch die Handlung unentschlossen hin und her. Zu Beginn häufen sich im Haus die für Geisterhausfilme typischen, ungewöhnlichen Phänomene, so läuft z.B. Blut aus der Wand oder Sam hört Geisterstimmen. Nach etwa 50 Minuten wird dieser Handlungsstrang aber einfach über Bord geworfen und der Film wandelt sich zum reinen Psychothriller. Dabei gibt sich der Film leider überhaupt keine Mühe, falsche Fährten zu legen und verläuft somit vorhersehbar und weitgehend spannungsfrei. Denn auch in den prekärsten Situationen verärgert den Film die Zuschauer noch mit banalen Dialogen und wenig plausiblen Handlungen der Hauptcharaktere. Dieses Geisterhaus-/Psychothriller-Gewirr wird zu allem Überfluss auch noch mit Menschenopferlegenden um den Architekten verwoben, was ähnlich lächerlich wirkt wie das verhinderte Techtelmechtel zwischen Sam und Jimmy.
Digitale Aufarbeitung:
Bild und Ton entsprechen der alten Auflage des Films und kommen ohne Fehl und Tadel daher. Das Bild bietet gute Schärfe- und Detailwerte, die ein angenehmes HD-Feeling aufkommen lassen. Die Farbkraft wurden zum Erzeugen der tristen Atmosphäre etwas gesetzt, Helligkeit und Kontrast sind gut aufeinander abgestimmt. Teilweise ist ein wenig Grobkörnigkeit zu erkennen. Der deutsche Ton in DTS-HD Master Audio 7.1 ist durchweg klar und deutlich zu verstehen, auf größere Effekte wartet man hier allerdings vergebens. Die meiste Zeit über spielt sich der Ton in der Front ab. Lediglich vereinzelte, kleine Effekte oder der Soundtrack verirren sich mal in den hinteren Bereich.
Die Extras entsprechen ebenfalls denen der Erstauflage. Somit gibt es auch hier nur das sehr werbelastige Making Of zum Film und den Trailer in deutscher und englischer Sprache zu finden. (MT)
Fazit:
"Eingemauert" ist eine unausgegorene Mixtur aus Motiven des Geisterhausfilms und des Psychothrillers, die aufgrund der reizvollen Location des Films anfangs atmosphärisch noch punkten kann, jedoch durch den zähen Erzählfluss, deutlich zu spärlich eingesetzten Effekten und wenig mitreißenden Darstellerleistungen immens an Wirkung einbüßt. Zudem bleiben innerhalb der Geschichte viele Fragen offen und Zuschauer die trotzdem bis zum Ende durchhalten, werden auch noch mit einem unglaubwürdigen, verkitschten Finale bestraft. Technisch kann die Blu-ray, im Gegensatz zum Bonusmaterial, weitgehend überzeugen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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91:23 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD Master Audio 7.1 | Englisch DTS-HD Master Audio 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Eingemauert
Walled In
Ein ziemlich langweiliger Genremix aus Geisterhausfilm und Psychothriller, mit blassen Darstellern und spärlichen Effekten
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich / Kanada / USA, 2009 Regie: Gilles Paquet-Brenner Drehbuch: Gilles Paquet-Brenner, Rodolphe Tissot, Olivier Volpi, Sylvain White (basierend auf einem Roman von Serge Brussolo) Darsteller: Mischa Barton, Cameron Bright, Deborah Kara Unger, Noam Jenkins, Eugene Clark
Label :
Sunfilm Entertainment
Verkaufsstart : 07.07.2011
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