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The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

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DVD-Besprechung - Red

Story:
Avery Ludlow (Brian Cox) hat in seinem Leben einige Schicksalsschläge erlitten, führt jetzt aber ein zurückgezogenes Dasein als Pensionär. Seine wichtigste Bezugsperson ist "Red", sein vierzehnjähriger Hund. Dieses friedliche Miteinander wird jedoch abrupt beendet, als der halbstarke Achtzehnjährige Danny McCormack (Noel Fisher) Avery ausraubt und dabei seinen geliebten Weggefährten eiskalt erschießt. Avery weiß aus eigener, schmerzlicher Erfahrung was passieren kann, wenn übermutigen Jugendlichen keine Grenzen aufgezeigt werden und begibt sich deshalb zu Dannys Vater Michael (Tom Sizemore). Der verhält sich jedoch völlig unkooperativ und macht seinen gesamten Einfluß geltend, um Averys einfachen Wunsch nach Gerechtigkeit platzen zu lassen.

Meinung zum Film:
Jack Ketchum, alias Dallas William Mayr, ist neben Autoren wie Stephen King oder Clive Barker in den USA einer der erfolgreichsten Autoren von Horrorromanen und gewinnt auch in Europa immer mehr Anhänger. Diese Popularität blieb auch der Filmindustrie nicht verborgen und schlug sich bereits in den beiden Verfilmungen "The Lost" (2006) und "Evil" (2007) nieder, die auch in Deutschland auf DVD erhältlich sind. Und mit "Off Season", unter der Regie von Bill Campbell, steht bereits das nächste Projekt nach "Red" in den Startlöchern. Die amerikanische Buchvorlage zu "Red" erschien bereits im Jahr 1995, wurde in Deutschland aber erst im Jahr 2008 unter dem Titel "Blutrot" vom Heyne-Verlag veröffentlicht. Zunächst begann das Projekt noch unter der Regie von Lucky McKee ("The Woods"), der jedoch bald durch Trygve Allister Diesen ("Insel der Dunkelheit") ersetzt wurde. Diese Zäsur ist dem Film aber glücklicherweise nie anzumerken. Die Besetzung des Films liest sich auf dem Papier durchaus angenehm. Die Hauptrolle übernahm Brian Cox, der beispielsweise in Michael Manns "Blutmond", der Verfilmung des Vorläufers von "Das Schweigen der Lämmer", bereits auf eindrucksvolle Art und Weise Hannibal Lecter erstmals filmisches Leben einhauchte. An seiner Seite agieren bekannte Gesichter wie Tom Sizemore ("Heat"), Kim Dickens ("Deadwood") und Freddie Kruegers Alter Ego Robert Englund ("Behind the Mask") zusammen mit jungen Talenten wie Noel Fisher ("Pope Dreams") oder Kyle Gallner ("Sublime").

Bei "Red" handelt es sich um eine relativ vorlagengetreue Verfilmung, die allerdings gerade im Hinblick auf Nebencharaktere ein wenig gestrafft wurde. Den Zuschauer erwartet einerseits ein ernstes Drama und andererseits ein sich langsam aber stetig aufschaukelnder Thriller. Zunächst beschwört der Film aber die Einheit von Avery und Red, als bestem Freund des Menschen. Avery hat durch einen einzigen Schicksalsschlag auf brutale Art und Weise seine gesamte Familie verloren. Red, das letzte Geburtstagsgeschenk seiner verstorbenen Ehefrau, ist das einzige was ihm noch geblieben ist. Als sein Gefährte Red durch die Gedankenlosigkeit und den Übermut des verzogenen Halbstarken Danny, und dessen beider Kameraden, bei einem Raubüberfall getötet wird, sieht Avery rot. Aber anders als Charles Bronson möchte Avery zunächst eigentlich nur, dass ihm und Red Gerechtigkeit widerfährt. Er läßt sogar die Polizei erstmal außen vor und sucht das direkte Gespräch mit Dannys Vater Michael. Für ihn geht es hier auch um die Frage der richtigen Erziehung und das rechtzeitige Verhindern sich anbahnenden Unheils, denn Avery weiß aus eigener bitterer Erfahrung was gewalttätige Jugendliche ohne Führung für ein Unheil hervorrufen können. Michael ist jedoch zu keinerlei Zugeständnissen bereit und besitzt charakterlich alles andere als Vorbildcharakter. Fortan setzt er seinen gesamten, nicht unbeträchtlichen Einfluß dafür ein, Averys Bemühungen um Gerechtigkeit zu torpedieren.

Avery, der unter anderem den Weg über die Polizei, den Staatsanwalt und die Presse bestreitet, muss bald erkennen, dass er auf diese Weise keinen Erfolg haben wird. Aber er ist nicht nur ein Tierfreund und prinzipientreuer Mensch, sondern eben auch ein furchtbarer Dickkopf. Was sich daraus entwickelt, ist ein Privatkrieg der von beiden Seiten erbarmungslos geführt wird. Es handelt sich hier aber um keinen Actionfilm oder einen bluttriefenden Thriller. "Red" nimmt sich viel Zeit für seine Charaktere. Vor allem Brian Cox gelingt hier eine sehr emotionale und pointierte Darstellung, die den Zuschauer sehr unmittelbar an seinem Schicksal teilhaben lässt. Die inhaltlichen Ingredenzien des Films sind dabei äußerst vielschichtig. Es geht um die Rechte von Tieren, einen Zweikampf irgendwo zwischen Allmacht und Ohnmacht, die Problematik unkontrollierbarer, gewalttätiger Teenager, Fragen des Verantwortungsgefühls und der Selbstachtung werden behandelt und, ähnlich wie in Sam Peckinpahs Klassiker "Straw Dogs", konzentriert sich die Geschichte auch in einem sich langsam aufschaukelnden Kreislauf der Gewalt, den an einem bestimmten Punkt niemand mehr zu durchbrechen vermag.

Digitale Aufarbeitung:
Die Bildschärfe unterliegt leichten Schwankungen ist aber insgesamt von guter Qualität. Die Kontrastwerte des Films wirken ausgeglichen, die Farbgebung wirkt kräftig und Bildrauschen ist nur schwach im Hintergrund auszumachen. "Red" ist ein sehr ruhiger Film und dementsprechend unspektakulär sind auch die beiden Tonspuren ausgefallen. Eine gute Verständlichkeit wird aber stets gewährleistet.

Diese Veröffentlichung beinhaltet ein Wendecover. Das Bonusmaterial ist ansonsten eher spärlich ausgefallen und umfasst lediglich den englischen Originaltrailer, drei längere Deleted Scenes (18:11) und einige Outtakes (12:24).

Fazit:
"Red" ist ein einfühlsames Drama um einen alten Mann, der ein ihm widerfahrenes Unrecht nicht kampflos hinnehmen will, aber auch ein Thriller über zwei Parteien, deren unversöhnliche Haltung schlussendlich eine Spirale der Gewalt mit katastrophalen Konsequenzen in Gang setzt. Der Film überzeugt mit einer vielschichtigen Handlung, effektivem Spannungsaufbau, flüssigem Erzähltempo, emotionaler Einfärbung und mitreissenden Darstellern. Allerdings verzettelt sich der Film auch manchmal etwas in seinen zahlreichen Nebenaspekten und das Ende wirkt ein wenig halbherzig.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
89:17 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Englischer Originaltrailer
  • Deleted Scenes
  • Outtakes
Red - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Red
Red

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Ein Mann und sein Hund


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2008
Regie:
Trygve Allister Diesen, Lucky McKee
Drehbuch:
Stephen Susco (basierend auf einem Roman von Jack Ketchum)
Darsteller:
Brian Cox, Tom Sizemore, Noel Fisher, Kyle Gallner, Kim Dickens, Robert Englund

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
24.04.2009