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DVD-Besprechung - Splinter
Story:
Eigentlich wollten Polly (Jill Wagner) und Seth (Paulo Costanzo) einen romantischen Campingabend unter dem Sternenhimmel verbringen. Als beim Aufbau jedoch das Zelt zu Schaden kommt, entschließen sie ins Hotel zu ziehen. Dieses erreichen sie allerdings nicht, da sie auf dem Weg dorthin vom flüchtigen Geldräuber Dennis (Shea Whigham) und seiner Flamme Lacey (Rachel Kerbs) gestoppt und zur Routenänderung gezwungen werden. Bei einem Stopp an einer Tankstelle kommt die Reise der Vier aber bereits zu einem jähen Ende, als sie von einer mutierten Masse angegriffen und zum Verbarrikadieren in den Verkaufsräumen gezwungen werden.
Meinung zum Film:
Toby Wilkins („Devil's Trade“) legte mit „Splinter“ sein Spielfilmdebüt als Regisseur hin, nachdem er zuvor bei verschiedenen Filmen für die visuellen Effekte und die Titelsequenzen verantwortlich war. Sein Augenmerk richtete sich bei seinem Erstling wie unschwer zu erkennen ist weniger auf die Geschichte, als vielmehr auf den visuellen Horror und die Belagerungssituation. Dabei vernachlässigt er zusammen mit seinen debütierenden Co-Autoren die Story so weit, dass es dem Gesamtbild des Filmes allerdings schon ein wenig schadet. Denn aus der Geschichte selbst ergibt sich kaum ein echter Spannungsmoment, die Personen im Film bleiben schablonenhaft und kommen über den Status eines gehobenen Mutantenfutters nicht hinaus. Hinzu kommt die Tatsache, dass zwei der vier Protagonisten als Bösewichte in die Handlung eingeführt werden und am Ende mehr Schlecht als Recht auf die Seite der bemitleidenswerten Opfer wechseln sollen. Was bei Filmen wie zum Beispiel John Carpenters „Das Ende – Assault on Precinct 13“ noch wunderbar funktionierte, schlägt hier auf ganzer Linie fehl.
Wenn zum Ende hin versucht wird zu erklären, warum der ach so böse Dennis das Geld gestohlen hat und wie er sich um die Hinterbliebenen in seinem Umfeld kümmert, ist man als Zuschauer schon längst bei der Erkenntnis angelangt, dass „Splinter“ inhaltlich so einiges an Verständnis abverlangt. So war es sicherlich auch eine gute Entscheidung, gar nicht erst groß zu erklären, wo die stachelige Bedrohung ihren Ursprung hat. Einzig die geäußerten Vermutungen von Biologiestudent Seth zur mutierten Masse dienen als grober Maßstab für deren Funktionsweise, ohne dabei aber einen großen Anspruch auf wissenschaftliche Korrektheit zu haben. Die Spannung im Film ergibt sich jeweils direkt aus der Situation, was zum einfachen Filmvergnügen dann aber auch vollkommen ausreichend ist. Hilfreich dabei sind ohne jeden Zweifel die halben Rümpfen, die abgetrennten Körperteile mit Eigenleben und sonstige mutierte Masse, die sich zum Angriff auf den Verkaufsraum versammelt haben. Die Kreaturen sind wegen schnellen Kameraschwenks und –schnitten zwar eher selten deutlich im Bild zu sehen, was aber sicherlich den Produktionskosten für die Effekte geschuldet ist und auch nicht unbedingt sonderlich störend ins Gewicht fällt.
Denn wo der Film seine Stärken hat, ist eindeutig in den Szenen, in denen die Monster zum Einsatz kommen. Bei ihnen handelt ist es sich um eine nicht näher erklärte Art von lebendigen Stacheln, die ihre Opfer zu einer mutierten Masse werden lässt, die höchst unappetitlich und effektreich auf dem Bildschirm präsentiert wird. Für die grenzwertige FSK-16-Freigabe geht es schon sehr blutig und glibberig zur Sache. Letzten Endes ist „Splinter“ sicherlich der ideale Film für den Horrorabend mit Freunden, bei dem es auch mal ein wenig ekliger und weniger anspruchsvoll zur Sache gehen soll. So unappetitlich und effektreich man bei den Effekten zu Werke geht, so wenig kann die Story überzeugen. Wer nicht unbedingt darauf aus ist, einen an den Nerven zehrenden Horror-Thriller zu sehen, sondern sich einfach nur an ein paar guten Effekten in einer geistig nicht sonderlich fordernden Story erfreuen möchten, hat mit „Splinter“ genau den richtigen Film gefunden.
Digitale Aufarbeitung:
Technisch gibt sich die DVD keine Blöße. Die Konturen sind ausreichend scharf gezeichnet, Details sind hinreichend zu erkennen und die Farben besitzen eine natürlich Kraft. Der deutsche Ton in dts ist sehr gut zu verstehen und in erster Linie sorgt der Soundtrack für einen guten Surroundklang, der im weiteren Verlauf aber durch Soundeffekten unterstützt wird.
Wer der englischen Sprache mächtig ist bekommt gleich zwei Audiokommentare geboten. Zum Einen erzählen Regisseur Toby Wilkins, Editor David Michael Maurer und Kameramann Nelson Cragg aus dem Nähkästchen, zum Anderen kann man Regisseur Toby Wilkins, den Schauspielern Shea Whigham und Paulo Constanzo, sowie Darstellerin Jill Wagner beim lockeren Plausch beiwohnen. Untertitel gibt es allerdings keine. Den Beginn bei den deutschsprachigen Extras macht ein kurzer Beitrag über die Splinter-Kreatur, gefolgt von 5 weiteren kürzeren Hintergrundberichten über das Tankstellen-Set, Splinter-Kürbisse, den Effekten, denm digitalen Dreh und das Wetter in Oklahoma, die zusammen über rund 12 Minuten ein recht interessantes Making Of ergeben. Regisseur Toby Wilkins plaudert anschließend noch ein wenig über die Story des Films, es werden noch ein paar Konzeptzeichnungen geboten und abschließend folgt der Trailer.
Fazit:
„Splinter“ ist ein guter Monsterhorror, der in Sachen Story zwar ziemlich versagt, dafür in Bezug auf die Effekte aber ein gutes Ergebnis erzielt. Wer von dem Film nicht mehr als abgetrennte Körperteile mit Eigenleben und sonstige aggressive Mutantenmasse erwartet, wird diesem gelungenen Horrorfilm ohne Anspruch kurzweilig unterhalten werden.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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78:59 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar mit Regisseur Toby Wilkins, Editor David Michael Maurer und Kameramann Nelson Cragg
- Audiokommentar mit Regisseur Toby Wilkins, Schauspieler Shea Whigham und Paulo Constanzo, sowie Darstellerin Jill Wagner
- Die Splinter-Kreatur
- Die Konstruktion der Tankstelle
- Wie macht man einen Splinter-Kürbis
- Der Zaubermeister
- Digitaler Dreh
- Das Wetter in Oklahoma
- Regisseur Toby Wilkins über "Splinter"
- Die Entwürfe der Kreatur
- Trailer
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Splinter
Splinter
Ganz viel Monster, wenig Story
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2008 Regie: Toby Wilkins Drehbuch: Kai Barry, Ian Shorr Darsteller: Paulo Costanzo, Jill Wagner, Shea Whigham, Rachel Kerbs, Charles Baker, Laurel Whitsett
Label :
Ascot Elite Switzerland
Verkaufsstart : 20.05.2009
Vertrieb :
Ascot Elite Switzerland
Verkaufsstart : 20.05.2009
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