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The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

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Kino-Besprechung - Boy A

Story:
Jack ist 24 und wird gerade nach 14 aus dem Gefängnis entlassen. Mit 10 Jahren hat er ein schreckliches Verbrechen begangen. Nun soll er sich in einer Welt zurechtfinden, in die er nie hineingewachsen ist. Er nimmt eine neue Identität an, findet einen Job, Freunde und verliebt sich. Doch seine Vergangenheit in Form der sensationsgierigen Presse, welche immer noch nach dem nur als 'BOY A' bekannten Jungen von damals sucht, holt ihn wieder ein.

Meinung zum Film:
Man weiß zu Anfang, dass bei "Boy A" etwas schlimmes passiert ist. Warum sonst wird ein Kind für 14 Jahre weggesperrt. Man sieht aber auch diesen sympatischen jungen Mann Jack, gespielt von Andrew Garfield ('Von Löwen und Lämmern'), welcher den Zuschauer komplett für sich vereinnahmt. Seine teilweise sehr unbeholfenen Versuche, das Leben eines Erwachsenen zu leben, obwohl er innerlich noch ein Kind von gerade mal 10 Jahren ist, verleihen dem Film eine gewisse Komik. Dies trägt nicht zuletzt dazu bei, eine wirklich tragische Geschichte kinotauglich zu vermitteln.

Das moralische Dilemma Jacks zieht sich durch den ganzen Film. Nur Jacks Bewährungshelfer Terry (Peter Mullan) kennt seine wirkliche Vergangenheit. Der sieht Jack als einen wieder auf den richtigen Weg gebrachten Sohn an. Gleichzeitig ist er aber Jacks einziger Ansprechpartner in Bezug auf seine Vergangenheit. Gegenüber seinen Kollegen wie auch seiner Freundin (Katie Lyons) ist er ein netter, freundlicher aber auch seltsam distanzierter junger Mann. Das ist an sich nicht verwunderlich, denn durch seinen Neuanfang hat Jack gerade mal ein Leben von einigen Monaten hinter sich. Und die Presse drängt darauf, diesem neuen Menschen seine Vergangenheit wieder vorzuhalten. An der wirklichen Rehabilitation des Täters von damals scheint niemand interessiert zu sein.

Die Grundlage zu diesem Film ist das gleichnamige und hoch gepriesene Buch von Jonathan Trigell. Ähnlich wie in der Vorlage entwickelt sich die Geschichte in der Gegenwart. Man weiß von einem Verbrechen, aber nichts Konkretes. Diese Vergangenheit, die zu der schrecklichen Tat führte, erschließt sich erst nach und nach in Rückblenden. Diese Flashbacks sind erfreulich sparsam und auch nur an sehr passenden Positionen eingesetzt, wodurch die Handlung sehr kontinuierlich bleibt. Lediglich das Ende erscheint etwas surreal und konstruiert, folgt aber letztendlich auch nur der Buchvorlage.

Fazit:
'Boy A' ist ein erfrischend gut gemachtes und sehenswertes Drama, welches etwas Abwechslung in die übliche Blockbuster-Kinokost des Sommers bringt. Wer sich die Originalfassung gönnen will, sollte in britischem Englisch firm sein und sich auf Peter Mullans bleischweren schottischen Akzent einstellen.

Boy A - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Boy A
Boy A

Bild unseres Mitarbeiters Falk Ebert
A wie in Apfel - einem schlechten Apfel


Autor der Besprechung:
Falk Ebert

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
UK, 2007
Regie:
John Crowley
Drehbuch:
Mark O'Rowe
Darsteller:
Andrew Garfield, Peter Mullan, Katie Lyons, Shaun Evans

Verleiher:
Senator
Kinostart Deutschland :
07.05.2009