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DVD-Besprechung - Into the Mirror

Story:
Nachdem Woo Young-Min (Yu Ji-tae) aus dem Polizeidienst entlassen wurde, nimmt er einen Job als Leiter der Sicherheitsabteilung in dem Kaufhaus seines Onkels an. Noch vor der großen Neueröffnung bekommt er Arbeit, als ein vermeintliches Selbstmordopfer in den Verkaufsräumen aufgefunden wird. Young-Min glaubt allerdings nicht an Selbstmord und vermutet eine unheimliche Macht als Ursache für den Todesfall. Als weitere Menschen ums Leben kommen, gerät auch Young-Min selbst bei seinem ehemaligen Partner Heo Hyeon-su (Kim Myeong-min) in Verdacht, mit den Morden in Verbindung zu stehen.

Meinung zum Film:
Nachdem Alexandre Ajas „Mirrors“ auf DVD erschienen ist, bringt 3L nun auch das Original „Into the Mirror“ wieder in die Verkaufsregale, der als grobe Vorlage für das US-Remake diente. Gleich in den ersten Einstellungen erfährt der Zuschauer hier von den tödlichen Kräften, die von den Spiegeln ausgehen. Erst wird einer Kaufhausangestellten von ihrem eigenen Spiegelbild die Halsschlagader durchtrennt, dann rammt sich ein Mechaniker, dessen Angewohnheit es ist, sich mit einem Bleistift im Ohr zu kratzen, diesen über seinem Spiegelbild tiefer in den Gehörgang, als es gesund ist. Als Zuschauer wartet man fortan bei jeder Spiegelfläche im Bild darauf, dass wieder ein Angriff auf eine Person stattfindet. Dabei stellt der aufmerksame Betrachter als Nebeneffekt auch gleich fest, wo es überall spiegelnde Flächen gibt, die in diesem Fall zur Todesfalle werden könnten.

Regisseur Kim Seong-ho spielt gezielt mit der Tatsache, dass er sein Publikum schon früh das Geheimnis hinter den Morden zeigte. Immer wieder wird die Suspense-Schraube angezogen, im Grunde gibt es keine Einstellung mit spiegelnden Flächen, in der man nicht damit rechnet, dass gleich die nächste Leiche gefunden wird. Hinzu kommt noch ein geisterhaftes Wesen, das sich in Frauengestalt immer wieder kurz im Bild zeigt oder sich als Schatten vorbeihuschend in das Bewusstsein drängt. Durch die Mischung aus Gefahr in den Spiegeln und die immer wieder auftauchende Geistergestalt baut der Film eine unbehagliche Atmosphäre auf, die ein große Plus des Films darstellt. Unterstützt werden die Bilder zusätzlich von der unheimlichen Musik Il Wons („Ring Virus“) und den gut eingesetzten Soundeffekten, welche die Schockmomente sehr effektvoll verstärken.

Doch der Film setzt nicht in erster Linie auf die Schockmomente, sondern bettet diese in eine sich stets weiter entwickelnde Mystery-Thriller-Handlung ein, die auch für sich selbst den Spannungsbogen immer weiter anzieht, dabei aber auch gerne mal ruhigere Töne anschlägt. Neben dem Mysterium, das sich hinter den Spiegeln und der Geistergestalt verbirgt, gibt es auch noch die Vergangenheit von Young-Min, seine zeitweisen Aussetzer und die Verletzung in seiner Hand, deren Ursache keiner kennt und die Fragen aufwirft. Ein weiteres Glied in der Spannungskette sind die Ermittlungen von Hyeon-su. Die Auflösung des Ganzen stellt sich dann als recht schlüssig heraus und in der letzten Einstellung hält der Film noch einmal eine interessante Wendung bereit, die fast schon philosophischen Charakter besitzt und einen sehr runden Abschluss darstellt.

Digitale Aufarbeitung:
Die DVD entspricht 1:1 der alten Auflage von e-m-s aus dem Jahre 2004. Das Bild wirkt insgesamt detailarm und die Schärfe kann nicht sonderlich überzeugen, oft ist sehr deutliches Rauschen zu erkennen. Besonders störend fallen Nachzieheffekte bei Bewegungen auf. Die Farben wirken durch einen sehr steilen Kontrast nicht immer ganz natürlich und helle Flächen neigen dazu, zu überstrahlen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar verständlich, kommt jedoch ohne große Räumlichkeit daher. Lediglich vereinzelt wird der hintere Bereich gezielt zur Unterstützung von Schockmomenten eingesetzt, dann aber sehr effektiv.

Das Re-Release von „Into the Mirror“ basiert auf der alten Single-Disc-Version und hat dementsprechend als einziges Extra nur den Trailer zum Film zu bieten.

Fazit:
„Into the Mirror“ ist ein Fernost-Mystery-Thriller, der nur vereinzelt auf Schockmomente setzt, und sich in erster Linie auf die Erzählung der Geschichte konzentriert. Auch wenn die Bildqualität nicht ganz überzeugen kann - wer den Film bislang noch nicht gesehen hat, sollte sich als Liebhaber von Asien-Gruselfilmen diesen Beitrag zum Genre auf keinen Fall entgehen lassen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
113:12 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Koreanisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Koreanisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
Into the Mirror - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Into the Mirror
Geoul sokeuro

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein spannender Asiengrusler, der nicht allein auf die Effekte setzt


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Südkorea, 2003
Regie:
Kim Sung-ho
Drehbuch:
Kim Sung-ho
Darsteller:
Yu Ji-tae, Kim Myeong-min, Kim Hye-na, Gi Ju-bong, Kim Myoeng-su, Lee Young-jin

Label Deutschland :
3L
Verkaufsstart Deutschland :
30.04.2009

Vertrieb Schweiz :
Impuls Home Entertainment
Verkaufsstart Schweiz :
30.04.2009