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DVD-Besprechung - WWE - Wrestlemania 2000

Story:
WrestleMania ist für die WWE, was die Fußballweltmeisterschaft für die FIFA ist. Sie ist die Hauptveranstaltung im Wrestling-Kalender, auf die schon zu Jahresbeginn durch den Aufbau großer Fehden hingearbeitet wird. Die erste WrestleMania fand am 31. März 1985 im Madison Square Garden in New York statt. WrestleMania XVI wurde am 2. April 2000 im Arrowhead Pond in Anaheim ausgetragen.

Meinung zum Film:
Den Einheizer bei „WrestleMania 2000“ stellte das Match zwischen dem Big Boss Man und Bull Buchanan auf der einen und D-Lo Brown und dem Godfather auf der anderen Seite dar. Angeführt wurde der Ho-Train des Godfathers von Rapper Ice-T, der beim Einzug der Gladiatoren dann auch gleich für richtig Stimmung sorgte. Der Einzug war dann aber leider in einem für ein Main Event eher schwachen Kampf der einzige, nennenswerte Höhepunkt im Opener. Ähnlich enttäuschend war auch der Kampf von Kane und Rikishi gegen den Road Dogg und X-Pac, bei dem dann wie zu befürchten der überstrapazierte Running Gag mit dem Pete-Ross-Gockel kam. Böse Zunge behaupten gar, dass die müde Ringaction nur einen Aufhänger für diesen längst ausgelutschten Spaß darstellte. Auch der Catfight zwischen Terri Runnels und The Kat im Beisein der weiblichen Altstars Fabulous Moolah und Mae Young war nicht nur schnell vorbei, sondern auch schnell vergessen. Die einzige Überraschung an diesem Auftritt war, dass nicht die für ihre Offenherzigkeit bekannte Terri Runnels den Fans feinste Einblicke bot, sondern The Kat in ihrem Hauch aus großen Maschen und knapper Unterwäsche bei manchem jüngeren Fan Einhalt in dessen Träume bekommen sollte.

Ein wenig zwischen den Stühlen ist die zweite Darbietung des Abends gewesen. Bei einer „Hardcore Battle Royal“ kämpften Crash Holly, Hardcore Holly, Tazz, Kaientei, Mean Street Posse, Headbangers, Viscera und die Acolytes um den „Hardcore Champion“-Gürtel in vorher festgelegten 15 Minuten. Jeder Pinfall zählte dabei, aber nur wer beim Ertönen des Gongs am Ende der Sieger war, bekam auch den Gürtel mit nach Hause. Was das Wrestlerische und vor allem auch die Übersichtlichkeit anbetrifft, war das Match unterste Schublade, aber zumindest Freunde härterer Aktionen kamen hier auf voll ihre Kosten, da die meisten Teilnehmer der Rolle des kaltblütigen Haudraufs vollends gerecht werden konnten. Etwas komisch anmutend war auch das Match mit den frisch von der WCW zur WWE gewechselten „Radicalz“ Eddie Guerrero, Perry Saturn und Dean Malenko, die sich gegen Too Cool und Chyna behaupten mussten. Nicht nur, dass das im Grunde alles andere als heitere Trio sich mit den Kasperköppen von Too Cool auseinandersetzen mussten, die mit dem „Worm“ wohl einen der dämlichsten Finisher aller Zeiten im Programm hatten, mussten sie mit Chyna auch gegen eine Frau kämpfen. Eine zugegeben recht maskulin bemuskelte Vertreterin ihres Geschlechts, was am nicht sonderlich schmeichelhaften und unglaubwürdigen Kampfverlauf aber nichts änderte. Manch ein Radical dürfte sich nach diesem Abend ernsthaft gefragt haben, ob der Schritt, wegen kreativer Differenzen die WCW zu verlassen, wirklich der richtige war. Anhänger der halsbrecherischer Kunststücke wurden mit dem „Tripple Ladder Match“ um den „World Tag Team“-Titel zwischen den Hardy Boyz, Edge und Christian und den Dudley Boys dann anschließend richtig in Wallungen versetzt. Denn wenn es um waghalsige Stunts mit Leitern ging, waren diese 3 Tag Teams die Profis. Und sie boten den Fans all das, was sie von ihnen erwarteten.

Eine der beiden Hauptattraktionen des Abends war sicherlich das „Triple Threat Match“ um den „Intercontinental“- und den „European Championship“-Titel zwischen Chris Jericho, Kurt Angel und dem vierten, frisch von der WCW gewechselten, Chris Benoit. Der erste Pinfall des Abends bestimmte dabei den IC-, der zweite den EC-Champion. Und hier wurden dann auch endlich die Anhänger der großen Wrestlingkunst bedient. Die drei Kämpfer zeigten unmissverständlich, dass sie ihr Handwerk verstehen und boten das Highlight des Abends. Das Main Event bei „WrestleMania 2000“ war ein „Fatal Four Way Elimination“-Match zwischen The Rock, Mick Foley, Triple H und Big Show um den „World Heavywight“-Titel, das in einen sehr kitschigen Soap-Opera-Rahmen eingebunden wurde. Wie aus einer Folge GZSZ gegriffen, hatte sich der McMahon-Clan im Vorfeld des Events zerstritten und jeder einzelne nahm nun einen Wrestler an die Hand, um es den anderen zu zeigen. Vince MaMahon kam an der Seite von The Rock an den Ring, Linda McMahon begleitete Mick Foley, Stephanie McMahon trat an der Seite ihres damals nur Gimmick-Gatten Triple H an und Shane McMahon versteckte sich im Schatten von Big Show. Wer der Meinung ist, dass sich das ganze jetzt schon reichlich überfüllt anfühlt, sollte erst einmal das Finale des Kampfes sehen, bei dem noch einmal kräftig oben drauf gepackt wurde. Den Kern des Matches stellte die Action zwischen Triple H und The Rock dar, was im Vorfeld schon das Main Event zu sein schien. Allerdings dachten die Matchschreiber da anders und blähten das ganze Event künstlich auf, nur um es dann doch wieder recht schnell platzen zu lassen. Vom Kern betrachtet war der Kampf erstklassig, das überzogene und schlussendlich auch kitschige Ende hinterlässt allerdings einen mehr als faden Beigeschmack.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist selbst für WWE-DVDs relativ schlecht geraten. Die insgesamt rund 3,5 Stunden Film fordern ihren Tribut bei der Bildqualität. Vor allem die Kompressionsartefakte treten teils sehr deutlich in Erscheinung. Der Kommentatorenton ist diesmal in gut verständlicher englischer und französischer Sprache enthalten, Untertitel gibt es in französischer Sprache. Deutsch gibt es diesmal weder in Wort noch in Schrift.

Als Extras gibt es auf der Haupt-DVD Promo-Clips zum Triangle-Ladder-Match und dem Triple-Threat-Match, sowie einen „Backstage Bericht zu WrestleMania 2000“ und „The Road to WrestleMania“, in dem der Weg einzelner Kämpfer in den PPV gezeigt wird. Auf der 2. DVD des Doppelpacks finden sich Ausschnitte mit Highlights von den vorhergehenden „WrestleMania I“- bis „WrestleMania XV“-Shows. Leider fallen diese teilweise ein wenig sehr kurz aus, was vor allem bei Mammutkämpfen wie dem von Randy Savage und Hulk Hogan gegen Ted DiBiase und André the Giant bei „WresleMania IV“ oder auch Hulk Hogan gegen den Ultimate Warrior bei „WrestleMania VI“ mit Bedauern fest gestellt wird. Als nostalgischer Rundblick in die ersten 15 WrestleMania-Jahre ist dieser Beitrag aber durchaus gelungen und empfehlenswert.

Fazit:
„WrestleMania 2000“ ist ein recht durchschnittliches Event, das vor allem unter dem Versuch leidet, möglichst viele Kampf-Gimmicks zu präsentieren. Frühere WrestleManias wussten immer dadurch zu glänzen, lang im Vorfeld aufgebaute Fehden zum Abschluss zu bringen. Und genau hieran krankt es der 16. Auflage des Events.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,33:1
1,33:1
208:52 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Französisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Französisch
Bonusmaterial:
  • Video Package: Triangle Ladder Match
  • Video Package:Two Fall Triple Threat Match
  • Backstage at WrestleMania
  • The Road to WrestleMania
WWE - Wrestlemania 2000 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
WrestleMania 2000
WrestleMania 2000

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Zu wenig lang andauernde Fehden, zu viele unnötige Match-Gimmicks


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2000
Regie:
-
Drehbuch:
-
Darsteller:
Big Boss Man, Bull Buchanan, D-Lo Brown, The Godfather, Ice-T, Tazz, Kaientei, Mean Street Posse, Headbangers, Viscera, Acolytes, Crash Holly, Hardcore Holly, Test, Albert, Trish Stratus, Al Snow, Steve Blackman, Chester McCheeserton, Edge, Christian, Dudley Boys, Hardy Boyz, Terri Runnels, The Kat, Too Cool, Chyna, Eddie Guerrero, Dean Malenko, Perry Saturn, Chris Jericho, Chris Benoit, Kurt Angle, Kane, Rikishi, Road Dogg, X-Pac, Triple H, Stephanie McMahon, The Rock, Vince McMahon, Mick Foley, Linda McMahon, Big Show, Shane McMahon

Label Deutschland :
SilverVision
Verkaufsstart Deutschland :
23.04.2009