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DVD-Besprechung - Fire & Ice: The Dragon Chronicles (SE)

Story:
Das Reich von König Augustin (Arnold Vosloo) wird von einem mächtigen Feuerdrachen heimgesucht. Seine Tochter, Prinzessin Luisa (Amy Acker) macht sich gegen den Willen ihres Vaters auf, den einzigen Ritter zu suchen, der bislang einen Drachen besiegen konnte. Doch dieser ist bereits verstorben, aber dessen Sohn Gabriel (Tom Wisdom) und sein bester Freund Sangimel (John Rhys-Davies) erklären sich dazu bereit, König Augustin zu helfen. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Hilfe ist die Erweckung eines mächtigen Eisdrachens.

Meinung zum Film:
Mit „Fire & Ice: The Dragon Chronicles” machte sich Regisseur Pitof (“Catwoman”) auf, die phantastische Welt der mächtigen Drachen auf den Bildschirm zu bringen. Ein Vorhaben, das geradezu nach einem üppigeren Budget schreit, will man es denn passend präsentieren. Da es sich bei dem Film aber um eine TV-Produktion handelt, standen nur rund 3 Mio. US$ bereit, was die Erwartungen des Publikums an das Ergebnis bereits im Vorfeld deutlich nach unten schrauben dürfte. Denn auch wenn im kostengünstigen Rumänien gedreht wurde, die benötigten Mittel für die notwendigen Spezialeffekte dürften weit höher liegen, als es das gesamte Budget hergeben kann. Eine große Verantwortung lag somit auf den Drehbuchautoren Michael Konyves („Tornado - Niemand wird ihm entkommen“) und Angela Mancuso, die nicht auf atemberaubende Effekte setzen konnten, um inhaltliche Leere auszugleichen. "Dumm gelaufen" kann man hier nur attestieren, da die Geschichte dermaßen in den Sand gesetzt wurde, dass es am Ende dann doch die sehr durchschnittlichen Effekte sind, die noch am ehesten gefallen können.

Schon alleine der Grundplot verlangt einiges an Mut, um diesen einem größeren Publikum zu präsentieren. Um ein Standard „Das Königreich ist bedroht, darum muss ein Held kommen und den Feind vernichten“-Gerüst herum wurde soviel hanebüchener Kram gewickelt, dass es schon nicht mehr komisch ist. Schon alleine die Idee, den Feuerdrachen zu bekämpfen, indem man zusätzlich einen Eisdrachen ins Reich holt, bedarf schon einiges an Phantasie. Denn dem aufmerksamen Zuschauer stellt sich gleich zu Beginn die Frage, ob man mit dem angelockten Eisdrachen, nicht einfach die Pest durch die Cholera austauscht, mit der Gefahr, zumindest zeitweise beide am Hals zu haben. Denn auch beim Eistyp gibt es keine Pauschallösung, wie man die Bestie anschließend wieder loswerden werden kann. Als Nebenplot gibt es dann noch ein kleines Verräterspiel, das aber bereits nach wenigen Minuten, auch von weniger geübten Zuschauern durchschaut sein wird und dessen Entwicklung so trocken wie ein 10 Jahre alter Butterkeks ist. Bemerkenswert scheint auch die Größe - oder wie in diesem Fall – Kleine der benachbarten Königreiche, da man sich ständig wie zufällig über den Weg zu laufen scheint.

Auf der Besetzungsliste können durchaus bekannte Namen gefunden werden. Vor allem der als Imhotep berühmt gewordene Arnold Vosloo („Die Mumie“) und Gimli-Darsteller John Rhys-Davies aus dem „Herr der Ringe“-Dreiteiler sind dem Mainstream-Freund ein klarer Begriff. Ihnen zur Seite stehen Amy Acker („Alias“) als Prinzessin Luisa, Oana Pellea („High Tension“) als ihre Mutter und Tom Wisdom („300“) als junger Drachentöter in spe. Doch auch die bekannten Namen ändern nichts daran, dass das Schauspiel meist sehr hölzern und gestellt wirkt. Mag sein, dass dies an den sehr spärlichen Ausstattungen und den wenig überzeugenden Kostümen liegt, die nur noch von einer überwiegend sehr armselig eingesetzten Bluescreen-Technologie getoppt wird. Wenn Sangimel auf einem Eisberg versucht den Eisdrachen aus seinem Schlaf zu erwecken, dann wirkt das alles andere als authentisch. Der Schnee sieht aus wie feiner, weißer Sand, das Kältegefühl stellt sich wie der Frühling auf Mallorca dar. Die Drachen selbst sehen aus wie fliegende Mantarochen, die entweder Feuer- oder Eisstrahlen aus ihrem Maul schießen können, dabei aber auch nur im Verhältnis zu dem schlechten Rest noch akzeptabel erscheinen. Nüchtern betrachtet hat man aber schon weitaus besseres in Cut-Scenes von Videospielen gesehen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild wirkt stellenweise recht unscharf mit verwaschenen Konturen und in dunkleren Szenen zusätzlich auch noch sehr verrauscht. Insgesamt reicht über die gesamte Länge betrachtet noch so eben zu einem befriedigenden, leicht unterdurchschnittlichen Ergebnis. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist durchweg sehr gut zu verstehen und nutzt gelegentlich auch immer mal wieder die Effektkanäle.

Als Extra gibt es 5 Musikclips, die allerdings rein gar nichts mit dem Film zu tun haben.

Fazit:
„Fire & Ice: The Dragon Chronicles“ legt eine beispielhafte Bruchlandung hin. Sets und Kostüme sind schlichtweg billig, die namhaften Akteure legen keine ansprechende Leistung ab, das Drehbuch ist maximal noch für Kinder im Vorschulalter geeignet und die Effekte erreichen nicht einmal heutigen Durchschnittsstandard für Videospiele. Das Schönste am ganzen Film ist das ansprechend gestaltete Klappcover der Special Edition, das dann aber leider vom großen FSK-Logo verschandelt wird.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
82:19 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • 5 Musikclips
Fire & Ice: The Dragon Chronicles (SE) - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Fire & Ice: The Dragon Chronicles
Fire & Ice

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
FSK-16-Fantasy, vom Anspruch aber maximal geeignet für Kinder im Vorschulalter


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA / Rumänien, 2008
Regie:
Pitof
Drehbuch:
Michael Konyves, Angela Mancuso
Darsteller:
Amy Acker, Tom Wisdom, John Rhys-Davies, Arnold Vosloo, Oana Pellea, Razvan Vasilescu, Cabral Ibacka, Ovidiu Niculescu, Loredana Groza

Label Deutschland :
Splendid Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
24.04.2009