Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Mitte Ende August
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

Kino-Besprechung - Mitte Ende August

Story:
Hanna und Thomas, ein Ehepaar aus Hamburg, haben sich ein altes Landhaus in der ostdeutschen Provinz gekauft. Jetzt haben sie sich mehrere Wochen Urlaub genommen, um das Haus zu renovieren und endlich einmal Zeit für sich alleine zu haben. Während sie sich in die Arbeit stürzen, werden erste Differenzen zwischen der ruhigen Hanna und dem sprunghaften Thomas offensichtlich. Und dann ist es mit der Ruhe plötzlich vorbei, weil Thomas spontan seinen Bruder Friedrich einlädt, als er erfährt, dass der gerade die Frau und seinen Job verloren hat. Als auch noch Augustine, Hannas erwachsene Patentochter, auftaucht, ist das Beziehungsquartett komplett, denn sie steht Thomas‘ manchmal verrückten Ideen viel offener gegenüber als Hanna. Die wiederum beginnt die ruhigen Qualitäten von Friedrich zu schätzen, der außerdem als Architekt eine große Hilfe bei der Renovierung ist.

Meinung zum Film:
„Mitte Ende August“ ist der durchaus gelungene Versuch von Sebastian Schipper („Absolute Giganten“), der hier für Drehbuch und Regie verantwortlich ist, Goethes „Wahlverwandschaften“ in modernem Gewand neu zu erzählen. Dabei konzentriert er sich vor allem auf den ersten Teil von Goethes Original und verzichtet im Wesentlichen auf die Tragik des zweiten Teils. So entstand ein Film, der, wie der Regisseur selbst es ausdrückt, „wie ein Lieblingsbuch ist, dass man einem Freund ohne Zögern für den Urlaub empfehlen kann“.

Großen Anteil an diesem Ergebnis haben die Darsteller des Films, die ihre Charaktere sehr natürlich und echt wirken lassen. Da wäre zunächst Hanna, die von Marie Bäumer („Der Schuh des Manitou“) gespielt wird. Bäumer zeigt hier, dass sie sehr unterschiedliche Rollen überzeugend rüberbringen kann. Wer sie nur aus „Der Schuh des Manitou“ kennt, wird sehr überrascht sein. Thomas wird gespielt von Milan Peschel („Hände weg von Mississippi“), der diesen spontanen, eher vom Instinkt geleiteten Charakter glaubhaft verkörpert. Augustine wird von der sympathischen Anna Brüggemann („Kleinruppin forever“) dargestellt, Friedrich von André Hennicke („Sophie Scholl – Die letzten Tage“). Zusammen bilden sie ein tolles Ensemble und machen die natürliche Glaubwürdigkeit der Geschichte aus.

Eine Stärke des Films ist die sommerliche Urlaubsstimmung, die er vermittelt. Ein wichtiger Bestandteil hierfür ist die schöne ostdeutsche Landschaft, die als Kulisse dient. Gleichzeitig ist sie aber auch eine Quelle feinen Humors, wenn z.B. Hanna und Thomas zum Telefonieren jedes Mal zum Baumarkt fahren müssen, weil sie beim Haus keinen Empfang haben. Ebenfalls großen Anteil an der Atmosphäre des Films hat die Musik von Vic Chesnutt. Der ursprünglich von Michael Stipe (REM) entdeckte englische Musiker hat auf Bitten seines Freundes Sebastian Schippers die Musik gezielt für den Film komponiert.

Fazit:
„Mitte Ende August“ bietet echte Charaktere, wie sie jeder in seiner Bekanntschaft haben könnte, in einer sommerlich-leichten Geschichte. Im Gegensatz zu Goethes als Inspiration dienendem Original wurde auf ein allzu tragisches Ende verzichtet.

Mitte Ende August - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Mitte Ende August
Mitte Ende August

Bild unseres Mitarbeiters Martin Asbach
Goethes Wahlverwandschaften in neuem sommerlich-leichten Gewand


Autor der Besprechung:
Martin Asbach

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2008
Regie:
Sebastian Schipper
Drehbuch:
Sebastian Schipper
Darsteller:
Marie Bäumer, Milan Peschel,Anna Brüggemann,André Hennicke,Gert Voss,Galina Petrova

Verleiher:
Senator
Kinostart Deutschland :
30.07.2009