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DVD-Besprechung - Paris, Paris

Story:
Mitte der 30er Jahre arbeiten die drei Freunde Pigoil (Gérard Jugnot), Milou (Clovis Cornillac) und Jacky (Kad Merad) in Paris in dem Vaudeville-Theater "Chansonia". Ein großer Schock ist es für sie, als das Bühnenhaus in einem Arbeiterviertel die Vorhänge für immer schließen soll. Doch auch privat haben sie mit Problemen zu kämpfen. So wird Pigoil z.B. das Sorgerecht für seinen Sohn entzogen. Bald schließen die Freunde den Plan, das Theater mit einer eigenen Show wieder zu eröffnen. Als sie beim Casting die junge Sängerin Douce (Nora Arnezeder) entdecken, scheinen sie den kommenden Star ihrer Bühne gefunden zu haben.

Meinung zum Film:
Paris, die Stadt der Liebenden, ist immer wieder beliebter Schauplatz zahlreicher Filme. So auch von "Paris, Paris", dem neuesten Werk von "Die Kinder des Monsieur Mathieu"-Regisseur Christophe Barratier: Mitte der 1930er - Monsieur Pigoil (Gérard Jugnot, "Die Kinder des Monsieur Mathieu") und seine Kollegen Jacky (Kad Merad, "Die Daltons gegen Lucky Luke") und Milou (Clovis Cornillac, "Asterix bei den Olympischen Spielen") werden mehr oder weniger von einem auf den anderen Tag mittellos, als das Theater Chansonia, in dem sie normalerweise tätig sind, wegen übermäßig hoher Schulden schließen muss, da sich noch dazu der Besitzer umgebracht hat. Zunächst fehlt den drei Herren der rechte Lebensmut, doch als Pigoil dann auch noch das Sorgerecht für seinen Sohn verliert, geben sie sich einen Ruck und fassen einen Entschluss: Das Chansonia muss neu eröffnet werden. Doch ganz so einfach gestaltet sich das nicht, zumal man auf die finanziellen Mittel des Unterweltbosses Galapiat (Bernard-Pierre Donnadieu, "Vercingétorix") angewiesen ist. Dummerweise verguckt sich der ausgerechnet in die junge Douce (Nora Arnezeder), die eigentlich der neue Star des Chansonia werden soll - und auf die auch Milou ein Auge geworfen hat.

"Paris, Paris" glänzt nicht etwa durch seine Geschichte. Das Drehbuch ist ziemlich schwach und bleibt die meiste Zeit über extrem oberflächlich. Dies gestaltet sich für den Zuschauer insbesondere in Bezug auf die zahlreichen Hintergrundgeschichten der Charaktere zum Problem, denn diese werden zwar ständig angerissen, aber in keiner Weise zufriedenstellend aufgelöst. Hier wurde eindeutig zu viel des Guten betrieben, indem man versucht hat, auch noch jede noch so kleine Nebenfigur mit einer Backgroundstory zu versehen, ohne dass der Film dafür genug Platz geboten hätte. Doch was "Paris, Paris" so brillant macht, ist die leichtfüßige Inszenierung von Regisseur Barratier, die den Streifen zu einem Fest für die Sinne werden lässt. Optisch gehört der Film zu den außergewöhnlichsten Werken der letzten Jahre, was in erster Linie an den hervorragenden Aufnahmen von Tom Stern liegt. Der Kameramann, der seit "Blood Work" für alle Clint-Eastwood-Filme zuständig war, schafft es, den Zuschauer direkt in die Zeit der 1930er zu versetzen und den Bildern einen ganz besonderen Charme zu verleihen.

Auch die Darsteller wissen zu gefallen. Newcomerin Nora Arnezeder begeistert als wunderschöne, schüchterne Douce, die noch dazu fantastisch singen kann. Gérard Jugnot tritt - wie schon in seiner Rolle des Monsieur Mathieu - erneut als gutmütiger Opa auf. Und auch Pierre Richard gibt sich tatsächlich mal wieder ein Stelldichein und spielt den seltsamen "Monsieur TSF", der im Haus gegenüber lebt und alles von seiner Wohnung aus beobachtet. Erwähnen muss man natürlich auch die zahlreichen Chansons mit Ohrwurmcharakter, die "Paris, Paris" fast schon zu einem Musical machen und - in Verbindung mit den tollen Bildern und überzeugenden Darstellern - den Zuschauer die etwas schwache Story nahezu vergessen lassen.

Digitale Aufarbeitung:
Die DVD zeigt "Paris, Paris" in ziemlich guter Qualität. Der Bildtransfer ist klar und sauber, die Schärfe bewegt sich die meiste Zeit über auf einem guten Niveau. Im Hintergrund ist ein dezentes Rauschen auszumachen, das aber nicht sehr auffällt. Die Farben sind bewusst etwas grau gehalten, um das Flair der 1930er zu unterstreichen. Der Ton liegt auf Deutsch und Französisch in Dolby Digital 5.1 vor. Die Abmischung hält natürlich genrebedingt kein Effektfeuerwerk bereit, verteilt aber die Musik angenehm im Raum und erzeugt eine gefällige Klangkulisse.

Als Bonusmaterial gibt es ein 54-minütiges, sehr ausführliches und erfreulich werbefreies Making Of (deutsch untertitelt), das äußerst interessant ausgefallen ist. Hier werden dem Zuschauer so gut wie alle Hintergründe des Films gezeigt, von der Planung über den Bau der Kulissen bis hin zur Produktion der Musik. Über ein Wendecover verfügt die DVD - wie alle aktuellen Scheiben von Constantin - nicht, man muss also mit dem riesigen FSK-Logo auf der Front leben können.

Fazit:
"Paris, Paris" ist storymäßig ziemlich schwach, zumal das Drehbuch einfach viel zu viele Charaktere in zu kurzer Zeit abhandeln will. Doch ansonsten zeigt sich der Film äußerst gelungen, was vor allem an der hervorragenden Optik, der angenehmen Musik und den tollen Darstellern liegt. Das Bonusmaterial ist zwar nicht sehr umfangreich, doch zum Glück ist das vorhandene Making Of mit einer Laufzeit von fast einer Stunde sehr ausführlich ausgefallen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
2,35:1
2,35:1
115:32 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Französisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of
Paris, Paris - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Paris, Paris
Faubourg 36

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Toller Film, schwaches Drehbuch


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich / Deutschland / Tschechien, 2008
Regie:
Christophe Barratier
Drehbuch:
Christophe Barratier
Darsteller:
Gérard Jugnot, Clovis Cornillac, Kad Merad, Nora Arnezeder, Pierre Richard

Label Deutschland :
Constantin Film
Verkaufsstart Deutschland :
28.05.2009